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LinuxTag – Open Source und Film

Wie ich ich hier schon einmal geschrieben habe, war ich nicht nur für RadioTux in Berlin zum LinuxTag sondern hatte am Samstag Morgen auch einen Vortrag zu “Open Source & Film”. Bereits im Vorfeld haben ja einige angefragt ob ich die Slides zum Vortrag online stellen würde, habe ich bisher immer ausnahmslos getan. Macht aber dieses Mal relativ wenig Sinn, da man ohne den Vortrag gehört zu haben relativ wenig anfangen kann. Denn insgesamt sind es nur 8 Folien und darauf befindet sich meist nur eine Frage und nachher eine Antwort ohne weitere Punkte. Natürlich macht ein Vortrag über Film ohne etwas in der Richtung aus meiner Sicht wenig Sinn, deshalb hab ich einige Videoausschnitte gezeigt. Einige wollten ja auch noch einmal eine Liste mit den Filmen haben. Deshalb habe ich mich entschlossen den Vortrag hier im Blog nocheinmal kurz aufzuarbeiten.

Die erst Folie, war eine reine Bildfolie zu der ich einen kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Copyrights gegeben habe und wie es dazu gekommen ist und wann sich daran etwas ändern muss.
Die Folie zeigt einen Mönch in einem Scriptorium so ging jahrhundertelang die Produktion von Büchern von statten. In Klöstern schrieben dutzende von Mönchen Bücher ab oder/und übersetzten und illustrierten diese.
Das ging solange gut, bis der auf dem nächsten Bild gezeigte Johannes Gutenberg, den Buchdruck entscheidend verbesserte. Gutenberg hat den Buchdruck nicht erfunden, den gab es in Form von Druckplatten schon vorher er hat ihn nur durch Entwicklung von präziser gegossenen Drucklettern, Verbesserung der Druckpresse und Weiterentwicklung der Druckerschwärze entscheidend verändert.
Bis zu Gutenberg gab es nicht sehr viele gedruckte oder geschriebene Bücher, die Bibliotheken der Klöster enthielten nur wenige Werke. Die Autoren, waren eher an der guten Verbreitung durch Abschrift interessiert, sie lebten von ihrem Namen und der Verbreitung ihrer Werke durch die sie Anstellung fanden. Der “Markt” für Abnehmer gedruckter Werke war begrenzt, nur wenige konnten lesen. Nicht wenige Druckereien verdienten daher in dieser Zeit ihr Geld mit dem Druck von Ablaßbriefen und ähnlichem was wir heute Formulare nennen würden.

Es gab allerdings auch andere, sogenannte Verleger die schriftgewandte und belesene Wissenschaftler und Autoren begannen für die Erstellung von Schriftwerken zu bezahlen. Sie tätigten also Investitionen in Neue, vorher nicht erschienene Werke. Die Autoren lieferten Manuskripte für die sie entlohnt wurden, auch hier je bekannter ein Autor war umso mehr Geld konnte er vom Verleger verlangen. Ein Voltaire soll ja seine Bekanntheit durch eigene Produktion von Raubdrucken ja selbst gesteigert haben. Die Autoren störten sich also wenig an Raub-/Schwarzdrucken oder Graudrucken, für ihre Zwecke war der nur dienlich. Der Verleger hingegen hatte einen Schaden. Störend waren für den Autor allerdings Plagiate, Bücher mit dem gleichem Inhalt unter anderem Namen. Mit der Idee die Autoren auch noch am Umsatz zu beteiligen änderte sich die Situation ein weiteres Mal und unser heutiges Copyright entstand.
Fazit am Ende technische Neuerungen und soziale Veränderungen verändern Märkte, Schöpfungsprozesse und verlangen eine Anpassung des Rechtssystemes. Und für diese Anpassung steht das letzte Bild auf der Folie, dass Logo von Creative Commons als wohl bekannteste Lizenz zur Veröffentlichung kreativer Werke.

