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 Foto: savone | CC-Lizenz
Die Jungle World hat mir während der Geschichte rund um den Kontrollverlust des Herrn Seemann bei der FAZ und zum Bloggen allgemein ein paar Fragen gestellt. Ich habe da mal geantwortet. «Ich glaube, mit dem Fall bei der FAZ stehen wir vor einer Zäsur. Michael Seemann, Mario Sixtus, Thomas Knüwer und andere haben das Bloggen in Deutschland endgültig in Verruf gebracht. Wer sich so unprofessionell verhält wie Seemann, wer wie Sixtus völlig hanebüchen von einer »Bücherverbrennung« spricht, wer wie Knüwer die FAZ-Redaktion beleidigt, kann nicht mehr ernst genommen werden. Wir sprechen hier immerhin von Bloggern, die zu den etabliertesten und auch medial bekanntesten gehören.» Nothing more to say: «Auf Blogs kann man lachen und weinen, sich freuen und ärgern, sich informieren und desinformiert werden. Bloggen ist unendlich, es ist subjektiv, es ist politisch, es ist privat, es ist öffentlich, es bedeutet, anderen zu helfen und Hilfe zu bekommen. Bloggen kann man nicht beschreiben. Bloggen kann man nicht in Worte fassen. Bloggen muss man selbst, um es zu verstehen.»
Interview — Bloggen ist unendlich
Artikel der Jungle World — Kontrollverlust im Blogger-Dorf
F!XMBR — Die FAZ konnte gar nicht anders F!XMBR — Quo vadis, Blogger? 
Von Oliver Herold, am 20.07.2010
Dies las ich in puncto Anglizismen, zu gut Deutsch: die Eindeutschung englischen Vokabulars, mitunter noch in einem völlig falschen Kontext etc. Gruselig wäre es — okay zu mancherlei Zeiten empfand ich es ebenso, auch ging ich gewiß auf die Barrikaden bei konsequenter Kleinschreibung im Netz oder wenn jemand meinte SCHREIEN ZU MÜSSEN, NUR UM DIE AUFMERKSAMKEIT AUF SICH ZU ZIEHEN.
Mitunter fand und finde ich es jedoch auch weitaus gruseliger diese «Grammatik-Nazis» im Netz zu beobachten, die da meinen anstatt einer Antwort, eine grammatikalische Korrektur zum Besten geben zu müssen. Jeder halt nach seiner Facon, insbesondere bei einem derart dynamischen und dem Zeitgeist unterworfenem Gebiet, wie der Sprache. Natürlich existieren Konventionen, dies schreibt man so, die Interpunktion lautet derart und gut ist. Aber wie schon erwähnt, Sprache hatte immer schon eine Eigendynamik und das seit Jahrtausenden. Der habilitiere Korinthenkacker kann dies zwar mit gekonnter Lobbyarbeit gesetzlich verankern, doch Sprache kann er nie der Dynamik berauben und das ist gut so.
Unsere Sprache, die wir heute vollmundig als Deutsch oder gar gerne als gutes Deutsch bezeichen ist nicht mehr als eine Schnittmenge, hervorgegangen aus der germanischen Sprachfamilie, der z.B. auch das Englische angehört. Lehnwörter die heute noch als solche zu erkennen sind, stammen u.a. aus dem Jiddischen, dem Hebräischen, dem Arabischen, dem Lateinischen usw. Aus jüngeren Zeiten stammen viele französische Lehnwörter und aus jüngster Zeit die vielgescholtenen englischen Lehnwörter, gemeinhin als Denglisch verschrien.
Derart funktioniert jede Sprache und man unterteilt sie deshalb auch geschickter in Sprachfamilien, fernab nationaler Eigenheiten, die nicht wuchsen, sondern defintionstechnisch aufgesetzt wurden. Das ganze Netz ist voll von Stilblüten, mit denen die Menschen da draußen im sogenannten Reallife meist gar nichts anfangen können, selbst hochgeistiges «Gefasel» bedient sich oft neuer Konstruktionen im Satzbau, die ihresgleichen da draußen suchen. Bei der Jugend ist es hipp englisches Vokabular in ihre Muttersprache einzuflechten, die alten Säcke geben Latein oder gar Altgriechisch zum Besten, zum guten Ton gehört es gar Sätze mit französischen Lehnwörtern zu garnieren und last not least bleiben die über, denen jedes Fremdwort schon zu fremd ist und eine Vergewaltigung ihrer deutschen Muttersprache darin sehen. Ein Greuel, wie dieses gossenhafte Vokabular die deutsche Sprache verunstaltet.
Who cares? Im Saarland benennt man oftmals den Geldbeutel Portemonnaie oder tat dies noch in meiner Kindheit häufig bzw. Trottoir für den Bürgersteig. Gerne nutze ich jiddische Begriffe, ebenso seit meiner Kindheit, wie z.B. meschugge, koscher usw. Bzw. wer kennt nicht den Begriff Ganove, der dem Jiddischen entstammt? Sprache ist Vielfalt, ist Kultur, ist dynamisch und ist dem Zeitgeist unterworfen. Sprache ist letztendlich auch Gefühl und eine Synthetisierung ist letztendlich nur ein Zerrbild eines gewachsenen Gebildes.
Wie die Sprache sich in Zukunft gestaltet, das wird die Zeit zeigen, keinesfalls ein Duden oder ein von Lobbyismus durchtränkter Staatsapparat der dem Volk «Reformen» unterjubeln möchte. Was Sprache im öffentlichen Verkehr ist, das entscheidet man von oben — was Sprache im persönlichen Gebrauch darstellt, das sollte der eigene Geist entscheiden. Das soll kein argumentativer Freibrief für «Faulheitssprache» sein, denn Sprache im persönlichen Gebrauch sollte auch das Gegenüber berücksichtigen und respektieren. Dabei darf man aber nicht vergessen, das dies keine Einbahnstraße darstellt, der Respekt beruht auf Gegenseitigkeit … da darf der eine verdenglischen und der andere frei Schnauze latinisieren.
