Ist dies denn tatsächlich so? Was haben wir denn hier feines? Nun im Moment ereifern sich diverse Blogger und Netcitizens an dem «Wikileaks-Coup». Viele strenggeheime Frontberichte werden da feilgeboten, die uns vor allem eines zeigen: der Krieg ist tatsächlich ein Krieg, kein Polizeieinsatz, kein Blitzkrieg, Blumenfeldzug etc. pp. Da sterben Soldaten, Zivilisten, das alles ist brutal, da werden Fehlentscheidungen getroffen, Krieg eben. Krieg den ich pauschal verabscheue, Krieg den ich eben nicht zu relativieren vermag.
Anders die Medien, diese verkauften uns den Krieg noch für Jahre als Notwendigkeit, als Polizeieinsatz, als humanitärer Einsatz und verdingten sich damit als willige Steigbügelhalter opportuner Regierungen. Jetzt, nachdem diese Daten offen gelegt wurden, schreit der gemeine Netcitizen nach diesen zuvor gescholtenen Medien, eine Expertise möchte man sehen und zwar von jenen «Experten», denen man ansonsten nicht einmal zutraut, daß diese sich alleine die Schuhe zubinden können. Da wird plötzlich die tagesschau als Markstein für Qualität erkoren, ob der Erwähnung von Wikileaks. Welch «Nobilitierung», zuvor als fleischgewordene Propaganda-Maschinerie verschrien, nun wieder fit genug um ultrageheime Frontberichte mundgerecht fürs geifernde Volks zu analysieren. Auch Microsoft erlangte anno tobak «echte Größe», nachdem die Tagesschau mittels Erwähnung von Windows 95 diesen Konzern adelte. q.e.d.
Vor Jahren las ich Frontberichte im Rahmen des Studiums, erster und zweiter Weltkrieg. Résumé: einmal mehr konnte ich die Schrecken eines Krieges erahnen, mehr aber auch nicht. Darüber hinaus fehlten mir die nötigen Detailkenntnisse der Profis, die sich für Jahre nur mit dieser Materie beschäftigten. Und diese beschäftigen sich dann auch nur mit einem Detailaspekt, welcher u.U. mehrjährigen Dissertationen dient oder gleich zur Lebensaufgabe mutiert. Sicherlich werden das einige Journalisten stante pede abarbeiten und uns wöchentlich, wenn nicht gar täglich, mit aufgebauschten «Nichtigkeiten» heimsuchen. Wohlan, wem es gefällt.
Vielleicht sollten wir die Berge menschlichen Wissens insgesamt als geheim deklarieren? Man stelle sich nur die Legionen von Wissbegierigen vor, die sich auf diese stürzen würden. Was aber bekannt ist, profan nahezu überall zugänglich ist, ist langweilig. Insofern verschließt sich das Gros der Menschen, zumindest in unseren Breitengraden, diesem Wissen nur allzugerne. Wissen welches u.U. dazu dienen könnte darauf aufbauende Informationen überhaupt verstehen zu können. Von daher sieht man eines: befreite Informationen, wie in diesem Fall, sind nicht die halbe Miete, sie sind tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs. Das Gros der Informationen umgibt uns längst, liegt jedoch brach, ob fehlender Bildung unsererseits.
Ich hoffe, daß Assange erwachsen wird, nicht dem Größenwahn eines Michael Moore erliegt und Wikileaks tatsächlich als Mittel zum Zweck sieht, als Plattform, Netzwerk für Whistleblower, als Korrektiv neben anderen. Ich hoffe ebenso, daß dank dieses «Coups» der Rubel rollt und Wikileaks eine feste Basis erhält, um sich zukünftig tatsächlicher Brisanz in kleinem und großem Rahmen widmen zu können. Auch Wikitrivia-Jimbo mußte diesen Kreuzweg gehen und sein Baby ist noch lange nicht am Ziel angelangt.
Vielleicht klappt es auch noch irgendwie mit diesem deutschen Netzvolk, vielleicht findet dieses nach vielen Irrungen und Wirrungen seinen Platz in dieser Gesellschaft, als Korrektiv mitunter. So aber schauen wir abermals nur Leute ohne Plan, die wiederholt Medien empor heben oder in den Abgrund stürzen, ganz wie es dem eigenen Gusto schmeichelt.