Heute gibt es das Internet und leistungsfähige Computer. Software (egal ob frei oder proprietär) zur Erstellung von Videos ist nahezu für jedermann verfügbar. An dieser Stelle habe ich das erste Video gezeigt um das aufzuzeigen. Ich habe bewußt einen nicht freien Film gewählt um auf die nächste Frage überleiten zu können.
Ein paar Worte zum gewähltem Film: Star Wars Revelation, der Film ist wie bereits erwähnt nicht frei, allerdings im Internet frei verfügbar. Frei aus vor allem einem Grunde nicht, er greift Handlungstränge, Gestalten, Umgebungen usw. aus einem anderem Werk auf. Im Jargon spricht man dann immer vom “Universum”, dieser Film spielt also im Universum von Star Wars. Derartige Werke werden als “Fan Fiction” bezeichnet und die rechtlich Situation in diesem Fall ist, dass der Schöpfer des Star Wars-Universum, die Macher dieser Filme gewähren läßt solange sie kein Geld für ihre Werke verlangen. Diese Gentlemen Agreement ist allerdings nirgendwo schriftlich niedergelegt, man kann aber beobachten, dass George Lucas ab und an, auf entsprechenden Plattformen, wie http://www.theforce.net anzutreffen ist und dort auch Kritiken zu den entsprechenden Werken abgibt.

Da der entsprechende Film ein nichtfreier Film ist, kommt natürlich die Frage auf was ist ein freier Film oder noch mehr was ist ein Open Source Film. Diese Frage habe ich mir vor einigen Jahren bereits im Presserummel um die Veröffentlichung des ersten Creative Commons Filmes “Route 66″ gestellt. Die Frage wurde mir allerdings erst sehr viel später beantwortet, als Tim Baumann im Zuge seiner Diplomarbeit in Zusammenarbeit mit der OSI, Ton Roosendaal und Schöpfern von Open Source Filmemachern wie Stefan Kluge und Solomon Rothmann eine Definition für Open Source Filme schuf. Sie umfaßt folgende Punkte:

  1. Die Lizenz des Filmes ist zugelassen für freie kulturelle Werke. Dies trifft insbesondere auf die Creative Commons Lizenzen by und by-sa zu.
  2. Die im Film verwendeten Materialien (Quellen) sind auch unter einer Lizenz verfügbar, die für freie kulturelle Werke zugelassen ist.
  3. Der Film und seine Quellen sind öffentlich über einen online Download beziehbar oder über andere Wege, die entweder kostenlos sind oder deren Kosten den Reproduktions- und Verbreitungskosten entsprechen.
  4. Die Quellen müssen mit Free/Open-Source-Software uneingeschränkt ansehbar und editierbar sein. Ist dies nicht der Fall, so muss gewährleistet sein, dass sie mit Free/Open-Source-Software in solch ein Format konvertiert werden können. Das Gleiche muss auch auf den Film selbst zutreffen.
  5. Es sollte möglich sein, den Film mit Hilfe der Quellen zu remontieren oder zu reproduzieren.

Weltraffer from nichtgedreht on Vimeo.

Hier folgte ein weiterer Videobeitrag um eine Überleitung zur Situation im Bereich freierer Filmwerke und Open Source Filme zu schaffen. Der gewählte Beitrag ist wiederherum ein nichtfreier Film. Im Zuge meiner Recherchen für die Nacht der freien Filme auf den Chemnitzer Linux-Tagen bin ich auf den Film Zeitraffer von http://nichtgedreht.de gestoßen. Ein “Brickfilm” der 2008 den Publikumspreis auf der Steinerei mit nach Hause genommen hat. Ich habe weil mir das Werk einfach zu gut gefallen hat kurzerhand Kontakt zu den Machern aufgenommen. Auf die Nachfrage, warum man nicht auf “freiere Lizenzen” setzt, erhielt ich zur Antwort “man habe da noch wirklich sich damit beschäftigt” und das obwohl die Macher des Filmes schon Ärger deswegen hatten. Sie haben ein Video zu einem Song produziert und hatten sogar das Einverständnis der Band dazu und die haben das Video auf ihrer Webpräsenz sogar weiterverbreitet. Das Plattenlabel der Band fand es allerdings weniger witzig. Fazit hier, den Kreativen sind die Chancen die sie mit der Veröffentlichung ihrer Werke unter freieren Lizenzen haben noch überhaupt nicht bewußt. Das bestätigen auch Aussagen im Gespräch mit Stefan Kluge vom VEB Film Leipzig.