Fazit, was wäre das Netz heute ohne seine hybschen Sprachverzerrungen, die doch so vom konservativen geprägten Sprachgebrauch abweichen? Ein Ort der Langeweile, keine Alternative zum Leben da draußen und auch die Welt da draußen, dieses Reallife, muß nicht derart trist verharren. Ein wenig couleur kann auch dort nicht schaden, nicht nur die Gedanken sind frei, auch die Sprache ist es und wir sollten diese doch nicht versuchen einzusperren, sondern vehement gegen Sprachdiktatur verteidigen — ich glaube das ist Mensch der Sprache schuldig.
Und der eine mag halt kritisieren/ignorieren, der andere überläßt anfallende Fehler zum freien Gebrauch — das sind halt die kleinen Nettigkeiten des Netzes, rein oberflächlicher Natur.
Bild: F!XMBR/akephalos
Von Oliver Herold, am 18.07.2010
Was ist Bloggen? Nun abseits der semantischen Analyse, die da von einer Art Kreuzung aus Tagebuch und WWW spricht, ist ein Weblog schlicht ein Tagebuch. Aber Moment, ist ein Tagebuch nicht diese oldschool Angelegenheit? Privates zu Papier gebracht, vor den Augen der Welt verborgen? Kurzum also ein Widerspruch in sich? Denn wie könnte man ein privates Tagebuch in dieses WWW transferieren? Nun als erstes muss man Begrifflichkeiten trennen, sprechen eingeschworene Nerds von «Tagebüchern» meinen diese tatsächlich Poesiealben bzw. degradieren ob Unverständnis Tagebücher zu trivialen Anhäufungen irgendwelcher Intimitäten, cat content eben.
Doch dem ist nicht so. Ein Tagebuch bietet Erlebtes feil, formuliert Gedanken aus, ist ein Spiegel dessen was den Schreibenden bewegt. Ein omnipotenter Anspruch, welcher jedem Raum en masse reserviert. Ein Novum stellt mitunter die zeitnahe und vor allem erwünschte Öffentlichkeit dar, ermöglicht durch dieses WWW. «Gelogen», beschönigt wird traditionell im Privaten, als auch im öffentlichen Raum — von daher nehmen sich beide Darbietungen nicht viel. Allenfalls diktiert die zusätzlich gewonnene Öffentlichkeit ein Plus an etwaiger Zurückhaltung, gegenüber dem schon vorhandenem Diktat seitens des Egos.
Bloggen ist also nichts neues, Bloggen kann alles sein — nur die eigene Fantasie setzt Grenzen. Man muss sich also nicht eines Begriffes wie Tagebuch schämen, große Frauen und Männer verfassten diese im Laufe der Geschichte und hinterließen somit nachfolgenden Generationen teils unschätzbare kulturhistorische Einblicke oder dem eigenen Nachfahren Aufschluß bezüglich dem eigenen Tun und Handeln.
Wenn also Oscar Wilde schreibt: «Das Gedächtnis ist das Tagebuch, das wir immer mit uns herumtragen.», so gilt dies vice versa ebenso für diese mittels Papier oder Virtualität transportierten Worte — eine Vielfalt des Geistes eben, welche genutzt werden sollte. Insofern ende ich mit den Worten eines bekannten Tagebuch-Verfassers: «Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn, indes ihr Komplimente drechselt, kann etwas Nützliches geschehn.» 1
Bild: akephalos
Von Oliver, am 10.07.2010
Die Autoren von F!XMBR preferieren im Moment einen leichten Müßiggang, ob diverser, dieser Jahreszeit geschuldeter, Unpäßlichkeiten. Sobald Linderung in Sicht ist, werden wir in alter Frische zu neuen Taten schreiten
Bild: Wikimedia Commons, Creative Commons 
 Foto: savone | CC-Lizenz
Im Herbst letzten Jahres hat mir Claudia Becher, Studentin für Kommunikations– und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig, zum Thema Thematische Präferenzen der deutschen Blogosphäre ein paar Fragen gestellt. Heute, ein paar Monate später, könnte man vielleicht das eine oder andere ergänzen, anders sehen – oder auch präzisieren. Mittlerweile hat Claudia Becher ihr Zeugnis und das damit verbundene offizielle Gutachten der Bachelorarbeit bekommen. Dafür meinen herzlichen Glückwunsch. Das heißt, die Fragen und Antworten dürfen auch veröffentlicht werden.
Claudia Becher: Was, denken Sie, macht Ihren Blog so erfolgreich?
Chris: Erfolg ist relativ. Es werden in den Deutschen Blogcharts nur Verlinkungen innerhalb der Blogosphäre gezählt. Von daher denke ich gar nicht, dass wir so erfolgreich sind. Blogs fristen ein Nischen-Dasein in Deutschland. Selbst wenn wir die deutschen Top-Blogs eins bis fünf sehen, da sind Zugriffszahlen, die kommen mit den etablierten Medien lange nicht mit.
Dennoch lesen sehr viele User Ihren Blog. Woran liegt das? Was zieht die Leser immer wieder zu Ihrem Blog hin?
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Warum lesen die Leute die WELT oder die SZ, den SPIEGEL? Immer interessengesteuert. Ich gehe davon aus, dass unsere Texte und Ansichten gefallen.
Wie nutzen Sie selbst andere Blogs? Lesen Sie überhaupt andere Blogs?
Auf jeden Fall. Ich denke, gerade durch die heutige Medienkonzentration, ist es unheimlich wichtig, sich auch einmal andere Meinungen einzuholen. Wir stehen mit unseren politischen Ansichten durchaus der SPD, den Grünen oder der Linkspartei nahe. Für mich ist es aber genauso wichtig, CDU– oder FDP-nahe, um es ins politische zu bringen, Blogs oder Publikationen zu lesen. In meinen Augen ist es immens wichtig, immer über den Tellerrand hinauszuschauen. Darum lese ich selbstverständlich auch andere Blogs.
Beschränkt sich die Nutzung auf deutsche bzw. deutschsprachige Blogs oder schauen Sie sich auch in der internationalen Blogosphäre um?
