Ein neues Update, 50 Fixes an der Zahl … alle kleinerer Natur. Wer WP kennt und deren Informationspolitik, wird wohl dieses Update umgehend aufspielen und keineswegs auf die lange Bank schieben …
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Ein neues Update, 50 Fixes an der Zahl … alle kleinerer Natur. Wer WP kennt und deren Informationspolitik, wird wohl dieses Update umgehend aufspielen und keineswegs auf die lange Bank schieben …
So schreibt heise, erwähnt aber auch nebenbei die Bedenken der britischen Bürgerrechtler. Fefe hingegen sieht nur «die Vorverurteilung» der Medien, nicht aber die massiven Bedenken rund um den Globus. «Daher sei es unwahrscheinlich, dass Google eine erhebliche Menge persönlicher Daten gesammelt habe.», laut «Stichproben» der ICO. D.h. man vermutet nur. Ehrlich gesagt eine Vorverurteilung ist natürlich bullcrap in Reinkultur, vice versa eine Entwarnung ebenso. Und was ist die ICO? «The Information Commissioner’s Office in the United Kingdom, is a non-departmental public body which reports directly to Parliament and is sponsored by the Ministry of Justice.» Also ich weiß nicht, dieser Verein ist zwar unabhängig von der Regierung und dennoch regierungsnah, wird aber von der Königin eingesetzt. Aber um hierauf eine Entwarnung auszusprechen, müßte ich wohl folglich auch den Empfehlungen des Bundesinnenministeriums lauschen. Die ICO hatte schon anno 2009 grünes Licht für Streetview begeben, ebenfalls auf der Grundlage von Mutmaßungen: «Google’s Street View technology carries a small risk of privacy invasion but should not be stopped, the UK’s Information Commissioner has ruled.» Und in einem Land, welches die höchste Kameradichte beherbergt und auf die Privatsphäre ansonsten mehr oder weniger pfeift, da ist diese Aussage auch sicherlich korrekt, aber was hat dies mit uns zu tun? Das müßte mir Fefe einmal erklären. Die ICO ist eine «unabhängige» Relativierungsbehörde, die größtenteils einzig Persilscheine ausstellt.
Dies las ich gerade bei fefe, irgendwelche CDU-Politiker mußten auch noch ihren Senf beisteuern. Welche Schlüsse kann man denn aus der bisherigen «Strategie» ziehen? Ja genau, so nicht! Zu jenem Schluß kam man aber auch schon vor Jahren, trotz nur spärlicher Informationen. Übrigens kommt man auch zu jenem Schluß, betrachtet man denn die «militärischen Erfolge» der USA in der Geschichte dieser Nation. Wenns nicht so traurig wäre, könnte man tatsächlich drüber lachen … Ist dies denn tatsächlich so? Was haben wir denn hier feines? Nun im Moment ereifern sich diverse Blogger und Netcitizens an dem «Wikileaks-Coup». Viele strenggeheime Frontberichte werden da feilgeboten, die uns vor allem eines zeigen: der Krieg ist tatsächlich ein Krieg, kein Polizeieinsatz, kein Blitzkrieg, Blumenfeldzug etc. pp. Da sterben Soldaten, Zivilisten, das alles ist brutal, da werden Fehlentscheidungen getroffen, Krieg eben. Krieg den ich pauschal verabscheue, Krieg den ich eben nicht zu relativieren vermag. Anders die Medien, diese verkauften uns den Krieg noch für Jahre als Notwendigkeit, als Polizeieinsatz, als humanitärer Einsatz und verdingten sich damit als willige Steigbügelhalter opportuner Regierungen. Jetzt, nachdem diese Daten offen gelegt wurden, schreit der gemeine Netcitizen nach diesen zuvor gescholtenen Medien, eine Expertise möchte man sehen und zwar von jenen «Experten», denen man ansonsten nicht einmal zutraut, daß diese sich alleine die Schuhe zubinden können. Da