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Desktop Summit 2011

Die beiden großen Desktopumgebungen haben ja im vergangenem Jahr ihre Großveranstaltung gemeinsam durchgeführt. Vom 3.-11. Juli 2009 trafen sich also die Entwickler von Gnome und KDE auf Gran Canaria zum Desktop Summit. Dieses Jahr haben beide Projekte ihre Veranstaltungen wieder getrennt durchgeführt, KDE seine aKademy in Tampere in Finnland und Gnomes Guadec in Den Haag läuft ja gerade.

Beide Projekte waren sich allerdings darüber einig, im nächstem Jahr wieder gemeinsam eine Veranstaltung durch zu führen. Bisher stand allerdings noch nicht fest, wo die Veranstaltung stattfinden wird. Klar war nur, dass es auf Grund der Reisekosten ein Ort in Europa sein wird.

Nun steht mit Berlin der Ort und auch der ungefähre Zeitpunkt fest, der nächste Desktop Summit wird im August 2011 sein.

Mozilla Security Bug Bounty Program

Dank Linspire und Mark Shuttleworth gibt es nun statt nur 500$ ganze 3000$ und oben drauf gibt es ein T-Shirt, wenn man eine Schwachstelle in Mozilla entdeckt, die sich über das Internet bzw. das Netzwerk ausnutzen läßt und noch nicht dokumentiert ist, findet. Das “Mozilla Security Bug Bounty Programs” läuft bereits seit 2004. Das Programm erstreckt sich auf alle Software von Mozilla also Firefox, Thunderbird, Firefox Mobile sowie alle Mozilla-Dienste.  Bugs  in Software von Drittanbietern, etwa Browser-Add-ons oder -Plug-ins, zählen hingegen nicht und Mitarbeiter von Mozilla sowie Entwickler, die an der Software mitgearbeitet haben sind von der Gewinnchance ausgeschlossen.

Try it – openSUSE online ausprobieren

Unlängst habe ich ja über den RC1 von openSUSE 11.3 berichtet. Vergangene Woche erschien nun auch plangemäß der zweite Release Candidate der nächsten openSUSE Version. Allerdings hat sich nur wenig an der Version geändert, die bekannten Bugs wurden behoben und KDE auf die Version 4.4.4 angehoben. Dem pünktlichen Erscheinen von openSUSE 11.3 in 10 Tagen steht wohl nichts mehr entgegen. Für all diejenigen, die sich nicht die Mühe machen wollen, die DVD herunter zu laden und zu installieren, gibt es die Möglichkeit immer die neueste Version von openSUSE online zu testen.

Was damals als kleine technische Spielerei von Michal und einigen Freunden begann, ist heute ein “offizieller” Dienst des Projektes, welcher auf den Servern des Projektes läuft. Der gleichzeitig gestellte Featurerequest, diesen Service offiziell anzubieten, bekam recht schnell die entsprechenden Stimmen und ist heute unter http://live.opensuse.org/ erreichbar. Die virtuellen Maschinen sind auf 3 Wegen erreichbar, direkt im Browser, über VNC Clients oder via ssh. Man kann fast alle Desktop Enviroments, die openSUSE derzeit bietet ausprobieren, egal ob GNOME, KDE, XFCE oder LXDE. Es ist auch unproblematisch weitere Software zu installieren und auszuprobieren, da man auch Rootzugang bekommen kann. Also ruhig mal ausprobieren.

Interview mit Shuttleworth

Samstag den 12. Juni war ja bei RadioTux im Livestream vom LinuxTag so zu sagen Ubuntu Day. Wir hatten jede Menge Gäste zu Themen rund um Ubuntu zu Gast, auch einige Leute, die sich bei ubuntuusers.de engagieren oder Ubuntu-Berlin. Die meisten dieser Interviews wurden von Roman vom ubuntublog.ch geführt. Nach seiner Keynote “A whole new level of awesome” war dann auch Mark Shuttleworth bei RadioTux auf unserer kleinen Bühne in der Messehalle zu Gast.

Ingo hat mit ihm über seine Rolle bei Canonical und innerhalb des Product Design für Ubuntu gesprochen, über die Ziele im Bereich mobile computing zum Beispiel der Integration von Touchscreens, über die Beziehung zum Debian-Projekt und seine nächsten Ziele.