Ich habe es mir abgewöhnt die «Piraten» Piraten zu nennen, da ich letztere spätestens seit Stevensons «Schatzinsel» recht cool finde und diese Fazination mit jenen fleischgewordnenen Jecken nicht viel gemein hat. Drum nutze ich für jene vornehmlich die Bezeichnung Likedeeler, von Kontext und Habitus her ohnehin die adäquatere Bezeichnung meiner Meinung nach.
Ich will hier auch gar nicht tief auf die Strukturen oder das Anliegen jener Leute eingehen, das Netz genießt dort Priorität, Dinge der «realen Welt» werden mehr oder weniger ignoriert oder beiläufig eingeflochten. Ein Funken Wahrheit ist immer auffindbar, so auch bei jener «These»: «Gesetze der realen Welt dürften nicht einfach auf das Netz angewendet werden.» Logisch ist dies wohl, ein wenig Finetuning tut immer Not, aber allgemein paßt es.
Weitaus problematischer ist es, dem Netz eine Sonderrolle zuzuschreiben, in welcher Ausnahmen zu gelten haben, da alles irgendwie anders sei. So jedenfalls argumentiert der Staat, das BKA, der BDK und diverse andere, die in diesem Netz die Büchse der Pandora schauen. Nun diese Likedeeler forcieren diese Art von Sonderrolle für das Netz schon seit Anbeginn ihrer Existenz, nun zementierte man dieses Anliegen anhand von 10 «Thesen».
Die erwähnte Sonderrolle des «Netzes» wird da herausgestellt, auch daß dieses Netz oberste Priorität in der Politik genießen solle und man entblödet sich selbst nicht den Begriff «Kostenloskultur» für das eigenen Anliegen zu gebrauchen. Nun ja oberste Priorität in einem Staat sollte nie ein Medium genießen, daß ist elitärer Nonsense einer «Minderheit», sondern Bildung und Soziales. Im Rahmen dieser genannten Dinge kann man sich dann auch Gedanken um etwaige sekundären Bereiche machen, die der Durchsetzung gewisser Ziele dienlich sind.
Das Netz genießt leider heute schon auch in der Rechtsprechung eine Art Sonderrolle, wenn koschere Geflogenheiten des Alltags plötzlich zum Nachteil der virtuellen Nutzers gereichen und drakonisch geahndet werden. Ist es da nicht etwas sinnbefreit diese Sonderrolle noch zu präzisieren? Sollte man nicht eher auf obiges von mir erwähntes Finetuning pochen und das Netz als dem Alltag zugehörig betrachten, als Normalität?
«Das Netz ist der Schlüssel zum Abwenden der Katastrophe.» zeigt die Realitätsferne diverser Technokraten, mir wird Angst und Bange müßte sich denn die Menschheit auf derlei «geballte Kompetenz» verlassen. Ich bevorzuge die goldene Mitte, mit einem kleinen Anteil dieser «Kompetenz» für Detailfragen. Für menschliche Belange hingegen bedarf es anderer Kompetenzen. Allenfalls tut eine techn.-geisteswissenschaftliche Grundbildung Not, womit wir wieder bei den genannten Kernkompetenzen wären: Bildung und Soziales.
Diese Aussage erinnert mich übrigens an die Technikhörigkeit der 50er und 60er Jahre, dort glaubte man auch mit dem Fortschritt per se und der Atomenergie insbesondere könne man alles bewältigen — das Gegenteil ist der Fall, wir bezahlen heutzutage die Zeche für diese Scheuklappenmentalität. Joseph Weizenbaum drückte es treffend für den Computer aus und dies paßt auch für dieses «Netz», für welches er selbst weniger schmeichelnde Worte übrig hatte: «Der meiste Schaden, den der Computer potenziell zur Folge haben könnte, hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder nicht kann, als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem Computer zuschreibt.»