wird plötzlich die tagesschau als Markstein für Qualität erkoren, ob der Erwähnung von Wikileaks. Welch «Nobilitierung», zuvor als fleischgewordene Propaganda-Maschinerie verschrien, nun wieder fit genug um ultrageheime Frontberichte mundgerecht fürs geifernde Volks zu analysieren. Auch Microsoft erlangte anno tobak «echte Größe», nachdem die Tagesschau mittels Erwähnung von Windows 95 diesen Konzern adelte. q.e.d. Vor Jahren las ich Frontberichte im Rahmen des Studiums, erster und zweiter Weltkrieg. Résumé: einmal mehr konnte ich die Schrecken eines Krieges erahnen, mehr aber auch nicht. Darüber hinaus fehlten mir die nötigen Detailkenntnisse der Profis, die sich für Jahre nur mit dieser Materie beschäftigten. Und diese beschäftigen sich dann auch nur mit einem Detailaspekt, welcher u.U. mehrjährigen Dissertationen dient oder gleich zur Lebensaufgabe mutiert. Sicherlich werden das einige Journalisten stante pede abarbeiten und uns wöchentlich, wenn nicht gar täglich, mit aufgebauschten «Nichtigkeiten» heimsuchen. Wohlan, wem es gefällt. Vielleicht sollten wir die Berge menschlichen Wissens insgesamt als geheim deklarieren? Man stelle sich nur die Legionen von Wissbegierigen vor, die sich auf diese stürzen würden. Was aber bekannt ist, profan nahezu überall zugänglich ist, ist langweilig. Insofern verschließt sich das Gros der Menschen, zumindest in unseren Breitengraden, diesem Wissen nur allzugerne. Wissen welches u.U. dazu dienen könnte darauf aufbauende Informationen überhaupt verstehen zu können. Von daher sieht man eines: befreite Informationen, wie in diesem Fall, sind nicht die halbe Miete, sie sind tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs. Das Gros der Informationen umgibt uns längst, liegt jedoch brach, ob fehlender Bildung unsererseits. Ich hoffe, daß Assange erwachsen wird, nicht dem Größenwahn eines Michael Moore erliegt und Wikileaks tatsächlich als Mittel zum Zweck sieht, als Plattform, Netzwerk für Whistleblower, als Korrektiv neben anderen. Ich hoffe ebenso, daß dank dieses «Coups» der Rubel rollt und Wikileaks eine feste Basis erhält, um sich zukünftig tatsächlicher Brisanz in kleinem und großem Rahmen widmen zu können. Auch Wikitrivia-Jimbo mußte diesen Kreuzweg gehen und sein Baby ist noch lange nicht am Ziel angelangt. Vielleicht klappt es auch noch irgendwie mit diesem deutschen Netzvolk, vielleicht findet dieses nach vielen Irrungen und Wirrungen seinen Platz in dieser Gesellschaft, als Korrektiv mitunter. So aber schauen wir abermals nur Leute ohne Plan, die wiederholt Medien empor heben oder in den Abgrund stürzen, ganz wie es dem eigenen Gusto schmeichelt. ![]() Ich habe es mir abgewöhnt die «Piraten» Piraten zu nennen, da ich letztere spätestens seit Stevensons «Schatzinsel» recht cool finde und diese Fazination mit jenen fleischgewordnenen Jecken nicht viel gemein hat. Drum nutze ich für jene vornehmlich die Bezeichnung Likedeeler, von Kontext und Habitus her ohnehin die adäquatere Bezeichnung meiner Meinung nach. Ich will hier auch gar nicht tief auf die Strukturen oder das Anliegen jener Leute eingehen, das Netz genießt dort Priorität, Dinge der «realen Welt» werden mehr oder weniger ignoriert oder beiläufig eingeflochten. Ein Funken Wahrheit ist immer auffindbar, so auch bei jener «These»: «Gesetze der realen Welt dürften nicht einfach auf das Netz angewendet werden.» Logisch ist dies wohl, ein wenig Finetuning tut immer Not, aber allgemein paßt es.