Seit dem wir wieder zu Hause sind, kamen immer wieder Anfragen wann denn das Interview veröffentlicht wird. Nun ist es soweit, das Interivew mit Mark Shuttleworth ist veröffentlicht und ihr könnt es hier finden.

openSUSE 11.3 RC1 erschienen

Vor 2 Tagen ist ja der erste Release Candidate von openSUSE 11.3 veröffentlicht worden und gestern war nun Zeit ihn herunterzuladen und zu testen. openSUSE 11.3 setzt nun doch weiterhin auf Sys-V-Init anstatt auf upstart zu wechseln. Grund dafür ist das upstart mehr Hauptspeicher benötigt und mit Systemd demnächst eine Alternative zu erwarten ist, die upstart überflüssig machen könnte. Upstart kann allerdings bei openSUSE 11.3 alternativ verwendet werden. Neu ist das LXDE mit LXDM als Windowmanager daherkommt, der nicht nur schmaler sondern optisch wesentlich besser aussieht, von Features mal ganz zu schweigen. Btrfs kann mit dem YaST-Partionierungswerkzeug bearbeitet und eingesetzt werden. Von einem produktiven Einsatz sollte man aber weiterhin absehen. Ansonsten bietet openSUSE 11.3 hauptsächlich Softwareaktualisierungen. KDE ist in der Version 4.4.3 und bei Gnome in der Version 2.90 dabei. Eine Voransicht von Gnome 3.0 wird ebenfalls geliefert. Was Gnome betrifft ist openSUSE derzeit näher am Upstream als Ubuntu und ob man die derzeitigen Änderungen und Eigenentwicklungen, weiterpflegen wird wird die Zeit zeigen. Jedenfalls ist die Aufnahme einiger Entwicklungen abgelehnt worden.

Ebenfalls enthalten wird OOo mit den hauseigenen Weiterentwicklungen sein, intern tragt OpenOffice die Versionsnummer 3.2.1. Es wurde zum Beispiel Multimedia-Unterstützung in Impress mit dem Gstreamer-Framework implementiert. Auserdem zusätzliche Importfilter für Works-Dokumente und Wordperfect-Grafiken und bessere Unterstützung für VBA. Einen bekannten Fehler gibt es derzeit noch und zwar können LVM-Partitionen nicht eingebunden werden, da Udev-Dienst die entsprechenden Hardwareknoten beim Start löscht. Golem schreibt zwar, das 11.3 1GB RAM verlangt für die Installation, dass ist aber nicht ganz richtig, ich bin auch mit weniger ausgekommen, ich habe aber im Gegensatz nicht die kombinierte Live/Installationsversion benutzt. Insgesamt wird openSUSE 11.3 was die technische Seite betrifft auf jeden Fall eine runde Sache. Der geplante Releasetermin 15. Juli wird wohl eingehalten werden können. Ein Wermutstropfen bleibt für mich allerdings persönlich. 11.3 wirkt grafisch für mich inkonsistent.

LinuxTag – Open Source und Film

Wie ich ich hier schon einmal geschrieben habe, war ich nicht nur für RadioTux in Berlin zum LinuxTag sondern hatte am Samstag Morgen auch einen Vortrag zu “Open Source & Film”. Bereits im Vorfeld haben ja einige angefragt ob ich die Slides zum Vortrag online stellen würde, habe ich bisher immer ausnahmslos getan. Macht aber dieses Mal relativ wenig Sinn, da man ohne den Vortrag gehört zu haben relativ wenig anfangen kann. Denn insgesamt sind es nur 8 Folien und darauf befindet sich meist nur eine Frage und nachher eine Antwort ohne weitere Punkte. Natürlich macht ein Vortrag über Film ohne etwas in der Richtung aus meiner Sicht wenig Sinn, deshalb hab ich einige Videoausschnitte gezeigt. Einige wollten ja auch noch einmal eine Liste mit den Filmen haben. Deshalb habe ich mich entschlossen den Vortrag hier im Blog nocheinmal kurz aufzuarbeiten.