Es folgte ein weiterer Videobeitrag mit dem eindeutig aufgezeigt werden sollte, dass es auch mit freien Lizenz möglich ist Geld zu verdienen. Es handelt sich dabei um ein Video namens “Animator vs. Animation“.

Alan Becker hat mit diesem Kurzfilm mehrere zehntausende Dollar nur durch die Einblendung von Werbebannern auf Webseiten verdient. Die Fortsetzung des Filmes “Animator vs. Animation II” wurde zur Exclusivveröffentlichung auf einer Videoplattform verkauft, auch hier gab es einige tausende Dollar dafür.
Nach diesem Film wurden einige andere Wege für die Geldschöpfung mit freien Filminhalten genannt. Diese Methoden stehen den freien Filmen nicht exclusiv zur Verfügung sondern werden auch in kommerziellen Filmen teilweise genutzt. Nicht eingegangen wird auf weitere Geschäftsmodelle, die eher der weiteren Verbreitung und dem “Markenaufbau” der/des Filmproduzenten dienen. Wie zum Beispiel Beilage zu Zeitschriften oder den Film als Werbung für seine Produktionsfirma zu veröffentlichen Beispiel: iRomance.

Sponsoring: das Filme durchaus das Konsumverhalten beeinflussen können, dürfte inzwischen bekannt sein. Das Australien einen deutlichen Anstieg des Tourismus nach der Veröffentlichung von Crocodile Dundee zu verzeichnen. So hat Tourism Western Australia 1 Million $ für Werbung rund um das Epos “Australia” ausgegeben. Ein ebensolcher Anstieg von Besuchern Neuseelands ist nach Lord of the Rings zu verzeichnen. Die Effekte könnten bei freien Filmen ein vielfaches mehr betragen, das die Verbreitung um ein vielfaches höher sein kann.

Crowd Financing: Crowd Financing ist das was die Blender Foundation bisher bei all ihren Filmen angewendet hat. Fans von Blender tragen durch die Vorfinanzierung zur Produktion des Filmes bei und erhalten im Gegenzug dafür als allererstes eine DVD mit dem Werk. Auch Energija Productions hinter der die Macher von Star Wreck in the Pirkening stecken, versucht auf diesem Wege durch den Verkauf von “War Bonds” die Produktionskosten von “Iron Sky” teilweise zu decken.

Donation: Auf der republica07 hat man sich noch über Stefan Kluge lustig gemacht, Spenden wären wohl kein Geschäftsmodell. Dem ist allerdings nicht so, dass Menschen denen etwas gegeben wird durchaus auch manchmal etwas zurückgeben, zeigt der VEB Film selbst, nach Veröffentlichung von Route66 kamen sehr schnell die ersten 5.000 Euro für den nächsten Film zusammen. Auch wenn man sich bei Jamendo einige Bands herauspickt und einfach mal die dort monatlich verzeichneten Spenden anschaut, wird einem klar, dass einige der bekannteren davon auch ihren Lebensuntheralt bestreiten können.

Product Placement: Wie bereits beim Sponsoring erwähnt, Filme können das Konsumverhalten beeinflussen. Ob nun Mutter Beimer in der Serie demonstrativ eine Marken-Nuß-Nougatcreme auf den Tisch stellt (obwohl Schleichwerbung gemäß Rundfunkstaatsvertrag eigentlich verboten ist) oder der Assistent von Sandra Bullock im “Proposal” die ersten 20 Minuten des Filmes mit dem Pappbecher einer bestimmten Kaffeeeinzelhandelsunternehmen oder Gibbs in Navy CIS demonstrativ immer nach einem Kaffee verlangt der ihm auch demonstrativ in der Tasse mit dem entsprechendem Logo serviert wird. Product Placement ist eine der effektivsten Werbeformen, dem Zuschauer wird suggeriert es sei normal ein bestimmtes Produkt zu konsumieren. Um ein wievielfaches höher kann dann diese Werbeform erst sein, bei einem Film der den Anschein hat von “normalen” Menschen gemacht wurde und der eine hohe Verbreitungszahl aufweisen wird? Übrigens wurde diese Werbeform schon in einem freien Film angewendet, in CH7 war demonstrativ ein Restaurant zu sehen, das man gratis benutzen durfte für die Dreharbeiten.