Wenn es also in diesen 10 Thesen heißt: «Das Netz braucht keine neuen Straf– und Sicherheitsgesetze.», dann ist dies korrekt. Vice versa jedoch benötigt das «Netz» auch keine Sonderrolle, keine «Seligsprechung», keine Forcierung a la primus inter pares, die Forderung danach ist schlicht infantil und kontraproduktiv. Man arbeitet damit jenen in die Hände, die dem «Netz» ob biederer Absichten eine Sonderrolle zuschreiben möchten, um dieses «Netz» als staatlich kontrolliertes Habitat zu installieren. Treffer, versenkt — wieder einmal ein Eigentor für diese Likedeeler …
Ich habe es mir abgewöhnt die «Piraten» Piraten zu nennen, da ich letztere spätestens seit Stevensons «Schatzinsel» recht cool finde und diese Fazination mit jenen fleischgewordnenen Jecken nicht viel gemein hat. Drum nutze ich für jene vornehmlich die Bezeichnung Likedeeler, von Kontext und Habitus her ohnehin die adäquatere Bezeichnung meiner Meinung nach.
Ich will hier auch gar nicht tief auf die Strukturen oder das Anliegen jener Leute eingehen, das Netz genießt dort Priorität, Dinge der «realen Welt» werden mehr oder weniger ignoriert oder beiläufig eingeflochten. Ein Funken Wahrheit ist immer auffindbar, so auch bei jener «These»: «Gesetze der realen Welt dürften nicht einfach auf das Netz angewendet werden.» Logisch ist dies wohl, ein wenig Finetuning tut immer Not, aber allgemein paßt es.
Weitaus problematischer ist es, dem Netz eine Sonderrolle zuzuschreiben, in welcher Ausnahmen zu gelten haben, da alles irgendwie anders sei. So jedenfalls argumentiert der Staat, das BKA, der BDA und diverse andere, die in diesem Netz die Büchse der Pandora schauen. Nun diese Likedeeler forcieren diese Art von Sonderrolle für das Netz schon seit Anbeginn ihrer Existenz, nun zementierte man dieses Anliegen anhand von 10 «Thesen».
Die erwähnte Sonderrolle des «Netzes» wird da herausgestellt, auch daß dieses Netz oberste Priorität in der Politik genießen solle und man entblödet sich selbst nicht den Begriff «Kostenloskultur» für das eigenen Anliegen zu gebrauchen. Nun ja oberste Priorität in einem Staat sollte nie ein Medium genießen, daß ist elitärer Nonsense einer «Minderheit», sondern Bildung und Soziales. Im Rahmen dieser genannten Dinge kann man sich dann auch Gedanken um etwaige sekundären Bereiche machen, die der Durchsetzung gewisser Ziele dienlich sind.
Das Netz genießt leider heute schon auch in der Rechtsprechung eine Art Sonderrolle, wenn koschere Geflogenheiten des Alltags plötzlich zum Nachteil der virtuellen Nutzers gereichen und drakonisch geahndet werden. Ist es da nicht etwas sinnbefreit diese Sonderrolle noch zu präzisieren? Sollte man nicht eher auf obiges von mir erwähntes Finetuning pochen und das Netz als dem Alltag zugehörig betrachten, als Normalität?
«Das Netz ist der Schlüssel zum Abwenden der Katastrophe.» zeigt die Realitätsferne diverser Technokraten, mir wird Angst und Bange müßte sich denn die Menschheit auf derlei «geballte Kompetenz» verlassen. Ich bevorzuge die goldene Mitte, mit einem kleinen Anteil dieser «Kompetenz» für Detailfragen. Für menschliche Belange hingegen bedarf es anderer Kompetenzen. Allenfalls tut eine techn.-geisteswissenschaftliche Grundbildung Not, womit wir wieder bei den genannten Kernkompetenzen wären: Bildung und Soziales.
Diese Aussage erinnert mich übrigens an die Technikhörigkeit der 50er und 60er Jahre, dort glaubte man auch mit dem Fortschritt per se und der Atomenergie insbesondere könne man alles bewältigen — das Gegenteil ist der Fall, wir bezahlen heutzutage die Zeche für diese Scheuklappenmentalität. Joseph Weizenbaum drückte es treffend für den Computer aus und dies paßt auch für dieses «Netz», für welches er selbst weniger schmeichelnde Worte übrig hatte: «Der meiste Schaden, den der Computer potenziell zur Folge haben könnte, hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder nicht kann, als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem Computer zuschreibt.»