Die erst Folie, war eine reine Bildfolie zu der ich einen kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Copyrights gegeben habe und wie es dazu gekommen ist und wann sich daran etwas ändern muss.
Die Folie zeigt einen Mönch in einem Scriptorium so ging jahrhundertelang die Produktion von Büchern von statten. In Klöstern schrieben dutzende von Mönchen Bücher ab oder/und übersetzten und illustrierten diese.
Das ging solange gut, bis der auf dem nächsten Bild gezeigte Johannes Gutenberg, den Buchdruck entscheidend verbesserte. Gutenberg hat den Buchdruck nicht erfunden, den gab es in Form von Druckplatten schon vorher er hat ihn nur durch Entwicklung von präziser gegossenen Drucklettern, Verbesserung der Druckpresse und Weiterentwicklung der Druckerschwärze entscheidend verändert.
Bis zu Gutenberg gab es nicht sehr viele gedruckte oder geschriebene Bücher, die Bibliotheken der Klöster enthielten nur wenige Werke. Die Autoren, waren eher an der guten Verbreitung durch Abschrift interessiert, sie lebten von ihrem Namen und der Verbreitung ihrer Werke durch die sie Anstellung fanden. Der “Markt” für Abnehmer gedruckter Werke war begrenzt, nur wenige konnten lesen. Nicht wenige Druckereien verdienten daher in dieser Zeit ihr Geld mit dem Druck von Ablaßbriefen und ähnlichem was wir heute Formulare nennen würden.

Es gab allerdings auch andere, sogenannte Verleger die schriftgewandte und belesene Wissenschaftler und Autoren begannen für die Erstellung von Schriftwerken zu bezahlen. Sie tätigten also Investitionen in Neue, vorher nicht erschienene Werke. Die Autoren lieferten Manuskripte für die sie entlohnt wurden, auch hier je bekannter ein Autor war umso mehr Geld konnte er vom Verleger verlangen. Ein Voltaire soll ja seine Bekanntheit durch eigene Produktion von Raubdrucken ja selbst gesteigert haben. Die Autoren störten sich also wenig an Raub-/Schwarzdrucken oder Graudrucken, für ihre Zwecke war der nur dienlich. Der Verleger hingegen hatte einen Schaden. Störend waren für den Autor allerdings Plagiate, Bücher mit dem gleichem Inhalt unter anderem Namen. Mit der Idee die Autoren auch noch am Umsatz zu beteiligen änderte sich die Situation ein weiteres Mal und unser heutiges Copyright entstand.
Fazit am Ende technische Neuerungen und soziale Veränderungen verändern Märkte, Schöpfungsprozesse und verlangen eine Anpassung des Rechtssystemes. Und für diese Anpassung steht das letzte Bild auf der Folie, dass Logo von Creative Commons als wohl bekannteste Lizenz zur Veröffentlichung kreativer Werke.

Heute gibt es das Internet und leistungsfähige Computer. Software (egal ob frei oder proprietär) zur Erstellung von Videos ist nahezu für jedermann verfügbar. An dieser Stelle habe ich das erste Video gezeigt um das aufzuzeigen. Ich habe bewußt einen nicht freien Film gewählt um auf die nächste Frage überleiten zu können.
Ein paar Worte zum gewähltem Film: Star Wars Revelation, der Film ist wie bereits erwähnt nicht frei, allerdings im Internet frei verfügbar. Frei aus vor allem einem Grunde nicht, er greift Handlungstränge, Gestalten, Umgebungen usw. aus einem anderem Werk auf. Im Jargon spricht man dann immer vom “Universum”, dieser Film spielt also im Universum von Star Wars. Derartige Werke werden als “Fan Fiction” bezeichnet und die rechtlich Situation in diesem Fall ist, dass der Schöpfer des Star Wars-Universum, die Macher dieser Filme gewähren läßt solange sie kein Geld für ihre Werke verlangen. Diese Gentlemen Agreement ist allerdings nirgendwo schriftlich niedergelegt, man kann aber beobachten, dass George Lucas ab und an, auf entsprechenden Plattformen, wie http://www.theforce.net anzutreffen ist und dort auch Kritiken zu den entsprechenden Werken abgibt.

