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Von Oliver Herold, am 28.07.2010

Ist dies denn tatsächlich so? Was haben wir denn hier feines? Nun im Moment ereifern sich diverse Blogger und Netcitizens an dem «Wikileaks-Coup». Viele strenggeheime Frontberichte werden da feilgeboten, die uns vor allem eines zeigen: der Krieg ist tatsächlich ein Krieg, kein Polizeieinsatz, kein Blitzkrieg, Blumenfeldzug etc. pp. Da sterben Soldaten, Zivilisten, das alles ist brutal, da werden Fehlentscheidungen getroffen, Krieg eben. Krieg den ich pauschal verabscheue, Krieg den ich eben nicht zu relativieren vermag.
Anders die Medien, diese verkauften uns den Krieg noch für Jahre als Notwendigkeit, als Polizeieinsatz, als humanitärer Einsatz und verdingten sich damit als willige Steigbügelhalter opportuner Regierungen. Jetzt, nachdem diese Daten offen gelegt wurden, schreit der gemeine Netcitizen nach diesen zuvor gescholtenen Medien, eine Expertise möchte man sehen und zwar von jenen «Experten», denen man ansonsten nicht einmal zutraut, daß diese sich alleine die Schuhe zubinden können. Da wird plötzlich die tagesschau als Markstein für Qualität erkoren, ob der Erwähnung von Wikileaks. Welch «Nobilitierung», zuvor als fleischgewordene Propaganda-Maschinerie verschrien, nun wieder fit genug um ultrageheime Frontberichte mundgerecht fürs geifernde Volks zu analysieren. Auch Microsoft erlangte anno tobak «echte Größe», nachdem die Tagesschau mittels Erwähnung von Windows 95 diesen Konzern adelte. q.e.d.
Vor Jahren las ich Frontberichte im Rahmen des Studiums, erster und zweiter Weltkrieg. Résumé: einmal mehr konnte ich die Schrecken eines Krieges erahnen, mehr aber auch nicht. Darüber hinaus fehlten mir die nötigen Detailkenntnisse der Profis, die sich für Jahre nur mit dieser Materie beschäftigten. Und diese beschäftigen sich dann auch nur mit einem Detailaspekt, welcher u.U. mehrjährigen Dissertationen dient oder gleich zur Lebensaufgabe mutiert. Sicherlich werden das einige Journalisten stante pede abarbeiten und uns wöchentlich, wenn nicht gar täglich, mit aufgebauschten «Nichtigkeiten» heimsuchen. Wohlan, wem es gefällt.
Vielleicht sollten wir die Berge menschlichen Wissens insgesamt als geheim deklarieren? Man stelle sich nur die Legionen von Wissbegierigen vor, die sich auf diese stürzen würden. Was aber bekannt ist, profan nahezu überall zugänglich ist, ist langweilig. Insofern verschließt sich das Gros der Menschen, zumindest in unseren Breitengraden, diesem Wissen nur allzugerne. Wissen welches u.U. dazu dienen könnte darauf aufbauende Informationen überhaupt verstehen zu können. Von daher sieht man eines: befreite Informationen, wie in diesem Fall, sind nicht die halbe Miete, sie sind tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs. Das Gros der Informationen umgibt uns längst, liegt jedoch brach, ob fehlender Bildung unsererseits.
Ich hoffe, daß Assange erwachsen wird, nicht dem Größenwahn eines Michael Moore erliegt und Wikileaks tatsächlich als Mittel zum Zweck sieht, als Plattform, Netzwerk für Whistleblower, als Korrektiv neben anderen. Ich hoffe ebenso, daß dank dieses «Coups» der Rubel rollt und Wikileaks eine feste Basis erhält, um sich zukünftig tatsächlicher Brisanz in kleinem und großem Rahmen widmen zu können. Auch Wikitrivia-Jimbo mußte diesen Kreuzweg gehen und sein Baby ist noch lange nicht am Ziel angelangt.
Vielleicht klappt es auch noch irgendwie mit diesem deutschen Netzvolk, vielleicht findet dieses nach vielen Irrungen und Wirrungen seinen Platz in dieser Gesellschaft, als Korrektiv mitunter. So aber schauen wir abermals nur Leute ohne Plan, die wiederholt Medien empor heben oder in den Abgrund stürzen, ganz wie es dem eigenen Gusto schmeichelt.