Ich lese weitestgehend deutsche Blogs, wenige aus den Staaten, weil die Informationen aus den bekannten US-Blogs sowieso rüberkommen. Wenn dort ein guter Artikel erscheint, dann finde ich ihn auch in jedem guten deutschen Blog. Die amerikanische Blogosphäre hat sich mittlerweile professionalisiert, so dass ich mit der Huffington Post einen weiteren SPIEGEL habe. Da kann ich besser den Spiegel in Deutschland lesen. Mir fehlt dort mittlerweile das Besondere, das Amateurhafte, das Charmante.
Welche Themen dominieren Ihr Blog?
Bei uns dominieren drei Themenbereiche: Politik, Technik und der Datenschutz — alles, was damit zu tun hat.
Hat sich dieses Spektrum seit Beginn Ihres Blogs verändert? Inwiefern?
Als Oliver Herold und ich das Blog gestartet haben, trug es noch den Untertitel Nicht nur für Geeks und Nerds — war also eher im Technikbereich angesiedelt. Damals bestanden die erfolgreichsten Artikel aus technischen Anleitungen. Mittlerweile ist es ganz stark in Richtung Politik gegangen, wobei ich denke, dass es bei der – eben angesprochenen Medienkonzentration – enorm wichtig ist, andere Meinungen zu lesen. Außerdem hat es nach Lust und Laune ergeben, da die politische Diskussion uns sehr viel Spaß macht. Wir wurden schon als linksradikal, FDP-nah und was sonst nicht alles bezeichnet. Gerade diese Reaktionen sind immer sehr interessant.
Warum hat sich dieses Spektrum dahingehend verändert?
In Deutschland gibt es leider keine politische Blogosphäre. Wir haben zwar mit netzpolitik.org eine wunderbare und erfolgreiche Publikation, aber ich bezeichne sie oftmals als Lobbyisten in eigener Sache. Die lästige Parteiarbeit oder gesellschaftspolitische Themen finden dort nicht statt, sie finden eigentlich auf kaum einem großen Blog statt. Da versuchen wir mit ein paar anderen Blogs etwas zu tun.
Was inspiriert Sie zum Schreiben, woher ziehen Sie die Ideen für Ihre Blog-Einträge?
Jeder Mensch braucht ein Hobby. Wir publizieren und schreiben schon seit Mitte, Ende der 90er Jahre. Erst in den Newsgroups, dann waren es die Foren, jetzt sind es eben Blogs. Es macht einfach Spaß. Es ist ein Hobby, nicht mehr und nicht weniger.
Was sind Ihre hauptsächlichen Quellen? Worauf nehmen Sie Bezug? Beziehen Sie sich beim Bloggen (auch) auf Themen von Leitmedien oder anderen Blogs?
Das ist mein Feedreader. Dort habe ich noch mehr Blogs abonniert, als ich in meinen Favoriten abgespeichert habe. Dann natürlich die Tagespresse. Wenn ich ein Thema lese, welches mich interessiert, ich einen Einfall habe, dann schreibe ich Etwas dazu. Manchmal habe ich keine Idee, manchmal kommt mir beim Lesen sofort ein Einfall. Ich plane nicht, ich lasse jeden Tag auf mich zukommen.
Wenn Sie in der Tagespresse recherchieren oder lesen, ist das eher der Printbereich, Funk, Film und Fernsehen, oder beschränken Sie sich auf das Onlineangebot des jeweiligen Mediums?
Auf jeden Fall das Onlineangebot der Printmedien.
Politik ist das vorherrschende Thema der Leitmedien. Die Ergebnisse meiner Inhaltsanalyse haben gezeigt, dass Politik weniger als andere Inhalte in den führenden deutschen Blogs thematisiert wird. Sehen Sie das genauso oder sehen Sie das anders? Warum ist das Ihrer Ansicht nach so?
Das sehe ich genauso. Warum, darüber lässt sich munter spekulieren. Blogger schreiben und lesen das, wozu sie Lust haben. Blogger lassen sich nichts vorschreiben. Wenn jemand keine Lust hat, über den Parteitag der SPD zu schreiben, dann tut er es auch nicht. Das ist ganz einfach, auf der anderen Seite aber auch schade. Das muss man aber so akzeptieren.
Wie hat sich, Ihrer Meinung, nach die deutsche Blogosphäre in den letzten Jahren entwickelt? Ist sie politischer geworden oder haben sich mehr andere Themenkomplexe herauskristallisiert? Existieren heute mehr Expertenblogs als noch vor fünf Jahren oder wird die Blogosphäre größtenteils von privaten Blogs bestimmt?
Wir haben Anfang 2006 angefangen und sind dann relativ schnell in die deutschen Blogcharts eingestiegen. Seitdem hat sich eigentlich gar nichts geändert. Die gleichen Blogs wie damals sind immer noch ganz oben. Es hat ein paar Verschiebungen gegeben, es sind aber immer noch die gleichen Namen mit den gleichen Themen. Wir haben Spreeblick, wir haben den unvermeintlichen Stefan Niggemeier, wir spielen auch noch mit. Unter dem Strich sind es die gleichen Namen und Themen.
Neue Blogs haben es unwahrscheinlich schwer, in die deutschen Blogcharts einzusteigen. Es gibt mittlerweile ein Überangebot an Blogs. Zählungen zeigen, dass es mittlerweile um die 500.000 Blogs in Deutschland gibt. Und wenn man nicht gerade Freunde bei den ganz Großen hat, die einen vorstellen und featuren, dann hat man keine Chance und die Leute verlieren dann auch wieder die Lust, was ich auch nachvollziehen kann. Von daher gibt es sicherlich seit 2006 einen Stillstand, wenn nicht sogar einen Rückschritt, was die deutsche Blogosphäre angeht.
Wie würden Sie die deutsche Blogosphäre mit wenigen Worten charakterisieren?
Durchgeknallt.
Dazu möchte ich doch gern eine Erklärung!
Die deutsche Blogosphäre ist absolut zerstritten, es gibt kaum Zusammenhalt. Es gibt in Berlin Blogs, die zusammenhalten und zusammenarbeiten, ich nenne es immer das Berliner Blogkartell. Man darf sie nicht kritisieren, sonst gilt man als Nestbeschmutzer. Die deutsche Blogosphäre ist durchgeknallt, zerstritten und das ist sicherlich einer der Hauptgründe, warum sie in den etablierten Medien nicht ernstgenommen wird.