Weitaus problematischer ist es, dem Netz eine Sonderrolle zuzuschreiben, in welcher Ausnahmen zu gelten haben, da alles irgendwie anders sei. So jedenfalls argumentiert der Staat, das BKA, der BDA und diverse andere, die in diesem Netz die Büchse der Pandora schauen. Nun diese Likedeeler forcieren diese Art von Sonderrolle für das Netz schon seit Anbeginn ihrer Existenz, nun zementierte man dieses Anliegen anhand von 10 «Thesen». Die erwähnte Sonderrolle des «Netzes» wird da herausgestellt, auch daß dieses Netz oberste Priorität in der Politik genießen solle und man entblödet sich selbst nicht den Begriff «Kostenloskultur» für das eigenen Anliegen zu gebrauchen. Nun ja oberste Priorität in einem Staat sollte nie ein Medium genießen, daß ist elitärer Nonsense einer «Minderheit», sondern Bildung und Soziales. Im Rahmen dieser genannten Dinge kann man sich dann auch Gedanken um etwaige sekundären Bereiche machen, die der Durchsetzung gewisser Ziele dienlich sind. Das Netz genießt leider heute schon auch in der Rechtsprechung eine Art Sonderrolle, wenn koschere Geflogenheiten des Alltags plötzlich zum Nachteil der virtuellen Nutzers gereichen und drakonisch geahndet werden. Ist es da nicht etwas sinnbefreit diese Sonderrolle noch zu präzisieren? Sollte man nicht eher auf obiges von mir erwähntes Finetuning pochen und das Netz als dem Alltag zugehörig betrachten, als Normalität? «Das Netz ist der Schlüssel zum Abwenden der Katastrophe.» zeigt die Realitätsferne diverser Technokraten, mir wird Angst und Bange müßte sich denn die Menschheit auf derlei «geballte Kompetenz» verlassen. Ich bevorzuge die goldene Mitte, mit einem kleinen Anteil dieser «Kompetenz» für Detailfragen. Für menschliche Belange hingegen bedarf es anderer Kompetenzen. Allenfalls tut eine techn.-geisteswissenschaftliche Grundbildung Not, womit wir wieder bei den genannten Kernkompetenzen wären: Bildung und Soziales. Diese Aussage erinnert mich übrigens an die Technikhörigkeit der 50er und 60er Jahre, dort glaubte man auch mit dem Fortschritt per se und der Atomenergie insbesondere könne man alles bewältigen — das Gegenteil ist der Fall, wir bezahlen heutzutage die Zeche für diese Scheuklappenmentalität. Joseph Weizenbaum drückte es treffend für den Computer aus und dies paßt auch für dieses «Netz», für welches er selbst weniger schmeichelnde Worte übrig hatte: «Der meiste Schaden, den der Computer potenziell zur Folge haben könnte, hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder nicht kann, als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem Computer zuschreibt.» ![]() Wenn es also in diesen 10 Thesen heißt: «Das Netz braucht keine neuen Straf– und Sicherheitsgesetze.», dann ist dies korrekt. Vice versa jedoch benötigt das «Netz» auch keine Sonderrolle, keine «Seligsprechung», keine Forcierung a la primus inter pares, die Forderung danach ist schlicht infantil und kontraproduktiv. Man arbeitet damit jenen in die Hände, die dem «Netz» ob biederer Absichten eine Sonderrolle zuschreiben möchten, um dieses «Netz» als staatlich kontrolliertes Habitat zu installieren. Treffer, versenkt — wieder einmal ein Eigentor für diese Likedeeler …
Gert Metternich, Projektleiter der Telekom in der FR Von staatlich überprüften Sicherheitsstandards ist da die Rede, von Unbedenklichkeit und auch im Bundesinnenminsterium weiß man darüber Bescheid. Nun das große Problem, daß Bürger mit dieser Art von Mail hat, ist doch u.a. das fehlende Vertrauen gegenüber dem Staat, von der Telekom ganz zu schweigen. Darüber hinaus existieren sichere Mails schon lange, man nutzt für diese beispielsweise PGP/GPG zur Verschlüsselung und bei diesen wird nichts zwischendurch entschlüsselt. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser und eben diese Kontrolle gibt man bei Nutzung diese Absurdität leichtfertig auf. Insbesondere Firmen wären gut beraten auf derlei Kommunikation wenn möglich zu verzichten.