Bild: Flickr, Creative Commons 
 Foto: F!XMBR
Noch während der Tragödie von Duisburg machte ein Kommentar unter einem älteren Artikel auf derWesten.de die Runde. Thomas Lückerath hatte ihn in einer «zufälligen» Recherche ausgegraben – hier beschreibt er, wie er darauf gestoßen ist und welche Kreise sein Screenshot zog. Nicht nur dieser eine Kommentar, mehrere Befürchtungen, die vor der Loveparade im Netz geäußert wurden, sind mittlerweile zum Teil der Berichterstattung geworden. Vielleicht sollte die Medien, namentlich die WAZ, die BILD und der WDR, einmal in das eigene Archiv schauen. Die taz hat einen wunderbaren Artikel veröffentlicht, dass die Loveparade auch auf Druck der Medien nach Duisburg geholt werden «musste»:
Die Presse machte mächtig Druck. «Warum darf die Loveparade 2010 nicht ausfallen?», fragte die Bild in ihrer Ruhrgebietsausgabe […] Als führende Regionalzeitung legte sich auch die Westdeutsche Allgemeine (WAZ) ins Zeug. Würde die Loveparade von der Duisburger Stadtverwaltung um CDU-Oberbürgermeister Adolf Sauerland «ausgerechnet im Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt wieder abgeblasen, wäre es peinlich für das Revier» […] Ganz groß stieg dieses Mal auch der WDR mit ein, dem die WAZ nach der Loveparade in Essen 2007 noch vorgeworfen hatte, «das Riesending vor seiner Haustür schüchtern zu verstecken». Auch der WDR-Jugendsender 1Live trommelte tagelang für die Party in Duisburg.
Es muss also nicht nur nach der Verantwortung innerhalb des Duisburger Rathauses und den Organisatoren der Loveparade gefragt werden, sondern auch nach der Verantwortung der WAZ, der BILD und des WDR.
Doch darum soll es in diesem Artikel nur sekundär gehen. Bei der WAZ, respektive der Online-Ausgabe, dem Westen, ist offensichtlich «Großreinemachen angesagt». Eingangs erwähnter Kommentar ist nicht mehr online zu finden, da der komplette Artikel gelöscht wurde.
 Screenshot: derWesten.de
Über etwaige Gründe ließe sich nun vortrefflich spekulieren und streiten. Im Googlecache ist der Artikel noch erreichbar, wer sich den Artikel also noch einmal inklusive Kommentare durchlesen möchte, hier entlang.
 Screenshot: Googlecache, derWesten.de
Lieber derWesten.de: warum wurde der Artikel gelöscht?
Update: derWesten hat sich gemeldet. Ich zitiere:
Wir haben aktuell einige technische Probleme, weshalb Artikel im Netz kurzzeitig nicht angezeigt werden. Wir arbeiten aber daran, damit die Texte vollständig wieder zu sehen sind. Dieser häufig zitierte Text ist zum Beispiel wieder in seiner Ursprungsfassung samt aller Kommentare auffindbar.
Es fällt mir schwer, an technische Probleme zu glauben – da es nur Artikel zur Loveparade betrifft. Und den Link den man mir per Mail mitgeteilt hat, ist nicht der, um den es im obigen Artikel ging.
Update 2: Der Artikel ist wieder kpl. online. 
Von Oliver Herold, am 27.07.2010
Ist dies denn tatsächlich so? Was haben wir denn hier feines? Nun im Moment ereifern sich diverse Blogger und Netcitizens an dem «Wikileaks-Coup». Viele strenggeheime Frontberichte werden da feilgeboten, die uns vor allem eines zeigen: der Krieg ist tatsächlich ein Krieg, kein Polizeieinsatz, kein Blitzkrieg, Blumenfeldzug etc. pp. Da sterben Soldaten, Zivilisten, das alles ist brutal, da werden Fehlentscheidungen getroffen, Krieg eben. Krieg den ich pauschal verabscheue, Krieg den ich eben nicht zu relativieren vermag.