Worin besteht die größte Schwäche der deutschen Blogs und worin sehen Sie das größte Potential?
Das größte Potential? Eine sehr gute Frage. Darauf fällt mir jetzt ad hoc gar nichts ein. Wir haben in Deutschland ein Problem. Wir sind global gesehen nur ein winziger, kleiner Punkt auf der Erde. Deutschsprachige Blogs erreichen im Regelfall Deutschland, die Schweiz und Österreich. Im politischen Bereich wäre das eine Fünf-Prozent-Partei, wenn überhaupt. Das ist den englischsprachigen Blogs gegenüber natürlich ein großer Nachteil.
Ich bin von Folgendem überzeugt: wenn eine Studie erfassen würde, wen die Huffington Post alles erreichen kann, daneben Spreeblick gestellt würden, wen Johnny Häusler und Co. erreichen können, dann erreichen beide Blogs prozentual gesehen wahrscheinlich die gleiche Anzahl von Lesern. Die deutschen Blogs haben meiner Meinung nach ihr Potential voll ausgeschöpft.
Welches Länder spielen, Ihrer Meinung nach, in der internationalen Blogosphäre die Vorreiterrolle und warum?
Ich denke, das ist von Land zu Land unterschiedlich. Man kann es kaum vergleichen, da ist regional große Unterschiede gibt. In Deutschland können wir über viele Dinge schreiben, Spaß haben. Das kann man nicht mit Kollegen aus dem Iran oder China vergleichen. Im Iran oder in China setzen Blogger ihr Leben aufs Spiel. Da habe ich Hochachtung vor und ziehe vor jeden Blogger meinen Hut, der mit Repressalien rechnen muss. Deswegen würde ich die deutsche Blogosphäre niemals mit anderen Ländern dieser Art vergleichen wollen.
Selbst zu den USA gibt es Unterschiede, dort herrscht das Prinzip der free speech. Da können wir uns noch eine Scheibe von abschneiden, wir müssen in Deutschland jeden Tag damit rechnen, Abmahnungen, auf den Tisch zu bekommen. Wie gesagt, ich würde uns da nicht mit anderen Ländern vergleichen wollen, weil die Gesetze unterschiedlich sind.
Was unterscheidet die deutsche Blogosphäre von den Blogosphären anderer Staaten?
Die deutsche Blogosphäre wird von den etablierten Medien nicht ernst genommen. Ganz klare Sache. Unter etabliert zähle ich die altbekannten wie den Spiegel, die FAZ oder den Axel-Springer-Konzern. Die wollen zwar manchmal gerne mitspielen und starten dann auch eigene Blogs, aber letzten Endes fristen deutsche Blogs ein Nischen-Dasein. Und man muss es so direkt sage: Wenn man sich die deutschen Top-Blogs anschaut, zu Recht.
Zählen Sie unter die Top-Blogs eher Expertenblogs oder auch private Blogs, die alles an Themen behandeln?
Es sind in der Regel Wald– und Wiesenblogs. Wenn man sich die deutsche Blogosphäre anschaut, Spreeblick, die sich mit Pop und Spaß beschäftigen, Nerdcore, der nur Spaß macht. Das erste Fachblog haben wir mit dem law blog, das grandiose Blog von Udo Vetter. Fefe macht viel mit Datenschutz, Privacy und Verschwörungstheorien, dann kommt Basic Thinking. Kann man auch vergessen, seit Robert Basic es abgegeben hat. Es folgen zwei Journalisten, Stefan Niggemeier und Thomas Knüwer. Wenn man sich die Top 10 der deutschen Blogcharts anschaut, steht es 50:50. Auf der einen Seite fachspezifisch, wie der Medienjournalismus Niggemeiers und Knüwers oder das Strafrecht Vetters, der Rest ist purer Fun. Manche haben das Glück, dass sie in den letzten Jahren Leser binden konnten und davon leben können.
Welchem Trend wird die deutsche Blogosphäre, Ihrer Ansicht nach, folgen und wie wird sie sich in der Zukunft entwickeln?
Sie wird sich immer weiter zurückentwickeln. Das so genannte Social Web umfasst nicht mehr nur die Blogs, es gibt mittlerweile Facebook, Twitter und unzählige andere Dienste. Gerade die Blogger, die davon leben, müssen mit diesem Trend gehen und dort ihre Leser abholen. Wir haben das Phänomen, dass seit 2006 die Verlinkungen innerhalb der deutschen Blogs zurückgehen, einfache Link– und Lesetipps werden über Twitter oder Facebook und nicht mehr über Blogs verbreitet. Dieser Trend wird weiter zunehmen.
Die deutsche Blogosphäre hat ihren Zenit schon lange überschritten. Der Trend wird dahin gehen, dass die, die Spaß daran haben, weiter machen und dass natürlich Fachblogs weiter bestehen und hoffentlich weiter in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Wenn ich beispielsweise an Jens Weinreich denke, der über Sportpolitik bloggt oder an das Blog gesundheit.blogger.de, das der Gesundheitsindustrie auf die Finger schauen, dann hoffe ich, dass diese Publikationen weiter bestehen. Ansonsten, ganz im Ernst: Wenn morgen 98% der Blogs aus den deutschen Blogcharts dicht machen, inklusive F!XMBR, dann interessiert das keinen Menschen. 
Unser neues Wohnzimmer macht sich. So langsam werden auch die letzten Einzelheiten umgesetzt und versucht, die Wünsche der Leser einzubinden. Wir haben die Plugins vorgestellt, die im Hintergrund werkeln und unsere Maßnahmen gegen den Spam veröffentlicht. Unser eigener URL-Shortener auf lallus.net verrichtet seinen Dienst, mittlerweile wird ist auch unser Twitter-Stream damit verbunden und oben rechts die so genannten Sexy Bookmarks. Dank dem Hinweis von Sven Kubiak läuft nun auch unser mobiles Theme mit NoSpamNX, so dass kein hidden field mehr angezeigt wird. Die Google Webfonts sind wieder deaktivert, gefällt uns nicht, aber vielleicht programmiert Apple ja in der Zukunft irgendwann einmal brauchbare Software, dann werden wir sie wieder einsetzen.