Wenn es also in diesen 10 Thesen heißt: «Das Netz braucht keine neuen Straf– und Sicherheitsgesetze.», dann ist dies korrekt. Vice versa jedoch benötigt das «Netz» auch keine Sonderrolle, keine «Seligsprechung», keine Forcierung a la primus inter pares, die Forderung danach ist schlicht infantil und kontraproduktiv. Man arbeitet damit jenen in die Hände, die dem «Netz» ob biederer Absichten eine Sonderrolle zuschreiben möchten, um dieses «Netz» als staatlich kontrolliertes Habitat zu installieren. Treffer, versenkt — wieder einmal ein Eigentor für diese Likedeeler …
Die Beta von Firefox 4.0 läuft bei mir ohne Probleme und sehr stabil. Bisher hatte ich erst einen Absturz von Adobes Flash Player – der Browser selbst stürzte dabei nicht ab, es erschien lediglich eine Hinweismeldung, ich konnte weiter surfen, nach dem nächsten Neustart funktionierte dann wieder alles wie gehabt. Das Multiprocessing funktioniert also ohne Probleme. Bei Mozilla schreitet die Entwicklung des Firefox 4.0 selbstverständlich voran – die Nightlys lassen sich natürlich jederzeit nutzen, wenn gewünscht. Der Codename lautet Minefield – zwei Entwicklungen versprechen Interessantes:
AppTabs
Zukünftig wird sich aus jedem Tab ein AppTab erstellen lassen:
Wie man sieht, habe ich aus F!XMBR, Facebook und Twitter ein AppTab erstellt, Heise in alter Ansicht gelassen. Wenn Eure Browsersitzung gespeichert wird und beim Neustart neu geladen wird, werden auch die AppTabs wieder als AppTabs dargestellt – die Entwicklung schreitet voran, gestern wurden sie noch als normale Tabs bei Neustart geladen. Da die Beschriftung fehlt, wird um Beispiel bei Twitter auch nicht angezeigt, wenn es neue Tweets gibt. Dennoch ist es eine Entwicklung mit Potential. Schau m’er mal, was die Entwickler sich einfallen lassen.
Gerne hätte ich ja auch ein paar Screenshots angefertigt, gestern funktionierte es noch, mit der aktuellen Nightly leider nicht. Aber auch TabCandy sieht sehr fein aus.
Dank Linspire und Mark Shuttleworth gibt es nun statt nur 500$ ganze 3000$ und oben drauf gibt es ein T-Shirt, wenn man eine Schwachstelle in Mozilla entdeckt, die sich über das Internet bzw. das Netzwerk ausnutzen läßt und noch nicht dokumentiert ist, findet. Das “Mozilla Security Bug Bounty Programs” läuft bereits seit 2004. Das Programm erstreckt sich auf alle Software von Mozilla also Firefox, Thunderbird, Firefox Mobile sowie alle Mozilla-Dienste. Bugs in Software von Drittanbietern, etwa Browser-Add-ons oder -Plug-ins, zählen hingegen nicht und Mitarbeiter von Mozilla sowie Entwickler, die an der Software mitgearbeitet haben sind von der Gewinnchance ausgeschlossen.
101 Leitlinien für die digitale Welt – so nennt sich ein neues Projekt der Deutschen Telekom, genauer des Creation Centers der Telekom Laboratories unter der Leitung von Raimund Schmolze. Ich befürchte fast, die so genannten Leitlinien sind ernst gemeint – und keine Realsatire. jetzt.de hat bereits auf die Lachnummer passend geantwortet: 10 Ratschläge für die Telekom. Besonders fein: Bevor man sich aufschwingt, anderen Tipps zu geben, sollte man jemanden vom Creation Center damit beauftragen, vor der eigenen Haustüre zu kehren.
Die Knigge gleicht einer Ansammlung von Allgemeinplätzen, Selbstverständlichkeiten – man darf sogar eine gewisse Chuzpe unterstellen. Beispiel gefällt? Nr. 11: Das Schicken von großen Dateianhängen ist wie Reisen mit Übergepäck. Es bremst und blockiert gerne das System. Man mag gar nicht darauf antworten wollen, aber liebe Telekom, schon einmal die eigene Webseite aufgerufen? Flash-überladener Mist, der jeden Rechner, besonders altersschwache, ausbremst. Wie jetzt.de schrieb, erst einmal vor der eigenen Haustür kehren.