Anders die Medien, diese verkauften uns den Krieg noch für Jahre als Notwendigkeit, als Polizeieinsatz, als humanitärer Einsatz und verdingten sich damit als willige Steigbügelhalter opportuner Regierungen. Jetzt, nachdem diese Daten offen gelegt wurden, schreit der gemeine Netcitizen nach diesen zuvor gescholtenen Medien, eine Expertise möchte man sehen und zwar von jenen «Experten», denen man ansonsten nicht einmal zutraut, daß diese sich alleine die Schuhe zubinden können. Da wird plötzlich die tagesschau als Markstein für Qualität erkoren, ob der Erwähnung von Wikileaks. Welch «Nobilitierung», zuvor als fleischgewordene Propaganda-Maschinerie verschrien, nun wieder fit genug um ultrageheime Frontberichte mundgerecht fürs geifernde Volks zu analysieren. Auch Microsoft erlangte anno tobak «echte Größe», nachdem die Tagesschau mittels Erwähnung von Windows 95 diesen Konzern adelte. q.e.d.
Vor Jahren las ich Frontberichte im Rahmen des Studiums, erster und zweiter Weltkrieg. Résumé: einmal mehr konnte ich die Schrecken eines Krieges erahnen, mehr aber auch nicht. Darüber hinaus fehlten mir die nötigen Detailkenntnisse der Profis, die sich für Jahre nur mit dieser Materie beschäftigten. Und diese beschäftigen sich dann auch nur mit einem Detailaspekt, welcher u.U. mehrjährigen Dissertationen dient oder gleich zur Lebensaufgabe mutiert. Sicherlich werden das einige Journalisten stante pede abarbeiten und uns wöchentlich, wenn nicht gar täglich, mit aufgebauschten «Nichtigkeiten» heimsuchen. Wohlan, wem es gefällt.
Vielleicht sollten wir die Berge menschlichen Wissens insgesamt als geheim deklarieren? Man stelle sich nur die Legionen von Wissbegierigen vor, die sich auf diese stürzen würden. Was aber bekannt ist, profan nahezu überall zugänglich ist, ist langweilig. Insofern verschließt sich das Gros der Menschen, zumindest in unseren Breitengraden, diesem Wissen nur allzugerne. Wissen welches u.U. dazu dienen könnte darauf aufbauende Informationen überhaupt verstehen zu können. Von daher sieht man eines: befreite Informationen, wie in diesem Fall, sind nicht die halbe Miete, sie sind tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs. Das Gros der Informationen umgibt uns längst, liegt jedoch brach, ob fehlender Bildung unsererseits.
Ich hoffe, daß Assange erwachsen wird, nicht dem Größenwahn eines Michael Moore erliegt und Wikileaks tatsächlich als Mittel zum Zweck sieht, als Plattform, Netzwerk für Whistleblower, als Korrektiv neben anderen. Ich hoffe ebenso, daß dank dieses «Coups» der Rubel rollt und Wikileaks eine feste Basis erhält, um sich zukünftig tatsächlicher Brisanz in kleinem und großem Rahmen widmen zu können. Auch Wikitrivia-Jimbo mußte diesen Kreuzweg gehen und sein Baby ist noch lange nicht am Ziel angelangt.
Vielleicht klappt es auch noch irgendwie mit diesem deutschen Netzvolk, vielleicht findet dieses nach vielen Irrungen und Wirrungen seinen Platz in dieser Gesellschaft, als Korrektiv mitunter. So aber schauen wir abermals nur Leute ohne Plan, die wiederholt Medien empor heben oder in den Abgrund stürzen, ganz wie es dem eigenen Gusto schmeichelt.
 Bild: Agenda 2013
Zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung war Horst Köhler Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Unter seiner Ägide vollzog sich die Währungsunion und die Einheit, die ein ganzes Volk in ein Freudentaumel stürzte. Mit seinem heutigen Rücktritt vereinigt Horst Köhler – sicherlich ungewollt – dieses Land ein zweites Mal. Zumindest bis zum nächsten Morgen. In seltener Eintracht bewerten fast alle Kommentatoren der großen deutschen Tageszeitungen, Magazine und Zeitschriften den Rücktritt des schwarz-gelben Präsidenten. Es gibt keinen Journalisten – oder auch Blogger – der ihm seine heute vorgetragene Begründung wirklich abnimmt.