Markus hat es gefordert – und bekommen. Innerhalb eines Artikels kann jetzt wieder zwischen vorherigen und nachfolgenden Artikel hin– und hergeblättert werden. Wir haben es in die Sidebar gepackt, sonst hat sich kein Platz innerhalb des Themes gefunden. An anderer Stelle sah eher wie bestellt und nicht abgeholt aus. Die Slideshow hat auch ein neues, für uns angepasstes Design bekommen, die Schriftfarbe insgesamt wurde noch einmal ein wenig dunkler eingestellt.
Wir haben eine Druckvorschau installiert. Wenn Ihr über den Artikeln auf Drucken klickt, wird diese angezeigt. Realisiert wird die Vorschau mit dem Plugin WP-Print. Da standen wir vor einem Problem: Das Plugin funktionierte nicht mit unserer Permalinkstruktur. Ich kann nicht sagen, woran es lag, ich habe selbst die .htaccess komplett neu erstellen lassen. Aber wo ein Problem, da ist auch eine Lösung. Mit der normalen Permalinkstruktur von WordPress funktioniert das Plugin ganz hervorragend, so hieß es basteln. Der Code sieht wie folgt aus:
<a rel="nofollow" href="<?php bloginfo('url'); ?>/?p=<?php the_ID(); ?>&print=1">Drucken</a>
So langsam sind selbst die Kleinigkeiten erledigt, mir fällt im Moment nichts mehr ein, was noch zu erledigen wäre. Sehr fein das Ganze… 
Nach unserem Redesign stellt sich nun in unserer Reihe Unter der Motorhaube zum sechsten Mal die Frage, womit F!XMBR angetrieben wird. Im Laufe der Zeit haben wir natürlich mehrere Plugins verwendet, das eine oder andere Design – der Motor war aber immer derselbe: WordPress. Doch damit ist es nicht getan, Spam nimmt Monat für Monat zu, wir haben eigene Vorstellungen und Wünsche – und unsere Besucher wollen auch nicht vergessen werden. Folgende Plugins werden eingesetzt:
- Audio player
Der Audio Player ist mittlerweile in der Version 2.0 angekommen. Damit binden wir, wie sollte es auch anders sein, die Mp3-Dateien ein.
- A Year Before
Damit werden in der Sidebar die Artikel eingeblendet, die vor einem Jahr veröffentlicht wurden. Eine kleine Spielerei.
- Chunk Urls for WordPress
Mit diesem Plugin werden lange URLs in den Kommentaren gekürzt.
- Contact Form 7
Unser neues Kontaktformular.
- DoFollow
Standarmäßg sind die URLs in den Kommentaren mit dem No-Follow-Attribut versehen. Mit DoFollow wird dies verhindert und es werden normale Links.
- FeedBurner FeedSmith
Wir haben 3,5 Jahre auf die interne Feed-Lösung von WordPress gesetzt, bis wir um Ressourcen zu schonen, eine Änderungen eingeführt haben. Beispielsweise läuft der Feed nun über Feedburner. Mit diesem Plugin werden die Feed-URLs von WordPress automatisch zu Feedburner geleitet.
- Get Recent Comments
Eine weitere Spielerei für die Sidebar – die letzten Kommentare.
- Google News Sitemap
Google XML Sitemaps Ein wenig Unterstützung für Mama Google, wo was zu finden ist.
- Gurken Subscribe to Comments
inforgurke.de hat das ursprüngliche Subscribe-to-Comments-Plugin weiter entwickelt und an die deutsche Gesetzgebung angepasst. Sehr fein.
- Identi.ca Tools
Unsere neuen Artikel werden automatisch zu Identi.ca übertragen, von dort zu Twitter.
- Knspr-ImgNote
Mit diesem Plugin lassen sich wie auf Flickr Notizen auf Bilder hinterlegen.
- Less
Wenn ihr auf der Hauptseite auf Weiterlesen klickt, wird kein Anker mehr unter dem bereits auf der Hauptseite angezeigten Text gesetzt, der Artikel als Ganzes angezeigt.
- Lightbox 2
Mit Lightbox 2 können Bilder ein wenig besser präsentiert werden.
- NoSpamNX
Über NoSpamNX hatte ich hier schon einiges geschrieben. Sven hält das Plugin stets aktuell und hat für die Nutzer immer ein offenes Ohr. Klasse.
- o42-clean-umlauts
Mit o42-clean-umlauts werden Umlaute in den Permalinks konvertiert. Aus ä, ü, ö und ß werden ein ae, ue, oe und ss.
- OpenID
Wir sind mit F!XMBR unser eigener OpenID-Provider.
- SexyBookmarks
Die Share-Buttons oben rechts werden mit den SexyBookmarks realisiert.
- Smart Update Pinger
Smart Update Pinger verhindert, dass ein anderes Blog doppelt und dreifach angepingt wird, wenn man zum Beispiel einen Artikel editiert.
- WordPress Admin Bar
Die WordPress Admin Bar erleichtert uns die Arbeit – per Leiste Schnellzugriff auf das ACP.
- wp-cache
Den Ressourcen und der Performance geschuldet – wenn es einen Besuchernadrang gibt, wird das Plugin aktitiviert, derzeit ist es eher ruhiger, also ist wp-cache deaktiviert.
- WP-Footnotes
Damit werden unsere schönen Fußnoten dargestellt.
- WP-Highslide
Ein weiteres Plugin um besser mit Bilder zu arbeiten.
- WP-PageNavi
Mit WP-PageNavi wird die Navigationsleiste unten dargestellt.
- wpSEO
Als ich bei einem guten Freund zu Gast war, hat man mir gesagt, das Plugin sei Pflicht und einfach installiert. Ich habe keine Ahnung, was es genau macht, ob es funktionert. Zumindest werden wir bei Google gefunden.