Da der entsprechende Film ein nichtfreier Film ist, kommt natürlich die Frage auf was ist ein freier Film oder noch mehr was ist ein Open Source Film. Diese Frage habe ich mir vor einigen Jahren bereits im Presserummel um die Veröffentlichung des ersten Creative Commons Filmes “Route 66″ gestellt. Die Frage wurde mir allerdings erst sehr viel später beantwortet, als Tim Baumann im Zuge seiner Diplomarbeit in Zusammenarbeit mit der OSI, Ton Roosendaal und Schöpfern von Open Source Filmemachern wie Stefan Kluge und Solomon Rothmann eine Definition für Open Source Filme schuf. Sie umfaßt folgende Punkte:

  1. Die Lizenz des Filmes ist zugelassen für freie kulturelle Werke. Dies trifft insbesondere auf die Creative Commons Lizenzen by und by-sa zu.
  2. Die im Film verwendeten Materialien (Quellen) sind auch unter einer Lizenz verfügbar, die für freie kulturelle Werke zugelassen ist.
  3. Der Film und seine Quellen sind öffentlich über einen online Download beziehbar oder über andere Wege, die entweder kostenlos sind oder deren Kosten den Reproduktions- und Verbreitungskosten entsprechen.
  4. Die Quellen müssen mit Free/Open-Source-Software uneingeschränkt ansehbar und editierbar sein. Ist dies nicht der Fall, so muss gewährleistet sein, dass sie mit Free/Open-Source-Software in solch ein Format konvertiert werden können. Das Gleiche muss auch auf den Film selbst zutreffen.
  5. Es sollte möglich sein, den Film mit Hilfe der Quellen zu remontieren oder zu reproduzieren.

Weltraffer from nichtgedreht on Vimeo.

Hier folgte ein weiterer Videobeitrag um eine Überleitung zur Situation im Bereich freierer Filmwerke und Open Source Filme zu schaffen. Der gewählte Beitrag ist wiederherum ein nichtfreier Film. Im Zuge meiner Recherchen für die Nacht der freien Filme auf den Chemnitzer Linux-Tagen bin ich auf den Film Zeitraffer von http://nichtgedreht.de gestoßen. Ein “Brickfilm” der 2008 den Publikumspreis auf der Steinerei mit nach Hause genommen hat. Ich habe weil mir das Werk einfach zu gut gefallen hat kurzerhand Kontakt zu den Machern aufgenommen. Auf die Nachfrage, warum man nicht auf “freiere Lizenzen” setzt, erhielt ich zur Antwort “man habe da noch wirklich sich damit beschäftigt” und das obwohl die Macher des Filmes schon Ärger deswegen hatten. Sie haben ein Video zu einem Song produziert und hatten sogar das Einverständnis der Band dazu und die haben das Video auf ihrer Webpräsenz sogar weiterverbreitet. Das Plattenlabel der Band fand es allerdings weniger witzig. Fazit hier, den Kreativen sind die Chancen die sie mit der Veröffentlichung ihrer Werke unter freieren Lizenzen haben noch überhaupt nicht bewußt. Das bestätigen auch Aussagen im Gespräch mit Stefan Kluge vom VEB Film Leipzig.

Es folgte ein weiterer Videobeitrag mit dem eindeutig aufgezeigt werden sollte, dass es auch mit freien Lizenz möglich ist Geld zu verdienen. Es handelt sich dabei um ein Video namens “Animator vs. Animation“.

Alan Becker hat mit diesem Kurzfilm mehrere zehntausende Dollar nur durch die Einblendung von Werbebannern auf Webseiten verdient. Die Fortsetzung des Filmes “Animator vs. Animation II” wurde zur Exclusivveröffentlichung auf einer Videoplattform verkauft, auch hier gab es einige tausende Dollar dafür.
Nach diesem Film wurden einige andere Wege für die Geldschöpfung mit freien Filminhalten genannt. Diese Methoden stehen den freien Filmen nicht exclusiv zur Verfügung sondern werden auch in kommerziellen Filmen teilweise genutzt. Nicht eingegangen wird auf weitere Geschäftsmodelle, die eher der weiteren Verbreitung und dem “Markenaufbau” der/des Filmproduzenten dienen. Wie zum Beispiel Beilage zu Zeitschriften oder den Film als Werbung für seine Produktionsfirma zu veröffentlichen Beispiel: iRomance.

