Die Zäsur, welche bei den Liberalen einherging, fand nicht erst mit dem Advent der Hotelsubventionen statt, nein Projekt 18 ist da schon eher Markstein, wenn nicht gar die Berufung Westerwelles zum Generalsekretär per se. Aber auch zuvor haftete diese Partei der Stallgeruch der Wendehälse mit massiver Klientelpolitik an. Wir erinnern uns vielleicht an den Sturz Helmut Schmidts? Ernstnehmen konnte man also die Liberalen nie wirklich, zu sehr spielten sie immer Zünglein an der Waage, waren auf die eigenen Vorteile bedacht und machten daraus auch keinen Hehl. Ist mitunter Otto Graf Lambsdorff ein Begriff? Flick? Nein? Ganz großes Kino, unbedingt nachholen, dafür genügt sogar bedingt Wiki-Trivia.
Und Genscher? Heute verklärt als großer Mann, damals verschrien als Genschman, welcher die Lufthansa wohl auf die Idee brachte Miles & More zu initiieren. Oder Jürgen Möllemann? Briefbogen-Affäre, rechtspopulistische Polarisierung — man erkennt sicherlich anhand dieser Beispiele den roten Faden, der dies Partei durchzieht. Vielleicht paßt ein Möbiusband gar besser, für die Umschreibung der Politik in dieser Partei.
Einziger Ausreißer: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Diese zeigte Rückgrat, beinahe einzigartig in der Politik und ein Novum innerhalb dieser Partei, und trat von ihrem Amt als Justizministerin unter Kohl zurück — Anlaß war der große Lauschangriff. Aber heute? Heute mimt Leutheusser-Schnarrenberger weiterhin die Liberale, positioniert sich als Alibi-Freiheitskämpferin um entsprechende Wähler zu binden, trotz zweier Chaoten an der Spitze. Es wäre mal wieder an der Zeit Rückgrat zu zeigen, diesmal final, mit dem Ausstieg aus dieser Partei.
Apropos Möbiusband: heute versuchen Lindner und Westerwelle dieses mit aller Vehemenz zu durchbrechen, indem sie die FDP vollends gegen die Wand fahren. Stetig sinkende Umfragewerte, parteiinterenes Aufbegehren gegenüber der Spitze, omnipräsente Tadelung des duo infernale in den Medien. Rechtspopulismus, asozialer Habitus etc. pp. — man glaubte wohl die Zeit sei reif, daß eine derart kommunizierte Gesinnung die entsprechende Resonanz beim Volk erzeugen könne. Weit gefehlt und das ist auch gut so. Zwar fehlt dem Gros des Volkes eine tatsächliche soziale Ader, aber so richtig tief gesunken ist es selbst in der Krise noch nicht. Irgendwo regt sich immer ein Iota schlechtes Gewissen.
Morituri te saltutant wäre insofern wohl ein adäquates Motto für den nächsten Parteitag. Wie schon bei den Genossen vermochte es die Ägide eines Einzelnen eine Partei zugrunde zu richten. Bei der FDP zumindest trat Westerwelle einzig noch zum coup de grâce an, die Vorarbeit leisteten andere.
Addendum: Nein ich bin kein Fan des weisen Altkanzlers Schmidt. Nein ich glaube nicht an die Mär von der alten, wahrhaftigen FDP, die für einige Alt-FDPler immer noch als Argument für ihre andauernde Mitgliedschaft herhalten muß. Ja ich weiß auch um die Genossen, die Schmidt die rote Karte zeigten. Und dennoch bleibe ich bei obiger, verkürzter Aussage, eben mit dem Wissen, daß einige die nötige Intelligenz mitbringen diese ohne Wiki-Trivia korrekt zu verstehen.
Bild: Ave Caesar Morituri te Salutant, Wikimedia Commons, Public Domain
Die Zäsur, welche bei den Liberalen einherging, fand nicht erst mit dem Advent der Hotelsubventionen statt, nein Projekt 18 ist da schon eher Markstein, wenn nicht gar die Berufung Westerwelles zum Generalsekretär per se. Aber auch zuvor haftete diese Partei der Stallgeruch der Wendehälse mit massiver Klientelpolitik an. Wir erinnern uns vielleicht an den Sturz Helmut Schmidts? Ernstnehmen konnte man also die Liberalen nie wirklich, zu sehr spielten sie immer Zünglein an der Waage, waren auf die eigenen Vorteile bedacht und machten daraus auch keinen Hehl. Ist mitunter Otto Graf Lambsdorff ein Begriff? Flick? Nein? Ganz großes Kino, unbedingt nachholen, dafür genügt sogar bedingt Wiki-Trivia.
Und Genscher? Heute verklärt als großer Mann, damals verschrien als Genschman, welcher die Lufthansa wohl auf die Idee brachte Miles & More zu initiieren. Oder Jürgen Möllemann? Briefbogen-Affäre, rechtspopulistische Polarisierung — man erkennt sicherlich anhand dieser Beispiele den roten Faden, der dies Partei durchzieht. Vielleicht paßt ein Möbiusband gar besser, für die Umschreibung der Politik in dieser Partei.
Einziger Ausreißer: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Diese zeigte Rückgrat, beinahe einzigartig in der Politik und ein Novum innerhalb dieser Partei, und trat von ihrem Amt als Justizministerin unter Kohl zurück — Anlaß war der große Lauschangriff. Aber heute? Heute mimt Leutheusser-Schnarrenberger weiterhin die Liberale, positioniert sich als Alibi-Freiheitskämpferin um entsprechende Wähler zu binden, trotz zweier Chaoten an der Spitze. Es wäre mal wieder an der Zeit Rückgrat zu zeigen, diesmal final, mit dem Ausstieg aus dieser Partei.