So Merkel laut heise in Anbetracht der heutigen Omnipräsenz von Inhalten. Außerhalb der DDR, war dieses mediale Spektrum doch schon ein gänzlich anderes, insofern mußte man hier nicht wirklich von 0 auf 100 beschleunigen, um adäquat Schritt halten zu können. Vielmehr genügte ein genügsames, jedoch stetiges Interesse an aktuellen Veränderungen. Übte man sich jedoch in Ignoranz, für einen Politiker mehr als sträflich, darf man auch heutzutage die Zeche bezahlen und versucht vergeblich Anschluß zu finden. Die westlichen Staaten, sind da en detail aber schon ein gutes Stück weiter. Deutschland ist leider wie in vielen Bereichen nur Schlußlicht und dies mitunter ob oktroyierten «DDR-Müßiggangs». Bei Gott, ich bin wirklich nicht der Überzeugung, daß West-Deutschland jemals ein Hort der Glückseligkeit war, aber ich bin es auch leid mir von Merkel stetig Dinge erzählen zu lassen, die wir hier zumindest seit der Kindheit erfahren durften. Wir verausgabten uns nicht und wir können auch mithalten. Wenn Frau Merkel sich überfordert sieht, soll sie zurücktreten wie usus heutzutage — das Volk wird es ihr danken.
Was aber gewann man tatsächlich? Heutige Demokratien definieren sich seitens einer massiven Delegation, die Entscheidungsgewalt des Einzelnen wurde — notwendigerweise — abstrahiert. Abstrahiert bis zu einem Punkt des profanen Ankreuzens am Wahltag unter der Prämisse sich zuvor eingehend informiert zu haben. Derart präsentiert sich das Gros des heutigen Volkes. Mit dieser vollzogenen Abstraktion ging jedoch eine Zäsur einher, welche Volk zum zahnlosen Papiertiger verkommen ließ — man könnte schon beinahe vermeinen oligarchische Strukturen zu schauen. Notwendig ist eine gewisse Abstraktion sicherlich, nicht alle können gleichsam partizipieren. Kommunen, Länder und der Bund sind hierzulande der einzig gangbare Weg hin zu einer volksnahen Demokratie — der sogenannten direkten Demokratie1 . Während auf kommunaler Ebene zumindest noch wenige um ihre Möglichkeiten wissen, ist es auf Länderebene oder gar Bundesebene eher schlecht als recht bestellt. Der Bürger hat in der Regel nur begrenzten Einfluß auf die zur Wahl stehenden Parteien, kann sich allenfalls mittels Petitionen Gehör verschaffen, Abgeordnete ansprechen etc. pp. — aber alles mehr gemäß «Hallo, wir das Volk möchten auch mal etwas sagen.» Daß man darüber hinaus jedoch heutzutage häufig die biedermeiersche «Defensive» bevorzugt und nicht einmal mehr die Möglichkeiten der direkten Mitarbeit in Parteien oder Bürgerrechtsorgansisationen nutzt läßt tief blicken — zumindest das Jammertal der Deutschen Parteilandschaft geht gerade so noch als Entschuldigung durch. Eine gelebte Demokratie bedarf der aktiven Mitarbeit — nicht nur des ausgiebigen Zeterns. Und diese Mitarbeit kostet Zeit, Zeit die man nicht mittels weiterer Delegationen kompensieren darf, sonst besteht die Gefahr in völliger Unmündigkeit zu enden, in einer diktierten Demokratie und Freiheit zu verweilen, wie wir diese mehr und mehr erfahren in diesen Zeiten. Per aspera ad astra oder wie des Deutschen Liebling Angela Merkel einst kündete: Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Und dies sollten wir uns immer vergegenwärtigen … Bild: Demos gekrönt von Demokratie