Sponsoring: das Filme durchaus das Konsumverhalten beeinflussen können, dürfte inzwischen bekannt sein. Das Australien einen deutlichen Anstieg des Tourismus nach der Veröffentlichung von Crocodile Dundee zu verzeichnen. So hat Tourism Western Australia 1 Million $ für Werbung rund um das Epos “Australia” ausgegeben. Ein ebensolcher Anstieg von Besuchern Neuseelands ist nach Lord of the Rings zu verzeichnen. Die Effekte könnten bei freien Filmen ein vielfaches mehr betragen, das die Verbreitung um ein vielfaches höher sein kann.

Crowd Financing: Crowd Financing ist das was die Blender Foundation bisher bei all ihren Filmen angewendet hat. Fans von Blender tragen durch die Vorfinanzierung zur Produktion des Filmes bei und erhalten im Gegenzug dafür als allererstes eine DVD mit dem Werk. Auch Energija Productions hinter der die Macher von Star Wreck in the Pirkening stecken, versucht auf diesem Wege durch den Verkauf von “War Bonds” die Produktionskosten von “Iron Sky” teilweise zu decken.

Donation: Auf der republica07 hat man sich noch über Stefan Kluge lustig gemacht, Spenden wären wohl kein Geschäftsmodell. Dem ist allerdings nicht so, dass Menschen denen etwas gegeben wird durchaus auch manchmal etwas zurückgeben, zeigt der VEB Film selbst, nach Veröffentlichung von Route66 kamen sehr schnell die ersten 5.000 Euro für den nächsten Film zusammen. Auch wenn man sich bei Jamendo einige Bands herauspickt und einfach mal die dort monatlich verzeichneten Spenden anschaut, wird einem klar, dass einige der bekannteren davon auch ihren Lebensuntheralt bestreiten können.

Product Placement: Wie bereits beim Sponsoring erwähnt, Filme können das Konsumverhalten beeinflussen. Ob nun Mutter Beimer in der Serie demonstrativ eine Marken-Nuß-Nougatcreme auf den Tisch stellt (obwohl Schleichwerbung gemäß Rundfunkstaatsvertrag eigentlich verboten ist) oder der Assistent von Sandra Bullock im “Proposal” die ersten 20 Minuten des Filmes mit dem Pappbecher einer bestimmten Kaffeeeinzelhandelsunternehmen oder Gibbs in Navy CIS demonstrativ immer nach einem Kaffee verlangt der ihm auch demonstrativ in der Tasse mit dem entsprechendem Logo serviert wird. Product Placement ist eine der effektivsten Werbeformen, dem Zuschauer wird suggeriert es sei normal ein bestimmtes Produkt zu konsumieren. Um ein wievielfaches höher kann dann diese Werbeform erst sein, bei einem Film der den Anschein hat von “normalen” Menschen gemacht wurde und der eine hohe Verbreitungszahl aufweisen wird? Übrigens wurde diese Werbeform schon in einem freien Film angewendet, in CH7 war demonstrativ ein Restaurant zu sehen, das man gratis benutzen durfte für die Dreharbeiten.

Versioning: Versioning dürfte in der Welt der freien Software eigentlich bekannt sein. Es gibt viele Softwareunternehmen, die eine Software als sogenannte Community- und als Enterpriseversion gegen Bezahlung bereitstellen. Das geht natürlich auch mit Filmen, eine kürzere oder Version in niedrigerer Auflösung gibt es umsonst, hochauflösend oder mit Bonus-Material gibt es gegen Bezahlung. Versionierung wird seit geraumer Zeit von der Filmindustrie für die Ankurbelung der DVD-Verkäufe angewandt, so befindet sich meist Bonus-Material auf den DVD wei Makingof etc. Auch das ist mit freien Filmen durchaus umsetzbar.

Sell it, Free it: Bei diesem Modell wird der Film anfangs nicht unter einer freien Lizenz veröffentlicht sondern erst nach erreichen des Geschäftszieles, sei es durch Absatz einer bestimmten Anzahl von DVD oder dem Erreichen einer gewissen Besucherzahl im Kino oder am Ende durch erreichen einer gewissen Laufzeit. Zum Beispiel 2 Jahre lang nur als Kaufversion, dannach frei.