Ein anderes Beispiel gefällt? Nr. 28: Ja, man darf auf Twitter auch Leuten «folgen», die man nicht persönlich kennt. Nein, ehrlich, das habe ich wirklich nicht gewusst. Das heißt, ich darf wirklich Commander Spock und Captain James T. Kirk folgen? Wahnsinn. Bisher hatte ich eigentlich immer gedacht, Ashton Kutcher würde seine knapp 5,5 Mio. Follower alle persönlich kennen. Gut, dass mich die Telekom diesbezüglich aufgeklärt hat. Danke.
Okay, liebe Telekom, jetzt habt Ihr mich wirklich erwischt. Nr. 46: Schalte Dein Handy in Flugzeugen, Krankenhäusern und Teilchenbeschleunigern aus, um keine elektronischen Hochleistungsgeräte zu stören. In Flugzeugen und Krankenhäuser habe ich grundsätzlich das Telefon immer aus, im Übrigen auch immer im Restaurant. Mensch, aber im Teilchenbeschleuniger habe ich das bisher immer vergessen. Puh, gut, dass mir bisher nichts passiert ist und ich noch keine Schwarzen Löcher verschuldet habe. Gott sei Dank. Einmal tief durchatmen.
Nr. 50: Melde Dich mit Deinem vollständigen Namen, wenn Dich ein unbekannter Teilnehmer anruft. Bestimmt, damit Eure Drückerkolonnen und Werbeanrufen auch genau wissen, dass ich am Apparat bin. Ich werd narrisch. Das glaubt Ihr doch nicht selbst. Last but not Least. Nr. 95: Bezeuge Dein Beileid auf demselben Wege auf dem Du eine traurige Nachricht erhalten hast. Liebe Telekom, mein aufrichtiges Beileid für diese Peinlichkeit – aber mit dem schon wieder vergessenen Internet Manifest habt Ihr ja berühmte Vorbilder. Das Netz ist unendlich, doch für diese 101 Leitlinien ist jedes Byte Speicherplatz pure Verschwendung. Und bevor ich es vergesse:
Wer 101 Leitlinien für die digitale Welt als Klickstrecke auf 21 Seiten verteilt, wird noch nicht einmal als Gesprächspartner ernstgenommen.
Vor knapp einer Woche ist die erste Beta vom Firefox 4.0 erschienen. Wie das immer so ist, alle wollen sie haben – nur hinterher gibt es lange Gesichter, weil die Addons nicht mehr funktionieren. Dabei ist es in der Regel der Fall, dass die Addons durchaus funktionieren – selbst beim Sprung von der Version 3 auf die 4 sind kaum Probleme festzustellen. Man muss halt nur ein wenig tricksen. Caschy hat hier beschrieben, wie man die Kompatibilitätsprüfung per about:config ausschaltet. Als Addon würden sich die Nightly Tester ToolsCompatibility Reporter empfehlen – und hier wird beschrieben, wie man selbst Hand anlegt und die install.rdf der Addons ändert. Ich habe die Beta bereits am Laufen und bis auf zwei Addons funktioniert alles wie gewünscht.
Kompatible Addons, bereits von den Entwicklern für den Firefox 4.0 (Beta) freigegeben:
Kompatible Addons, von den Entwicklern noch nicht bestätigt – die Addons laufen aber ohne Probleme, wenn die oben genannt die Änderungen vorgenommen werden:
Der Schauspieler Michael Jäger war mir bisher entfernt aus dem Marienhof bekannt. Auf Identi.ca jedoch erschien er durch Retweets von Twitter immer wieder auf meiner Timeline. Michael hat sich sehr gegen Ursula von der Leyen und die Netzsperren engagiert und hat der Bewegung ein weiteres bekanntes Gesicht gegeben. Ich folgte ihm dann auf Twitter, er folgte mir, es wurde gemeinsam gegen Zensursula gewettert, der Lauterer Michael Jäger und der alte Osnabrücker Chris freuten sich über die Auslosung zur ersten Runde des DFB-Pokals, wir stritten uns kurz bei der Bundespräsidentenwahl, sprich: Michael Jäger war für mich nicht mehr der Schauspieler, den ich aus dem TV kannte, sondern eine belebende Größe in meiner Timeline. Sein Blog habe ich in meinem Feedreader — insbesondere die Geschichten rund um Frau Huber waren schlicht grandios, mitten aus dem Leben gegriffen. Frau Huber wird jetzt von oben schauen und die Daumen drücken.