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Das ging ja verdammt schnell. Und ja, da hilft so langsam nur noch der blanke Zynismus. Der scheinbar immer frisch gegelte, nein, nicht BILD-Chefredakteur Kai Diekmann, sondern unser aller Verteidigungsminister Karl Theodor von und zu Guttenberg spricht mittlerweile umgangssprachlich von Krieg. Lächerlich kann man das schon nennen, trotz des ernsten Themas. Heute gab es also vier weitere tote Soldaten. Vier weitere Namen, die man den Bundestagsabgeordneten auf die Stirn tätowieren sollte. Es kann dafür nur eine Lösung geben: Deutschland hat keinen Krieg zu führen, nicht nur aus seiner geschichtlichen Verantwortung heraus, die deutsche Bevölkerung lehnt den Krieg auch mehrheitlich ab. Der Deutsche Bundestag handelt gegen den erklärten Willen des Volkes. Ich wiederhole mich: Jeder tote deutsche Soldat trägt die Unterschrift des Bundestages auf seiner Stirn. Deutschland muss sofort mit dem Rückzug aus Afghanistan beginnen.
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Dass ich die Ruhrbarone für das einzig relevante Blog aus dem Pott halte, sollte bekannt sein. Nachdem sich Wir-in-NRW immer mehr als Wahlkampfblog der SPD herausstellt und nach der NRW-Wahl im Mai in der Versenkung verschwinden wird, bleiben die Ruhrbarone, die genau das machen, was Blogger auszeichnen: Sie schreiben aus Spaß an der Sache, rütteln auf, sind meinungsstark und gehen insbesondere ihren eigenen Weg.
David Schraven und Stefan Laurin haben am Freitag bekannt gegeben, dass es die Ruhrbarone bald auch als Print geben wird. Am kommenden Donnerstag erscheint das erste Ruhrbarone-Magazin und kann im im ausgewählten Zeitschriftenhandel gekauft und auch online bestellt werden. Ich halte das für eine großartige Sache und freue mich schon darauf, das Magazin in Händen zu halten. Glückwunsch und viel Erfolg an die Kollegen – und würde ich im Pott wohnen, bei der Release-Party wäre ich gerne dabei.

 Agenda 2013 | einspruch.org
Deutschland huldigt seinen Soldaten, so könnte man zumindest meinen, wenn man heute die etablierten Medien liest. Es scheint so, als würde ganz Deutschland um drei tote Soldaten trauern. Während tote Zivilisten in Afghanistan, auch verschuldet durch deutsche Soldaten, bei Medien und Politikern in der Regel ein Achselzucken hervorrufen, scheint seit der Bundestagswahl eine neue PR-Agentur für das Verteidigungsministerium tätig zu sein. Man sucht das Heil ab sofort in der Offensive und kann sich auf die Unterstützung der lüsternen Presse freuen. Kriege bedeuten Blut und Tote – und dementsprechend Schlagzeilen. So perfide, so wahr.
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Von linuxnetzer, am 02.04.2010
Nun haben wir sie also hinter uns: die alljährliche Verhohnepipelung am 1. April, deren Tradition bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht. Ob nun das Internet mangels IPv4-Adressen temporär abgeschaltet werden muss, das Portal von Ubuntuusers einer feindlichen Übernahme durch Google anheim fällt, oder sich eine IT-Community konstituiert, um die ersten Besucher vom Mars willkommen zu [...] 
 Foto: F!XMBR
Vor gar nicht allzu langer Zeit haben ich nicht nur die Ruhrbarone, sondern auch Wir-in-NRW als die Tops-Blogs aus dem Pott bezeichnet. Für Wir-in-NRW war das ein Fehler. In Wir-in-NRW manifestiert sich für mich nicht nur die Arroganz und Abgehobenheit eines ganzen Berufsstandes, sondern offensichtlich auch gänzliches Versagen beim Schutz der eigenen Informanten. Passend zum NRW-Wahlkampf erschien das so genannte Blog Wir-in-NRW auf der Bildfläche.
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Bild: Agenda 2013
Es hat den Anschein, als würde die NRW-CDU so langsam Panik bekommen. Die etablierten Medien berichten davon, dass Anzeige gegen Unbekannt erstattet wurde. Die Hintergründe sind heute bei den Ruhrbaronen zu finden – es ist bezeichnend, dass unsere so genannten Journalisten kein Wort über die Hintergründe berichten:
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