Pay what u want: Bei diesem Geschäftsmodell darf der Konsument einfach frei wählen, wieviel er für das Produkt ausgeben möchte. Egal ob ein Grundpreis verlangt, der die Material- und Versandkosten deckt oder auch Kleinstsummen möglich sind, die den AUfwand nicht decken. Die Möglichkeit gegen Zahlung eines selbsgewählten Preises die Vollversion von World of Goo zu erwerben, ging ja auch ausreichend durch die Medien. Ähnlich bietet der VEB Film seine Produkte an, eine Fixsumme für den Versand der DVD ist vorgegeben. Die Erfahrung zeigt, dass die Konsumenten durchaus in der Masse gerechte Preise auch gegenüber dem Produzenten bezahlen.

Accesoring (Merchandizing): Merchandizing spielt auch in der proprietären Filmindustrie eine nicht unbedeutende Rolle. Die Rolle dieser Einnahmen wurde wohl dem oben bereits erwähnten George Lucas als erstem bewußt, so verschenkte er damals nahezu die Rechte am Film gegen die Zusicherung der Rechte an Merchandizing. Heute 30 Jahre später wird klar, dass er das größere Stück vom Kuchen bekommen hat. In den 30 Jahren wurden rund 30 Milliarden Dollar mit Star Wars Merchandizing-Artikeln umgesetzt. Dem gegenüber steht ein eher mageres Einspielergebnis von Star Wars: The Clone Wars von rund 70 Millionen, die Produktionskosten des Vorgängers betrugen rund 120 Millionen und man kann davon ausgehen, dass in etwa die gleiche Summe für Marketing aufgewendet wurde. In derartigen Filmen wie Big Buck Bunny steckt durchaus das Potential für Merchandizing Produkte. Bei Produktionen wie Route66 oder Valkaama kann es durchaus durch den Verkauf von Postern oder Soundtrack-CDs zur Ergänzung der Einnahmen dienen.

Nach diesem etwas längerem Ausflug in die Möglichkeiten der Finanzierung freier Filme, folgten zahlreiche Filme und Filmausschnitte um einen Überblick auf freie Filme/Open Source Filme im sogenannten programmfüllenden Sektor zu geben und die Frage zu klären, warum der Erfolg sich für diesen Sektor bisher nicht eingestellt hat. Gezeigt wurden:

Ein Auschnitt von “Route66 - ein amerikanischer Albtraum
Ein Auschnitt aus Valkaama
Ein Auschnitt aus CH7
und ein Chapter aus “Sita sings the Blues

Am Ende steht das Fazit, dass die Masse der bisher veröffentlichten Filme, nicht von vornherein als Open Source Filme geplant waren und die wirtschaftliche Planung trotz aller kreativer Freiheit die in diesem Filmen eine Rolle spielt, eine Rolle spielen muß um auch wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Der Bonusfaktor zu den ersten zu gehören, die einen solchen Film veröffentlicht haben ist langsam vorrüber. Ich hoffe, dass der Überblick, denn ich über das Thema geben wollte ausreichend ist. Am Ende ist es ein sehr komplexes Thema, welches man nur entweder auszugsweise im Überblick streifen kann oder mit sehr viel Zeitansatz vorstellen kann. Um auf zu zeigen, wie man mit derartigen Filmen Geld verdienen kann, muss man z.B erst einmal darstellen wie wird mit “normalen” Filmen Geld verdient.

Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, die Diplomarbeit von Tim Baumann steht hier zum download bereit, außerdem pflegt er die Wikipedia-Seiten zum Open Source Film, auf denen die wirklich wenigen Exemplare zu finden sind, die den Kriterien entsprechen. Fragen und Anregungen, wie immer in die Kommentare ;)

Debian Squeeze artwork “contest”

Nachdem die Nachrichten die Runde machen, das Debian Squeeze Ende August eingefroren wird, ruft nun der Debian Project Leader Stefano Zacchiaroli in seinem Blog zu einer Art Grafik-Wettbewerb auf. Also wer Skills im Umgang mit Grafiken hat und ein Debian-Enthusiast ist, sollte sich zuerst einmal auf der Artwork requirements-Seite im Debian Wiki umschauen. Und kann nachher schon einmal hier die Vorschläge für Squeeze im “Contest” anschauen und natürlich dort auch eintragen. Also viel Spaß beim mitmachen.