![]() Dies las ich in puncto Anglizismen, zu gut Deutsch: die Eindeutschung englischen Vokabulars, mitunter noch in einem völlig falschen Kontext etc. Gruselig wäre es — okay zu mancherlei Zeiten empfand ich es ebenso, auch ging ich gewiß auf die Barrikaden bei konsequenter Kleinschreibung im Netz oder wenn jemand meinte SCHREIEN ZU MÜSSEN, NUR UM DIE AUFMERKSAMKEIT AUF SICH ZU ZIEHEN. Mitunter fand und finde ich es jedoch auch weitaus gruseliger diese «Grammatik-Nazis» im Netz zu beobachten, die da meinen anstatt einer Antwort, eine grammatikalische Korrektur zum Besten geben zu müssen. Jeder halt nach seiner Facon, insbesondere bei einem derart dynamischen und dem Zeitgeist unterworfenem Gebiet, wie der Sprache. Natürlich existieren Konventionen, dies schreibt man so, die Interpunktion lautet derart und gut ist. Aber wie schon erwähnt, Sprache hatte immer schon eine Eigendynamik und das seit Jahrtausenden. Der habilitiere Korinthenkacker kann dies zwar mit gekonnter Lobbyarbeit gesetzlich verankern, doch Sprache kann er nie der Dynamik berauben und das ist gut so.
Unsere Sprache, die wir heute vollmundig als Deutsch oder gar gerne als gutes Deutsch bezeichen ist nicht mehr als eine Schnittmenge, hervorgegangen aus der germanischen Sprachfamilie, der z.B. auch das Englische angehört. Lehnwörter die heute noch als solche zu erkennen sind, stammen u.a. aus dem Jiddischen, dem Hebräischen, dem Arabischen, dem Lateinischen usw. Aus jüngeren Zeiten stammen viele französische Lehnwörter und aus jüngster Zeit die vielgescholtenen englischen Lehnwörter, gemeinhin als Denglisch verschrien. Derart funktioniert jede Sprache und man unterteilt sie deshalb auch geschickter in Sprachfamilien, fernab nationaler Eigenheiten, die nicht wuchsen, sondern defintionstechnisch aufgesetzt wurden. Das ganze Netz ist voll von Stilblüten, mit denen die Menschen da draußen im sogenannten Reallife meist gar nichts anfangen können, selbst hochgeistiges «Gefasel» bedient sich oft neuer Konstruktionen im Satzbau, die ihresgleichen da draußen suchen. Bei der Jugend ist es hipp englisches Vokabular in ihre Muttersprache einzuflechten, die alten Säcke geben Latein oder gar Altgriechisch zum Besten, zum guten Ton gehört es gar Sätze mit französischen Lehnwörtern zu garnieren und last not least bleiben die über, denen jedes Fremdwort schon zu fremd ist und eine Vergewaltigung ihrer deutschen Muttersprache darin sehen. Ein Greuel, wie dieses gossenhafte Vokabular die deutsche Sprache verunstaltet. Who cares? Im Saarland benennt man oftmals den Geldbeutel Portemonnaie oder tat dies noch in meiner Kindheit häufig bzw. Trottoir für den Bürgersteig. Gerne nutze ich jiddische Begriffe, ebenso seit meiner Kindheit, wie z.B. meschugge, koscher usw. Bzw. wer kennt nicht den Begriff Ganove, der dem Jiddischen entstammt? Sprache ist Vielfalt, ist Kultur, ist dynamisch und ist dem Zeitgeist unterworfen. Sprache ist letztendlich auch Gefühl und eine Synthetisierung ist letztendlich nur ein Zerrbild eines gewachsenen Gebildes. Wie die Sprache sich in Zukunft gestaltet, das wird die Zeit zeigen, keinesfalls ein Duden oder ein von Lobbyismus durchtränkter Staatsapparat der dem Volk «Reformen» unterjubeln möchte. Was Sprache im öffentlichen Verkehr ist, das entscheidet man von oben — was Sprache im persönlichen Gebrauch darstellt, das sollte der eigene Geist