Versioning: Versioning dürfte in der Welt der freien Software eigentlich bekannt sein. Es gibt viele Softwareunternehmen, die eine Software als sogenannte Community- und als Enterpriseversion gegen Bezahlung bereitstellen. Das geht natürlich auch mit Filmen, eine kürzere oder Version in niedrigerer Auflösung gibt es umsonst, hochauflösend oder mit Bonus-Material gibt es gegen Bezahlung. Versionierung wird seit geraumer Zeit von der Filmindustrie für die Ankurbelung der DVD-Verkäufe angewandt, so befindet sich meist Bonus-Material auf den DVD wei Makingof etc. Auch das ist mit freien Filmen durchaus umsetzbar.

Sell it, Free it: Bei diesem Modell wird der Film anfangs nicht unter einer freien Lizenz veröffentlicht sondern erst nach erreichen des Geschäftszieles, sei es durch Absatz einer bestimmten Anzahl von DVD oder dem Erreichen einer gewissen Besucherzahl im Kino oder am Ende durch erreichen einer gewissen Laufzeit. Zum Beispiel 2 Jahre lang nur als Kaufversion, dannach frei.

Pay what u want: Bei diesem Geschäftsmodell darf der Konsument einfach frei wählen, wieviel er für das Produkt ausgeben möchte. Egal ob ein Grundpreis verlangt, der die Material- und Versandkosten deckt oder auch Kleinstsummen möglich sind, die den AUfwand nicht decken. Die Möglichkeit gegen Zahlung eines selbsgewählten Preises die Vollversion von World of Goo zu erwerben, ging ja auch ausreichend durch die Medien. Ähnlich bietet der VEB Film seine Produkte an, eine Fixsumme für den Versand der DVD ist vorgegeben. Die Erfahrung zeigt, dass die Konsumenten durchaus in der Masse gerechte Preise auch gegenüber dem Produzenten bezahlen.

Accesoring (Merchandizing): Merchandizing spielt auch in der proprietären Filmindustrie eine nicht unbedeutende Rolle. Die Rolle dieser Einnahmen wurde wohl dem oben bereits erwähnten George Lucas als erstem bewußt, so verschenkte er damals nahezu die Rechte am Film gegen die Zusicherung der Rechte an Merchandizing. Heute 30 Jahre später wird klar, dass er das größere Stück vom Kuchen bekommen hat. In den 30 Jahren wurden rund 30 Milliarden Dollar mit Star Wars Merchandizing-Artikeln umgesetzt. Dem gegenüber steht ein eher mageres Einspielergebnis von Star Wars: The Clone Wars von rund 70 Millionen, die Produktionskosten des Vorgängers betrugen rund 120 Millionen und man kann davon ausgehen, dass in etwa die gleiche Summe für Marketing aufgewendet wurde. In derartigen Filmen wie Big Buck Bunny steckt durchaus das Potential für Merchandizing Produkte. Bei Produktionen wie Route66 oder Valkaama kann es durchaus durch den Verkauf von Postern oder Soundtrack-CDs zur Ergänzung der Einnahmen dienen.