Join the Game

Am Mittwoch auf dem LinuxTag haben Jos Poortvliet und Frank Karlitschek bei RadioTux auf der Bühne, dass neue Programm “Join the Game” des KDE e.V. vorgestellt. Der KDE e.V. versucht mit diesem Programm neue Mitglieder zu gewinnen, die den Verein vor allem finanziell unterstützen. Bei Join the Game geht es aber um mehr als nur einfache Spenden. Die Mitglieder sollen auch in die KDE-Community integriert werden mit einer Mitgliederversammlug zur Akademy-Zeit oder anderen Events. Werden allerdings kein Stimmrecht für Wahlen besitzen. Dafür erhalten sie allerdings viermal im Jahr einen Bericht über die Tätigkeiten des KDE e.V. um sich so über den Verbleib des von ihnen gezahlten Geldes zu informieren zu können. Das Geld soll helfen, die Kosten der steigenden Aktivitäten der KDE-Community decken zu können. Das erste KDE e.V. Individual Supporting Membership-Member wurde übrigens Georg Greve der Gründer der FSFE und die Nummer zwei war Vincent Untz von der Gnome-Foundation. Mehr gibt es im entsprechenden Announcement von Jos Poortvliet. Auf den Mitschnitt von der RadioTux Bühne müßt ihr noch eine Weile warten.

Review LinuxTag 2010

Der LinuxTag in seiner 16ten Ausgabe ist nun seit gestern Geschichte, und ich bin auch schon wieder zu Hause. Die Mails sind alle nun gelesen, alle die mir noch am Montag oder noch später geschrieben haben, sie hätten gern ein Freiticket hatten ziemliches Pech. Am Montag hatte nämlich mein Mailserver einen Ausfall und er hat die Queue erst am Dienstag abgearbeitet und da war ich aber schon unterwegs in Richtung Berlin. Während der Woche hatte ich aber auch keine Zeit groß Mails zu lesen oder gar zu bloggen, das wird langsam zur Gewohnheit :(

Das wird aber jetzt nachgeholt und zwar mit diesem Artikel, was meinen Talk betrifft da ja einige die Folien erwarten auch dazu werde ich noch einen Artikel verfassen. Ich bin wie bereits erwähnt am Dienstag Morgen nach Berlin gefahren und zwar wie schon öfter mit dem Vogtlandexpress. Ich mag diese Privatbahn, erstens ist sie schneller, zweitens wesentlich günstiger und der Service ist einfach mal super. Ich war dann auch relativ zeitig in Berlin und in diesem Jahr standen schon die Stände und so ging der Aufbau eigentlich zügig von statten, nur kam einfach alle Technik für RadioTux zu spät an.

Ich war dann später noch mit Roman im Zollpackhof einem schicken Biergarten im Zentrum Berlins direkt gegenüber des Kanzleramtes um am Mozilla Meetup teilzunehmen. Eine lockere Runde in der man, eine Menge Leute aus der Mozilla Corporation und Community treffen konnte. So hatten wir die Gelegenheit mit Carsten Book, Axel Hecht und Dr. Barbara Hüppe über ihre Arbeit bei Mozilla zu sprechen. Anwesend war auch Mitchell Baker aber sie ist an diesem Tag erst angereist und hatte einen Jetlag und so haben wir auf ein Interview verzichtet. Wir hoffen natürlcih, dass wir irgendwann einmal die Gelegenheit zu einem Interview bekommen. Das Interview ist übrigens schon veröffentlicht und ihr könnt es hier finden.

Der Mittwoch begann bei der Tag eigentlich sehr chaotisch und so sind einige Interviews leider ausgefallen, vor allem während ich zu Eröffnungspressekonferenz war. So fielen die Interviews über die GUUG und das Interview mit Jos Poortvliet aus, der bereits Cornelius Schumacher im ersten Interview vertreten mußte. Das Interview mit Mandrivauser haben wir ja am Samstag noch nachgeholt. Auch hatten wir am Mittwoch noch technische Probleme. Der auf der Open Source Arena eingesetzte Switch war einfach zu schwach. Das Problem war aber am nächsten Tag beseitigt, allerdings hatten wir dadurch keine Aufzeichnung der zwei dort geführten Interviews. Den Abend habe ich dann auf dem GUUG-Abend ausklingen lassen und bin so erst wieder um 2.30 Uhr im Bett gewesen.