Warum Daumen drücken? Nun, Michael Jäger hat das Internet, das Web 2.0 mit all seinen Möglichkeiten und Stolpersteinen verstanden und angenommen. Und so kam er auf eine grandiose Idee: Krimi 2.0. Die Idee war großartig, neu, Ketten sprengend: Wir machen uns den Krimi, wie er uns gefällt. Wir produzieren den Krimi 2.0. Dies wird der erste Krimi sein, der nur aufgrund der Ideen und Wünsche der Zuschauer gedreht wird. Von der ersten Minute an werdet Ihr, die zukünftigen Zuschauer, mit einbezogen. […] Denn ihr seid nicht nur aufgerufen, das ganze Drumherum zu gestalten. Ihr sollt auch mitarbeiten! […] Es ist Zeit, zu beweisen, dass das Internet kein Hort des Bösen ist, sondern im Gegenteil ein riesengrosser Raum voll kreativer Gehirne, die gemeinsam Gutes tun können.
Doch heute musste Michael Jäger leider die Reissleine ziehen. Als unüberwindlicher Stolperstein erwiesen sich die Bewerbungen der Schauspielerriege. Klare, unmissverständliche Vorgaben, für das Projekt Krimi 2.0 unumgänglich, wurden nicht eingehalten: Wir haben, wie gestern schon über Twitter und Facebook mitgeteilt, bis gestern 35 Bewerbungen von Schauspielern bekommen. 33 davon mussten wir wegen Nichteinhaltung der Vorgaben wieder ablehnen. […] Es werden alte Showreels geschickt, die zeigen sollten, was der– oder diejenige schon gemacht hat. Es wird über die Email-Adresse angefragt, wo die DVD oder das Demoband hingeschickt werden kann. Links zu Showreels werden geschickt, die mehrere Minuten zum Laden brauchen. Danach haben wir nicht gefragt, und ich bezweifle, dass diejenigen sich ernsthaft vorstellen, dass ein Produzent oder Caster mehrere Minuten auf einen Stream wartet, wenn er eine andere Vorgabe gegeben hat.
Das heißt: Kaum ein(e) Schauspieler(in) hat verstanden, worum es geht, es wurde sich nicht ansatzweise mit dem Projekt beschäftigt. Im Web 2.0 kann man durchaus von Spam reden. Wie oft finden wir Kommentare unter unseren Artikeln, die nichts mit dem Artikel zu tun haben und nur den Zweck haben, einen Link zu hinterlassen. Überspitzt gesagt: Michael Jäger und sein Team wurden von menschlichem Spam überhäuft – und haben nun das Projekt Krimi 2.0 (vorerst) beendet.
Ich finde das sehr schade. Ich glaube nicht, dass man es komplett beerdigen muss. Ich denke, man sollte nun zwei Schritte zurückgehen um dann neu zu starten. Das kann aber auch nur Michael Jäger mit seinem Team entscheiden – schließlich wird das Projekt privat finanziert, alle Beteiligten arbeiten am Krimi 2.0 in ihrer Freizeit, ohne Bezahlung. Es scheint, als sei die große Anzahl der Schauspielerriege in Deutschland für so ein Projekt noch nicht bereit. Die Frage sollte also sein, wie man ihnen das Projekt näher bringt. Ich glaube schon, dass in den meisten Agenturen einfach nur das Wort Casting/Ausschreibung auf dem Schreibtisch gelandet ist. Sprich: Niemand wusste wirklich, worum es ging.