- WPtouch iPhone Theme
Unser mobiles Theme für iPhone & Co. wird mit diesem Plugin/Theme realisiert.
Seit WordPress 2.9 hat WordPress oEmbed integriert. Hier hatte ich bereits ein paar Sätze dazu geschrieben. Wir haben folgende Plugins zusätzlich installiert:
- Enable oEmbed Discovery
Mit Enable eEmbed Discovery werden nicht nur die Links von WordPress unterstützten Seiten per oEmbed konvertiert, sondern jede Seite, die oEmbed anbietet. Kann natürlich ein Risiko bedeuten, da hier aber im Regelfall nur Oliver und ich publizieren, ist das Risiko eher gering.
- oEmbed for Comments
Damit ist oEmbed auch in den Kommentaren möglich. Leider hat das Plugin wenige Einstellungsmöglichkeiten, so lässt sich zum Beispiel keine Breite festlegen. Wir müssen schauen, wie und ob wir damit arbeiten kommen. Wahrscheinlich kommt es aber in den seltensten Fällen zum Einsatz.
- oEmbed Provider
F!XMBR ist nun auch oEmbed-Provider. Würde zum Beispiel ein WordPress-Blog http://www.fixmbr.de/bulos-erster-zeichentrickfilm/ in einen eigenen Artikel einfügen, würde der Link automatisch in Bulos erster Zeichentrickfilm konvertiert.
Das war es auch schon. Manches ist Spielerei, vieles ist Komfort – und einige Dinge einfach nur für unsere Befindlichkeit. Fehlt Euch noch Etwas, habt ihr Vorschläge? 
 Foto: Simon Willison | CC-Lizenz
Nach unserem Relaunch ist es mal wieder an der Zeit, unsere Fight-against-Spam-Reihe fortzusetzen. Aufgrund unterschiedlicher Maßnahmen haben wir auf F!XMBR die Spam-Problematik sehr gut im Griff. Als Plugin haben wir NoSpamNX im Einsatz. Das Plugin setzt auf eine andere Lösung, wie die bekannten Alternativen: NoSpamNX ordnet den Kommentarfeldern (Name, E-Mail und URL) vom Standard abweichende IDs zu. Es gibt ein verstecktes zusätzliches Feld, welches die ID Author bekommen hat. Wenn nun also ein Bot die Felder ausfüllt, wird er den Namen ins Feld mit der ID Author (für ihn ist dieses Feld sichtbar) eintragen – und schon wird der Kommentar als Spam abgewiesen.
Wir haben bei NoSpamNX die Option Prüfe HTTP Referer: Wenn aktiviert, prüft NoSpamNX ob der Referer eines Kommentares mit deiner Blog-URL übereinstimmt aktiviert. Das hat zur Folge, dass manchmal auch normale Kommentatoren abgewiesen werden. Wenn zm Beispiel im Firefox das Addon RefControl installiert wurde, lehnt NoSpamNX den Kommentar ab. Bitte dort F!XMBR entsprechend eintragen. Wir haben es von Anfang abgelehnt die bekannteren Tools einzusetzen, da diese in der Regel beim heimischen Server nachfragen, ob die Informationen des Kommentars Spam beinhalten. Es muss wirklich nicht sein, dass die Daten und Kommentare unserer Besucher durch die Weltgeschichte geschickt werden.
Im Prinzip kann man drei unterschiedliche Sorten von Spam unterscheiden:
- Menschlicher Spam
- Bots (automatisierter Spam)
- Sonstiger Spam
1.) Menschlicher Spam
Menschliche Spammer lassen sich naturgemäß ganz schlecht bekämpfen, weil sie augenscheinliche Maßnahmen locker umgehen können, so bleiben uns nur restriktive Maßnahmen im WordPress-Backend. Unter Einstellungen – Diskussion haben wir folgende Einstellungen vorgenommen:
Bevor ein Kommentar erscheint, [x] muss jeder Kommentar von einem Administrator überprüft werden.
Diese Einstellung ist insbesondere dem Umstand geschuldet, dass auch Kommentatoren aufschlagen, die rechtswidrige Kommentare absetzen – per Copy & Paste auf anderen Blogs abgemahnte Kommentare hier veröffentlichen wollen. Nun könnte man dem mit der Blacklist entgegen wirken, das wurde dann aber zu unübersichtlich – und mit einer Menge Arbeit war es auch verbunden. Natürlich stört das den Diskussionsfluss – doch wer ernsthaft an einem Thema interessiert ist, wird sich nicht davon aufhalten lassen, wenn ein Kommentar mal zwei Stunden auf die Freischaltung wartet.
2.) Bots (automatisierter Spam)
Das Hauptaugenmerk liegt selbstverständlich auf den Bots, die das Netz abgrasen, die Blogs dieser Welt crawlen – dies geschieht automatisiert, millionenfach pro Tag. Wenn zum Beispiel Techcrunch oder anderen großen US-Blogs angepingt werden, wird der betreffende Artikel in der Folge massenhaft attackiert. Unterscheiden kann man den automatisierten Spam wie folgt:
- Kommentar-Spam
- Trackback-Spam
a.) Kommentar-Spam
Automatisierten Spam per Bot fangen wir hier auf F!XMBR wie oben schon beschrieben mit NoSpamNX ab. Der menschliche Besucher merkt von dieser Maßnahme rein gar nichts. Er kann wie gewohnt kommentieren, kann sicher sein, dass sein Kommentar nicht durch die Weltgeschichte geschickt wird, muss keine Rechenaufgabe lösen oder gar ein Captcha entziffern. Eine bessere Lösung gibt es derzeit meines Wissens nicht.
b.) Trackback-Spam
Wir haben mehrere Maßnahmen ergriffen, die sehr gut wirken. Bots greifen beispielsweise die wp-trackback.php im WordPress-Root-Verzeichnis direkt an. Das kann man leicht unterbinden:
b.1.) Wir benennen die wp-trackback.php um
Natürlich kann dies nicht einfach so gemacht werden, hier sind Eingriffe im Code notwendig. Öffne die /wp-includes/template-loader.php und suche (Zeile 17) nach:
include( ABSPATH . ‘wp-trackback.php’ );
Ersetze es mit:
include(ABSPATH . ‘wp-trackback_neu.php’);
Öffne die /wp-includes/comment-template.php und suche (Zeile 672) nach:
$tb_url = get_option(‘siteurl’) . ‘/wp-trackback.php?p=’ . $id;
Ersetze es mit:
$tb_url = get_option(‘siteurl’) . ‘/wp-trackback_neu.php?p=’ . $id;
Jetzt kann die wp-trackback.php im Root-Verzeichnis in wp-trackback_neu.php umbenannt werden.