Am Donnerstag war bei uns schwerpunktmäßig sozusagen Debian Day. Am Donnerstag und Freitag fand ja im Untergeschoß der Messehalle die MiniDebConf statt. Diese Veranstaltung ist ein kleiner Ableger der großen, dieses Jahr in New York stattfindenden, DebConf.  Wir haben unser Programm mit einem der Organisatoren dieser Veranstaltung begonnen. Das Highlight des Tages war wohl das Interview mit dem derzeitigen Debian Project Leader Stefano Zacchiroli, dessen Interview ihr hier finden könnt. Ausserdem hatten wir ja Alexander Reichle-Schmehl aka tolimar zu Gast, der uns erzählt hat wie man am Debian-Projekt mitwirken kann.  Mit der Präsenz von Debian in unserem Programm bin ich dieses Mal sehr zufrieden, die Stammhörer von RadioTux wissen wohl, dass Debian sonst immer ein wenig kurz wegkommt, was allerdings nicht an uns liegt. Während sich die Masse der MiniDebConf-Teilnehmer eher auf die Bug-Sqashing Party begeben hat, haben wir den Abend on the beach ausklingen lassen. Die LinuxNacht fand dieses Mal inder Box at the Beach statt, eine tolle Location und wir hatten auch das passende Wetter dafür. Das wir vom Strand um 23.00 Uhr vertrieben wurden, hatte leider polizeiliche Gründe und das auch dieses Jahr magere Angebot für die Vegetarierer hat der Veranstalter durchaus selbst erkannt.

Am Freitag galt dann unser Programm überwiegend openSUSE und auch so gut wie kein Interview ist ausgefallen. Eines der Highlights des Tages war wohl das Interview mit Stormy Peters und Vincent Untz von der Gnome Foundation, welches übrigens witzigerweise Frank Karlitschek geführt hat. Wir hatten aber auch ein Telefoninterview mit Will Stephenson und Stefan Kuhlow nach Nürnberg um über die gleichzeitig stattfindende HackWeek 5 zu berichten. Das Interview könnt ihr hier finden. Nach dem Interview von Stormy und Vincent gab es noch einen weiteren Höhepunkt auf der kleinen Univention-Bühne, wir hatten Larry Augustin den CEO von sugarCRM zu Gast, der uns ein wirklich tolles Interview gegeben hat. Wenn das dann fertig geschnitten ist also unbedingt reinhören.

Am Samstag galt ein Großteil unseres Programmes Ubuntu und so hatten wir die Jungs von ubuntuusers zu Gast, haben ein Interview zu Communtu geführt und hatten jede Menge weitere Gäste rund um Ubuntu. Es gibt ja auch bereits einen Artikel im ikhaya von ubuntuusers zur Präsentation auf dem LinuxTag und natürlich auch zu unseren Interviews. Das absolute Highlight des Tages in unserem Sendeplan war wohl Mark Shuttleworth und man muss sagen das einzige Mal in der Woche, dass die Sitzplätze vor der Bühne und auch der Gang davor richtig gefüllt war. Wir haben uns von Mark einige Autogramme geben lassen, die wir natürlich nicht selbst behalten werden, sondern irgendwie über RadioTux verlosen werden. mal sehen, da lassen wir uns etwas einfallen. Der Abend endete dann wie in den letzten Jahren mit dem Besuch der C-Base wo Ubuntu Berlin gegrillt hat.

Insgesamt war der LinuxTag dieses Jahr sehr toll, wenn man von kleineren Fehlern absieht. Eine Zunahme der Besucher gab es auf jeden Fall und ein frischer Wind war auch zu verspüren. Ich bin auf jeden Fall auch wieder auf dem nächsten LinuxTag, der dann allerdings schon im Mai statfinden wird. Der Termin ist im nächsten Jahr der 11.-14. Mai 2011.

Für Kurzentschlossene

Ich hab doch tatsächlich noch ein paar Wochenkarten für den Linuxtag zu vergeben. Wer also bis jetzt noch keine abbekommen hat, einfach eine Mail and die bürgermeisterliche Adresse schicken. Bitte nicht in die Kommentare ;)