Apropos Möbiusband: heute versuchen Linder und Westerwelle dieses mit aller Vehemenz zu durchbrechen, indem sie die FDP vollends gegen die Wand fahren. Stetig sinkende Umfragewerte, parteiinterenes Aufbegehren gegenüber der Spitze, omnipräsente Tadelung des duo infernale in den Medien. Rechtspopulismus, asozialer Habitus etc. pp. — man glaubte wohl die Zeit sei reif, daß eine derart kommunizierte Gesinnung die entsprechende Resonanz beim Volk erzeugen könne. Weit gefehlt und das ist auch gut so. Zwar fehlt dem Gros des Volkes eine tatsächliche soziale Ader, aber so richtig tief gesunken ist es selbst in der Krise noch nicht. Irgendwo regt sich immer ein Iota schlechtes Gewissen.
Morituri te saltutant wäre insofern wohl ein adäquates Motto für den nächsten Parteitag. Wie schon bei den Genossen vermochte es die Ägide eines Einzelnen eine Partei zugrunde zu richten. Bei der FDP zumindest trat Westerwelle einzig noch zum coup de grâce an, die Vorarbeit leisteten andere.
Ökonomische Vernunft, soziale Gerechtigkeit und eine Balance zwischen Staat und Privat seien von jeher die Positionen der FDP gewesen, und dabei müsse es auch bleiben.
Soziale Gerechtigkeit nach liberalem Gusto: die Reichen schützen, die Schwachen treten, den Schutz der Privatsphäre härten, um Schmiergelder und Auslandskonten besser kaschieren zu können.
George Orwell drückte es in etwa so aus: If you want a vision of the future, imagine a boot stamping on a human face — forever. Wir sind sicher noch nicht in Orwells Welt, aber wir tun alles, damit diese in nicht allzu ferner Zukunft Realität wird.
Konform mit seinen Parlamentskollegen ging Burkhardt Müller-Sönksen, Medienexperte der FDP-Fraktion. Politiker können seiner Ansicht nach durch eigene Direktangebote im Web 2.0 das erzählen, was sie “pur meinen”.
… noch direkter? Die Direktheit der Liberalen schmerzt schon gewaltig, ich glaube mehr von diesem pur meinen verträgt das Deutsche Volk auf Dauer nicht, ohne vice versa ebenso direkt die rote Karte zu zeigen.
So manches mal denke ich schon darüber nach, ob denn Apple-User primär FDP wählen . Worum es bei der FDP geht, erfährt der geneigte Leser übrigens dort: Qualen nach Zahlen. Die Irrfahrten des Guido Westerwelle auf der Suche nach politischer Heimat.
Biggus Dickus, natürlich von Monty Python aus Life of Brian1. Allemal unterhaltsamer als die FDP und deren Westerwelle, aber doch Bild genug für das schwarz-gelbe Treiben in Berlin.
Mea culpa für die Englische Version, meine Wahl und wir machen hier ja jetzt nicht auf Marke Deutschtümler und mimen den Westerwelle, gelle?
Im übrigen sei mir auch der Hinweis auf dessen rundum erneuertes Magazin gestattet, die Leute dort können mehr als lustige Bilder, die können auch richtig Texten und Layouten und überhaupt ist das Clap-Magazin der Prototyp schlechthin für Erfolg im Print. Für viele Platzhirsche des Metiers mutierte dieser Aspekt unlängst zur Gralssuche, nicht jedoch für Bulo und seine Mannen im Clap-Club
Achso, apropos Guido Westerwelle, diesen lachen wir einfach nur noch aus … falls wir die Muße dazu haben.
Dekadenz als Verlust von Orientierung, das dürfte auch Westerwelle gemeint haben: Man weiß nicht mehr, was wirklich wichtig ist, auf welchen Grundlagen und wessen Schaffen das ganze Gebäude ruht, und man redet über die falschen Dinge. Daß im späten Rom – das in der gängigen Periodisierung übrigens erst 284 n.Chr. beginnt – die kleinen Leute durch Gaben des Staates ruhiggestellt worden seien, ist allerdings Unsinn, im Gegenteil: Steuerdruck und staatliche Gängelung nahmen eher zu.
Da kann man doch dankbar sein für solche eine Aussage in einem Meer mittels Sandalenfilmen gestärkter Bildung. Dem Fazit sollte man überdies besonderes Augenmerk schenken:
Es ist allerdings hinzuzufügen, daß von jenem Untergang zwar viele Menschen betroffen wurden, daß aber ja nicht die Menschen selber untergingen. Untergegangen ist eine Staatsform. Das Leben ging weiter. Damals.
Wenn er für seine Äußerungen kritisiert werde, sei dies eine “ziemlich sozialistische Entwicklung in dieser Republik”.
Nein ein asozialer Habitus und die Ignoranz gegenüber eines gemachten Fehlers sind alles andere als eine sozialistische Entwicklung, dies alles ist Indiz für Klientelpolitik in Reinkultur, als auch massive Lernresistenz.
Mit seinem frontalen Angriff auf Hartz-IV-Bezieher gefährde der FDP-Chef den sozialen Frieden in Deutschland, sagte Gabriel der „Frankfurter Rundschau“. Damit wolle Westerwelle nur von den eigentlichen Sozialbetrügern ablenken: „Das sind jene, die die Finanzskandale bei den großen Banken und auf dem Investmentsektor verursacht haben. Und jene, die ihr Geld illegal in die Schweiz schaffen.“ „Das sind die wirklichen Sozialbetrüger und die Klientel von Herrn Westerwelle“, sagte Gabriel weiter.