b.2.) Das direkte Ansteuern der wp-trackback.php per .htaccess unterbinden
Dazu reicht folgender Eintrag in der .htaccess-Datei:
RewriteEngine On RewriteRule ^wp-trackback\.php.*$ – [F,L]
mod_rewrite muss natürlich auf dem Server aktiviert sein, ebenso müssen wir Zugriff auf die .htaccess haben. Das ist nicht bei allen Webpaketen der Fall. Zusätzlich sind bei uns 2 Plugins im Einsatz: Moderate Pingbacks & Moderate Trackbacks. Auch mit diesen Plugins haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.
Eine weitere Form des Trackback-Spams:
Die Bots crawlen die Artikel-URLs, hängen bekannte Formen der Trackback-Permalinkstruktur an und dann heißt es Feuer frei. Sind diese Bots erstmal losgelassen, und haben uns entdeckt, herrscht keine Ruhe mehr. Unser E-Mail-Client meldet dann im Minuten-Takt neue Kommentare zum Freischalten. Und diese letzte Form ist durchaus die erfolgreichste Methode der Spammer. Ich habe lange überlegt, einfach den Permalink der Trackback-URL zu ändern, ich konnte mir nicht großartig vorstellen, dass es etwas bewirkt. Doch die Bots sind wirklich so dumm, einfach nur schlecht programmiert. Es wirkt, die Bots bleiben außen vor. Es lässt sich ganz einfach lösen:
Suche in der /wp-includes/comment-template.php (Zeile 713) nach:
user_trailingslashit(‘trackback’, ‘single_trackback’);
Ersetze es mit:
user_trailingslashit(‘track_neu‘, ‘single_trackback’);
Suche in der /wp-includes/rewrite.php (Zeile 1281) nach:
$trackbackregex = ‘trackback/?$’;
Ersetze es mit:
$trackbackregex = ‘track_neu/?$’;
Nun noch im ACP unter Einstellungen – Permalinks und einfach auf Permalink-Struktur aktualisieren. Schon ist die neue Permalinkstruktur aktiv, Bots bleiben außen vor. Kleinere Nachteile sollen natürlich nicht verschwiegen werden:
- Manche Leute verlinken die Trackback-URL anstatt sie nur anzupingen. Bei Änderung der URL führen manche Links ins Leere. Das kann man nicht ändern. Die Leute müssen damit leben, dass ihre Links ins Leere laufen.
- Es muss bei jedem WordPress-Update neu eingepflegt werden, zumindest die Änderungen in der comment-template.php und der rewrite.php. Zudem kann es passieren, dass, wenn Fehler geschehen, Trackbacks und Pingbacks gar nicht mehr funktionieren. Das sollte man auch auf jeden Fall nach der Änderung kontrollieren. Lasst Euch einfach von einem befreundeten Blog ein Pingback und ein Trackback schicken.
Damit haben Crawler keine Möglichkeit mehr, die Trackback-URL auszuspähen, es sei denn, sie stoßen irgendwann durch eine Verlinkung drauf. Das war es dann auch schon zum Trackback-Spam. Natürlich kann man zusätzlich noch bekannte Spam-Server per .htaccess und deny from aussperren – doch Trackback-Spammer bleiben nun außen vor.
3. Sonstiger Spam
Unter sonstigen Spam haben wir einsortiert:
- Referer-Spam
- Spam bekannter Server
- Kontaktformular-Spam
- Sonstiges
a.) Referer-Spam
Werden wir von Spam-Seiten verlinkt, das soll es auch geben, um die bekannten Plugins zu umgehen, setzen wir folgenden Eintag in die .htaccess:
RewriteEngine On RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^.*seite1.de.*$ [OR] RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^.*seite2.de.*$ [OR] RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^.*seite3.de.*$ [OR] RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^.*seite4.de.*$ [OR] […] RewriteRule .* – [F]
Natürlich kann es vorkommen, dass rechte Deppen wie PI oder andere Honks auch in dieser Liste landen. Das hat zur Folge, dass F!XMBR von den betreffenden Seiten nicht mehr aufgerufen werden kann. Ist mehr für unser Gemüt und hat nur sekundär mit Spam zutun.
b.) Spam bekannter Server
Um einschlägig bekannte Seiten (siehe auch a) gänzlich auszusperren hilft folgender Eintrag, es kommen vom jeweiligen Server dann auch keine Trackbacks mehr an, egal welche Domain von dem betreffenden Server verwaltet wird:
Order Deny,Allow deny from 213.xxx.xxx.xxx deny from 195.xxx.xxx.xxx deny from 82.xxx.xxx.xxx deny from 66.xxx.xxx.xxx […]
Man kann also auch gegen diese Art Spam viel tun. Doch gerade bei den ganzen amerikanischen und asiatischen Seiten ist auch viel Kreativität gefordert. Ich hatte die Nase voll: Jeglicher Referer, die Zeichenfolge poker enthält, landet nun auf der 403. Sonst kann es irgendwann vorkommen, dass das Ganze zur Lebensaufgabe wird. Das ist dann schon sehr restriktiv und kann auch mal normale Seiten treffen.
c.) Kontaktformular-Spam
Der normale User bekommt es nicht mit, aber auch die auf den Blogs sehr oft eingesetzten Kontaktformulare werden ebenso angesteuert, und dann trudeln die Mails mit nice site oder so ähnlich ein. Doch auch hier gibt es Abhilfe. Wir setzen seit dem Redesign das Plugin Contact Form 7 ein. Wer uns nun eine Nachricht zukommen lassen will, muss eine kleine Rechenaufgabe lösen – per Hand und schon schauen Bots in die Röhre. Ob diese Lösung ausreicht, wird die Zukunft zeigen. Leider funktionierte die alte Lösung nicht mehr.