entscheiden. Das soll kein argumentativer Freibrief für «Faulheitssprache» sein, denn Sprache im persönlichen Gebrauch sollte auch das Gegenüber berücksichtigen und respektieren. Dabei darf man aber nicht vergessen, das dies keine Einbahnstraße darstellt, der Respekt beruht auf Gegenseitigkeit … da darf der eine verdenglischen und der andere frei Schnauze latinisieren. Fazit, was wäre das Netz heute ohne seine hybschen Sprachverzerrungen, die doch so vom konservativen geprägten Sprachgebrauch abweichen? Ein Ort der Langeweile, keine Alternative zum Leben da draußen und auch die Welt da draußen, dieses Reallife, muß nicht derart trist verharren. Ein wenig couleur kann auch dort nicht schaden, nicht nur die Gedanken sind frei, auch die Sprache ist es und wir sollten diese doch nicht versuchen einzusperren, sondern vehement gegen Sprachdiktatur verteidigen — ich glaube das ist Mensch der Sprache schuldig. Und der eine mag halt kritisieren/ignorieren, der andere überläßt anfallende Fehler zum freien Gebrauch — das sind halt die kleinen Nettigkeiten des Netzes, rein oberflächlicher Natur. Bild: F!XMBR/akephalos ![]() Was ist Bloggen? Nun abseits der semantischen Analyse, die da von einer Art Kreuzung aus Tagebuch und WWW spricht, ist ein Weblog schlicht ein Tagebuch. Aber Moment, ist ein Tagebuch nicht diese oldschool Angelegenheit? Privates zu Papier gebracht, vor den Augen der Welt verborgen? Kurzum also ein Widerspruch in sich? Denn wie könnte man ein privates Tagebuch in dieses WWW transferieren? Nun als erstes muss man Begrifflichkeiten trennen, sprechen eingeschworene Nerds von «Tagebüchern» meinen diese tatsächlich Poesiealben bzw. degradieren ob Unverständnis Tagebücher zu trivialen Anhäufungen irgendwelcher Intimitäten, cat content eben. Doch dem ist nicht so. Ein Tagebuch bietet Erlebtes feil, formuliert Gedanken aus, ist ein Spiegel dessen was den Schreibenden bewegt. Ein omnipotenter Anspruch, welcher jedem Raum en masse reserviert. Ein Novum stellt mitunter die zeitnahe und vor allem erwünschte Öffentlichkeit dar, ermöglicht durch dieses WWW. «Gelogen», beschönigt wird traditionell im Privaten, als auch im öffentlichen Raum — von daher nehmen sich beide Darbietungen nicht viel. Allenfalls diktiert die zusätzlich gewonnene Öffentlichkeit ein Plus an etwaiger Zurückhaltung, gegenüber dem schon vorhandenem Diktat seitens des Egos. Bloggen ist also nichts neues, Bloggen kann alles sein — nur die eigene Fantasie setzt Grenzen. Man muss sich also nicht eines Begriffes wie Tagebuch schämen, große Frauen und Männer verfassten diese im Laufe der Geschichte und hinterließen somit nachfolgenden Generationen teils unschätzbare kulturhistorische Einblicke oder dem eigenen Nachfahren Aufschluß bezüglich dem eigenen Tun und Handeln. Wenn also Oscar Wilde schreibt: «Das Gedächtnis ist das Tagebuch, das wir immer mit uns herumtragen.», so gilt dies vice versa ebenso für diese mittels Papier oder Virtualität transportierten Worte — eine Vielfalt des Geistes eben, welche genutzt werden sollte. Insofern ende ich mit den Worten eines bekannten Tagebuch-Verfassers: «Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn, indes ihr Komplimente drechselt, kann etwas Nützliches geschehn.» 1 Bild: akephalos
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