Nach diesem etwas längerem Ausflug in die Möglichkeiten der Finanzierung freier Filme, folgten zahlreiche Filme und Filmausschnitte um einen Überblick auf freie Filme/Open Source Filme im sogenannten programmfüllenden Sektor zu geben und die Frage zu klären, warum der Erfolg sich für diesen Sektor bisher nicht eingestellt hat. Gezeigt wurden:

Ein Auschnitt von “Route66 - ein amerikanischer Albtraum
Ein Auschnitt aus Valkaama
Ein Auschnitt aus CH7
und ein Chapter aus “Sita sings the Blues

Am Ende steht das Fazit, dass die Masse der bisher veröffentlichten Filme, nicht von vornherein als Open Source Filme geplant waren und die wirtschaftliche Planung trotz aller kreativer Freiheit die in diesem Filmen eine Rolle spielt, eine Rolle spielen muß um auch wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Der Bonusfaktor zu den ersten zu gehören, die einen solchen Film veröffentlicht haben ist langsam vorrüber. Ich hoffe, dass der Überblick, denn ich über das Thema geben wollte ausreichend ist. Am Ende ist es ein sehr komplexes Thema, welches man nur entweder auszugsweise im Überblick streifen kann oder mit sehr viel Zeitansatz vorstellen kann. Um auf zu zeigen, wie man mit derartigen Filmen Geld verdienen kann, muss man z.B erst einmal darstellen wie wird mit “normalen” Filmen Geld verdient.

Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, die Diplomarbeit von Tim Baumann steht hier zum download bereit, außerdem pflegt er die Wikipedia-Seiten zum Open Source Film, auf denen die wirklich wenigen Exemplare zu finden sind, die den Kriterien entsprechen. Fragen und Anregungen, wie immer in die Kommentare ;)

Linuxwochen – Vienna Calling

Vor einiger Zeit als die entsprechenden Veranstaltungen nach Beiträgen gerufen hatte ich ja schon einmal über die “Linux-Roadshow” in Österreich geschrieben. Nun ist die Tour im vollen Gange, nach dem Halt in Linz vom 15.-17. April, Graz am 24. April und Krems am 27. April folgt nun nächste Woche vom 6. bis zum 8. Mai Wien mit seiner Veranstaltung und der nächste Halt wird dann in Eisenstadt vom 28. - 29. Mai sein. Die Organisatoren der Wiener Veranstaltung haben nun ihr Vortragsprogramm veröffentlicht.  Das Vortragsprogramm umfaßt insgesamt 60 Vorträge in einer durchaus interessanten Mischung. Insgesamt finde ich die Veranstaltungsreihe der Linuxwochen interessant, allein die Idee in einem Zeitraum in möglichst allen großen Städten des Landes Veranstaltungen durchzuführen, hat etwas für sich. Aber auch bei den Veranstaltungsformen weicht man durchaus vom Standard ab. In Linz an der Kunstuniversität zum Beispiel stand das Ganze unter dem Motto “The Art of doing it together” und das Programm bestand ausschließlich aus Workshops. In Wien weicht man nunmehr auch vom sonst üblichen Standard ebenfalls ab, man führt die Veranstaltung nicht an einer Universität oder Fachhochschule durch. Die Veranstaltung wird wieder in einem der vielen Wiener Rathäuser stattfinden. Dort wird im wahrsten Sinne des Wortes der rote Teppich für Linux ausgerollt.

Ich werde nächste Woche alle drei Tage in Wien sein und bin natürlich auch im Programm vertreten. Bereits im vergangenen Jahr habe ich dort 2 Workshops im Programm gehabt und werde auf diese Art auch dieses Jahr vertreten sein. Ich werde mich mal wieder mit den Interessanten der Workshops kreativ austoben und gemeinsam mit ihnen versuchen Grafiken mit Gimp und Inkscape zu erstellen. Also wer Zeit und Lust hat, einfach nach Wien kommen. Der Eintritt zur Veranstaltung und zu tun Workshops ist kostenfrei.