d.) Sonstiges
Es gibt immer wieder Seiten, die leben vom Contentdiebstahl. Als Beispiel seien hier die NPH-Proxies genannt. Ich empfehle da auch immer, das Forum von Abakus im Auge zu behalten – wenn man mal das ganze Marketing- und SEO-Gequatsche außer Acht lässt, und nur die Informationen mitnimmt. Eine ellenlange Liste mit NPH-Proxies schaut zum Beispiel wie folgt aus:
# NPH-Proxy’s RewriteCond %{HTTP_HOST} !^www\.fixmbr\.de$ RewriteRule ^(.*)$ http:// www fixmbr.de/$1 [L,R=301] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^24\.169\.129\.239$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^38\.100\.31\.31$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.75\.222\.63$ [OR] […]
Das war es auch schon. Sehr viel Text, und doch sinnvolle Maßnahmen. F!XMBR ist mittlerweile nicht ganz unbekannt – und Ziel mancher Angriffe. Wir setzen kein großes, überkandideltes Anti-Spam-Tool ein und haben die Spam-Problematik trotzdem im Griff. Das ist schon ein großer Erfolg. Ich hoffe nicht, dass wir irgendwann mal sagen müssen, wir geben auf, Spam Karma wurde gerade installiert. Doch bis dahin ist noch ein ganz langer Weg und wir haben noch viele Pfeile im Köcher. 
Die Renovierung unseres Wohnzimmer ist fast abgeschlossen. Es ist immer wieder interessant zu sehen, was anderen Augen noch auffällt, was uns entgangen ist, obwohl wir uns damit intensiv beschäftigt haben. Und wie es auch immer so ist, manchen gefällt das neue Design, anderen nicht. Das ist immer so, man kann es leider nicht allen Recht machen. Solange aber nicht die breite Mehrheit das neue Design ablehnt, ist alles in Ordnung, wobei wir natürlich auch die verstehen, die F!XMBR 3.0 wegen der speziellen Einzigartigkeit gemocht haben. Größter Diskussionspunkt war – wie zu erwarten – die neue Slideshow. Da haben wir mittlerweile für alle Besucher eine befriedigende Lösung finden können.
Wer sie nicht mag und den Firefox im Einsatz hat, kann die Slideshow per Adblock Plus ganz einfach ausblenden:
fixmbr.de##DIV#showScript
Bei deaktiviertem JavaScript wird die Slideshow nun gar nicht mehr angezeigt, es zerschießt nicht mehr das Design, es geht gleich los mit den Artikeln. Wieder Etwas gelernt – mir war nicht bewusst, dass dies so einfach möglich ist. Das musste ich auch erst nachlesen. Einen Dank an dieser Stelle an die Community von JoomlaWorks. Während ich diese Lösung gebastelt habe, habe ich nicht darauf geachtet, dass ich der Slideshow eine neue Klasse zugewiesen habe. Es kann also sein, dass Ihr den Filter im Adblock Plus neu eingeben müsst.
Die E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Kommentaren klappt mit dem Double Opt-In-Verfahren hervorragend. Ein weiterer Service für die Leser, der nun auch den nötigen und richtigen Datenschutzgesetzgebungen genügt. Wo ich gerade beim Thema E-Mail bin: Wenn wer schon über das Kontaktformular Kontakt zu uns aufnimmt, sollte zumindest dort, beim Kommentieren ist das ja nicht nötig, ein korrekte E-Mail-Adresse hinterlegt werden. sonst ist das mit dem Antworten schwierig.
Beim Theme hat es ein wenig das Layout zerschossen, wenn in den Kommentaren Trackbacks reinkamen. Da mussten wir auch lange schauen – es liegt am Theme selbst, nicht an unseren Verbesserungen. Ich habe bis jetzt keine andere Lösung gefunden, als in die Source Code zu steigen und dort eine Tabelle einzufügen. Suboptimal geregelt, aber ein Bugreport an die Programmierer ist raus, sie versuchen es mit dem nächsten Release zu korrigieren.
Heute morgen habe ich noch eine E-Mail bekommen, dass auf dem iPad die Artikelüberschriften nicht angezeigt werden. Nun ist klar, dass die Google Fonts nicht von iPhone, iPad, iPod, or Android unterstützt werden. Doch sollte eigentlich, wenn ich mir unsere style.css anschaue, dann eine andere Schrift angezeigt werden. Auf dem iPod funktioniert es, auch wenn ich diesen Test laufen lassen. Ist der Fehler reproduzierbar?

Habt Ihr sonst noch Wünsche, passt irgendwo nocht etwas nicht? Wir haben mittlerweile auf vielen Browsern und Systemem F!XMBR 4.0 getestet, es sollte eigentlich weitestgehend passen. 
Lieber Felix, zwischen dem Like-Button von Facebook und einer Verlinkung zu Facebook besteht ein himmelweiter Unterschied. Mir ist klar, dass dieser Umstand so manchen Horizont weit übersteigt. Bei Dir hätte ich eher nicht damit gerechnet. Ach – wenn Du wenigstens auf mein Facebook-Profil hingewiesen hättest, hätte ich es ein stückweit vestanden, aber eine einfache Verlinkung? Du machst Dich lächlich. Oder hast Du einfach ohne nachzudenken bei Andrè Krüger abgeschrieben, der offensichtlich ebenso Verständnisschwierigkeiten hat, um es diplomatisch auszudrücken? Wie auch immer, nur für Euch Beiden, damit Ihr es auch versteht (ich weiß, es ist schwer, aber zur Not, einfach melden, dann mache ich es noch einmal im Sendung-mit-der-Maus-Stil):
Like-Button 2 3 (weitere Links per Google auffindbar oder auf Nachfrage) Verlinkung/Hyperlink (falls es Fragen gibt, Brigitte Zypries gibt bestimmt Antwort)
Es kann natürlich auch sein, dass mit meinem Namen Flattr-Kohle abgezogen werden soll… 
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