Wie dem auch sei. Ich wünsche Michael, dass er die Kraft uns Inspiration findet, das Projekt neu zu starten. Sollte es dazu kommen, wird es wahrscheinlich unumgänglich sein, erst einmal bei den Kolleginnen und Kollegen, den Agenturen und allen anderen, die angesprochen werden sollen, Aufklärungsarbeit zu leisten. Was ist das Web 2.0? Was kann es bewirken? Was hat man für Vorteile, was sind die Nachteile? Michael Jäger ist der Beweis, dass es funktionieren kann – vielleicht ist er aber auch einfach seiner Zeit ein stückweit voraus. Schade, sehr schade. Ich würde einen Neustart befürworten. Lass Dich nicht unterkriegen, Michael. Auch nicht, wenn der VfL den FCK in der ersten Runde aus dem Pokal schießt. Zum Abschluss das Videostatement von Michael, dass das gesamte Projekt in seiner Sympathie zeigt:
Wenn wir uns dieses von Pathos geprägte Bild eines Bloggers in deutschen Gefilden betrachten, so schauen wir die Speerspitze einer neuen Gesellschaft, die letzte Bastion gegenüber dem ausufernden datentechnischen Begehren der Politik, die Stimme der Vernunft gegenüber einer entrückten Gesellschaft, den Sargnagel der alten Medien, die digitale Bohème etc. pp., die Liste ließe sich endlos fortführen. In den Augen der anderen, dieser Mehrheit da draußen, ist man mehr vox clamantis in deserto, die Stimme eines Rufers in der Wüste.
Und doch, vieles davon sind valide Prädikate, wenn auch die Breitenwirkung eher als vernachlässigbar anzusehen ist. Der Mehrwert bleibt also aus und die Nachhaltigkeit ist mehr oder weniger gen Null strebend. Nicht so jedoch innerhalb dieser sogenannten digitale Bohème, in dieser Welt ticken die Uhren anders, alles ist dynamisch, will stetig neu definiert werden und wenn es nur eine Art Neusprech ist, die bekannte Dinge neu verpackt. Cui bono? Wem gereicht dies zum Nutzen? Einige wenige leben dies sicherlich, gehen einem Ideal nach, versuchen ihr Iota zu einer besseren Welt beizutragen und wenn nur zumindest gemäß unserem Motto: Wir schreiben hier nur, damit die Nachwelt sieht, dass nicht alle so waren. Das Gros jener aber, die sich Tag für Tag in den alten Medien die Klinke in die Hand geben und von diesen hehren Zielen der Blogosphäre fabulieren sind jedoch einzig und allein auf Aufmerksamkeit aus. Keineswegs Aufmerksamkeit für diese einst formulierten Ziele, nein Aufmerksamkeit für ihre Person — sei es um die eigene Publikation zu pushen oder die Karriere per se zu fördern. Monetäre Gesichtspunkte überwiegen, viel zu oft bleibt am Ende des Tages von so mancher Konferenz nur der schnöde Mammon über und eine mißbrauchte Community — Legionen willfähriger Lemminge.
Vielleicht bin ich auch ungerecht gegenüber jenen, dieses Prinzip Hoffnung ist schließlich ein nicht zu unterschätzender Faktor, umso liederlicher gereicht das Anliegen dieser Protagonisten, die sich höchstselbst zu Gurus küren und an die Spitze eine imaginären Bewegung setzen. Und nochmals, cui bono? Den Nutzen ziehen jene, der unwissende Antagonist ist diese Community, die teils gar mittels Schwarmintelligenz jenen Gurus überhaupt ein Bruchteil Restintelligenz zu vermitteln vermag. Ist das Ziel erreicht bleibt eine Öde über, der Kolateralschaden ist gewaltig, denn das Potential dieses Weltennetzes wird bis dato nur ansatzweise genutzt, schon wird es ausgebeutet von Glücksrittern jedweder Couleur, die frohlockend ihren Claim abstecken.
Der Blogger, falls er denn überhaupt einen Status in der Gesellschaft besitzt, gilt selbst in diesem Weltennetz als arroganter Einfaltspinsel, der mehr paraphrasiert, denn originären Inhalt produziert, der in fortwährenden Fehden mit anderen Bloggern sein Dasein fristet, der auf alles geringschätzig herabblickt und dafür auch noch mit klingender Münze entlohnt werden möchte. Nicht etwa 9 to 5, gemäß der üblichen Sklavenmentalität, nein frei und ungebunden, mit einem kontextsensitivem Regelsystem ausgestattet, welches um die Faktoren Lust und Laune bei Bedarf erweitert werden kann. Die Tragik des retiarius Michael Seeman aka mspro, der Vernunft als Sklavenmentalität abstraft und sich selbst der Tragik eines Spartacus ergibt, ohne jedoch jemals dessen Nachhaltigkeit in der Geschichte zu erlangen, jene Tragik tangiert nicht im mindesten. Es ist sein ureigenes Problem, sein höchsteigener Kontrollverlust, der just zum Realitätsverlust mutierte. Er zahlt nun Lehrgeld, wie schon viele andere vor ihm. Andere jedoch gaben sich jedoch nicht wie er dieser Lächerlichkeit preis, eben sein ganz persönlicher Kontrollverlust.