Eine Chance für freie Filme

Seit einigen Jahren werden immer mehr kreative Inhalte unter Lizenzen wie den Creative Commons veröffentlicht. Während sich diese Lizenzen bei schriftlichen Inhalten oder Musik mehr und mehr durchsetzen, bleiben filmische Werke unter diesen rar. Inzwischen gab es auch die ein oder andere Veranstaltung, auf der freie Filme bzw. unter Creativ Commons lizensierte Filme gezeigt wurden. Aber die Auswahl zumindest was sogenannte programmfüllende Filme betrifft bleibt rar. Deshalb werden da immer wieder die gleichen Filme gezeigt, sei es nun CH7Route66, StarWreck in the Pirkening und neuerdings Valkaama.

Ist die Schöpfung von filmischen Werken als Open Source überhaupt möglich, was macht einen Film überhaupt zu Open Source und gibt es Möglichkeiten, mit derartigen Werken überhaupt Geld zu verdienen oder ist es chancenlos? Der Vortrag gibt einen Überblick über die Welt der freien Filme und zeigt Möglichkeiten der Finanzierung derartiger Projekte auf. Welche Arbeitsweisen und -methoden aus der Welt der freien Software sind überhaupt auf die Schaffung von Filmen übertragbar? Das sind eine Menge Fragen, die werde ich aber nicht hier sondern in ich werde versuchen diese in meinem Vortrag auf dem LinuxTag zu klären. Also wen das interessiert, der kann ja am Samstag den 12. Juni 2010 um 10.00 Uhr im Saal Berlin I auf dem LinuxTag vorbeischauen.

openPandora – der offene Spielehandheld

Wie ich im Kurzbericht über die Cebit geschrieben habe, hatten wir am Samstag die Gelegenheit einen Vortrag und ein Interview mit Michael Mrozek aus dem Entwicklerteam der Open Pandora zu machen. Beide Mitschnitte sind nun veröffentlicht. Hier geht es zum Vortragsmitschnitt über “Opensource auf Spielehandhelds” in dem es nicht nur um die Pandora geht, sondern auch um andere Spielehandhelds, die mit offenen Betriebssystemen funktionieren.  Michael war wirklich heiß umkämpft, nicht nur von Spielefans sondern auch von Journalisten. Aber wir hatten das Glück, dass er nach einem Interview im Pressezentrum nochmals zu uns gekommen ist und mit mir ein Ad-Hoc Interview geführt hat. Meine unsympatische Stimme ist also wieder einmal zu hören und zum Interview geht es hier.

Aber nun auch mal ein paar Dinge hier zur Pandora. Das ist wie bereits erwähnt ein community-driven entwickelter Spielehandheld, der derzeit leistungsstärkste auf dem Markt. Ich habe darauf wirklich jemanden Quake (was weiss ich für eine Version ich bin kein Zocker) flüssig darauf zocken sehen, aber auch ein komplettes Linux mit xfce lief darauf richtig zügig.

Hier einmal die Leistungsdaten:

* ARM® Cortex™-A8 600Mhz+ CPU mit Linux
* 430-MHz TMS320C64x+™ DSP Core
* PowerVR SGX OpenGL 2.0 ES kompatible 3D hardware
* 800×480 4.3″ 16.7 Millionen Farben Touchscreen LCD
* Wifi 802.11b/g & Hochgeschwindigkeits-USB Host
* Zwei SDHC Kartenslots & SVideo TV Ausgang
* Zwei analoge Controller und ein digitales DPad für Spiele
* 43 Tasten QWERTY und numerisches Keypad
* ca. 10+ Stunden Akkulaufzeit
* 256MB RAM und 512MB NAND-Speicher

Die Pandora ist wirklich ein kleiner PC, den Entwicklern ist hier genau das gelungen, was OpenMoko wohl vergeblich versucht hat.  Viele der Entwickler haben mit diesem Projekt Neuland betreten und so hat die Entwicklung zwar nur wenig Zeit in Anspruch genommen, aber die ersten Seriengeräte werden erst in nächster Zeit ausgeliefert. Auf den Seiten der Pandora kann man auch genau sehen, wann das sein wird und bekommt einen kleinen Einblick, welche Schritte doch so alle nötig sind. Alles in allem ein sehr interessantes Projekt und nach der Auslieferung der ersten Seriengeräte, wird es wohl auf jeden Fall eine weitere Bestellrunde geben.