Vielmehr aber wiegt der zuvor erwähnte Kolateralschaden, der seitens solcher Zeitgenossen fortwährend gewirkt wird. Die noch recht junge Blogosphäre, die doch von vielerlei Idealen geprägt ist und selbst für manche ein Refugium gegenüber dem Alltag darstellt, erlitt abermals schweren und nachhaltigen Schaden. Es wird zunehmend schwerer Außenstehende für ernst gemeinte Ideen zu begeistern, ja gar mitzureißen. Zu sehr schwingt immer der Unterton dieser vom Ego Getriebenen mit, die im Mittelpunkt stehend ihre Prominenz mehr für biedere Zwecke nutzen und doch erst Dank dieser mißbrauchten Community zu dieser Prominenz gelangten.
Wie schnell der Dank der Menschen doch verweht und Undank wird.
–Sophokles
Bild: ein Netzkämpfer, der seinen am Boden liegenden Gegner attackiert, Wikimedia Commons, Public Domain
Wie bekannt nutze ich für das tägliche Surfen den Firefox. Google Chrome habe ich mir angeschaut, ist hier auch installiert – doch der Browser hat eine ganz entscheidende Schwachstelle: die fehlende Anpassungsfähigkeit. Die Addons, die bei Google Extensions heißen, haben bei Weitem nicht die Qualität, wie sie beim Firefox zu finden sind. Google Chrome ist sicherlich gut und interessant, mehr aber auch nicht. Der grundlegende Fehler, warum Google Chrome kaum größere Marktanteile gewinnt, sind die schwachen Extensions. Wenn man sich wie meine Wenigkeit seit Jahren an einen Browser gewöhnt habt, eine kleine Handbewegung, ein kurzer Tastendruck, dann möchte man sich auch gar nicht mehr umgewöhnen. Warum auch – wenn es wie gewünscht funktioniert. Ich habe nach ähnlichen Extensions Ausschau gehalten, wie ich sie im Firefox installiert habe – unter dem Strich bleibt: mehr schlecht als recht.
Adblock
Selbstverständlich wird im Google Chrome auch Werbung geblockt. Die Extension Adblock verrichtet da ihren Dienst. Das Pendant zu meinem Addon im Firefox, AdBlock+ Element Hiding Helper, ist nicht zu empfehlen, Seiten werden zum Beispiel zerschossen. Per Adblock lassen sich die bekannten Filterlisten abonnieren.
Chrome Gestures
Ich habe meine Mausgesten lieb gewonnen, ohne sie kann ich schon fast gar nicht mehr. Den alten Tab schließen, schnell einen neuen öffnen, aus dem Handgelenk heraus die Maus bewegt und schon habe ich das gewünschte Ergebnis. So schnell ist keine Tastatur – zumindest wenn ich davor sitze. Im Google Chrome habe ich Chrome Gestures installiert. Besser als Nichts, sie gefallen mir aber nicht wirklich. Schwerfällig, nicht auf jeder Seite funktional, das macht nicht wirklich Spaß.
Ghostery
Auch Ghostery gibt es mittlerweile für Google Chrome. Im Gegensatz zum Firefox hat man aber nur eine ganz beschränkte Möglichkeit, die Extension nach seinen Wünschen einzustellen. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes.
Der Google Chrome ist und war von unschätzbaren Wert, als Alternative, auch als Konkurrenz zum Firefox. Er hat das Browsergeschäft belebt und den Firefox herausgefordert. Und doch: er trägt den Geburtsfehler der fehlenden Anpassungsfähigkeit in sich. Die Lösung per Extensions ist schlicht und ergreifend grottenschlecht. Ich denke, dass genau dieser Punkt einer der Hauptgründe ist, warum er nicht weiter verbreitet ist. Ich weiß nicht, ob es die Architektur zulässt, hier noch umzuschwenken – bis dahin bleibt der Google Chrome in der Kategorie unter ferner liefen.