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Der Super-GAUck der SPD

White Star Line
Bild: Agenda 2013

Aus der Bundespräsidentenwahl geht die SPD als der große Sieger hervor, so sehen es zumindest die meisten Kommentatoren der etablierten Medien. Mit dem Kandidaten Gauck haben Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier der Regierungskoalition eine krachende Niederlage eingebracht und die Linkspartei düpiert und bloßgestellt. Die SPD sonnt sich in diesem Erfolg, im neuen Deutschlandtrend der ARD kommen die Sozialdemokraten erstmals seit langen Jahren wieder auf 30%. Man könnte nun der SPD gratulieren und sagen, alles richtig gemacht. Doch ist dem wirklich so? Nein, mittel– und langfristig wird die SPD als großer Verlierer aus der Bundespräsidentenwahl hervorgehen.

Politik begründet sich auf Macht, dem Machbaren, den Machtoptionen. Wenn die Agenda 2010 und die Regierungsjahre Schröder der SPD jegliche Machtoption genommen hat, haben Schröders Gefolgsleute rund um Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Andrea Nahles den Sozialdemokraten nun den finalen Blattschuss verpasst. Die SPD hat mit der Düpierung und der Bloßstellung der Linkspartei keinerlei Machtoption mehr.

Die vergangenen Landtagswahlen haben gezeigt, dass die SPD nur noch den Ministerpräsidenten stellen kann, wenn sie sich auf eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei einigt – oder als Juniorpartner in eine Große Koalition geht. Rot-Rot-Grün, gerade im Bund, ist mit der Bundespräsidentenwahl in weite Ferne gerückt. Die Gräben zwischen Linke und Sozialdemokraten sind tiefer denn je. Anstatt Brücken zu bauen, wie es beispielsweise der neue Bundespräsident Christian Wulff angekündigt hat, hat die SPD eine neue innerdeutsche Mauer gebaut.

Während die Grünen die Linkspartei als Partner und politischen Konkurrenten angenommen haben, im 5-Parteien-System angekommen sind, verhält sich die SPD immer noch so, als könne man die Linkspartei aus dem Deutschen Bundestag und den Landtagen heraushalten. Das ist eine Realitätsverweigerung erster Klasse. Ohne die Linkspartei wird die SPD keinen Ministerpräsidenten und keinen Bundeskanzler stellen.1

Das gewagte und durchaus mutige Experiment Minderheitsregierung, welches gerade in NRW angegangen wird, ist kein Zukunftsmodell und es bestehen durchaus Zweifel, ob Hannelore Kraft die volle Legislaturperiode übersteht. Hätte Jürgen Rüttgers früher zurückgezogen, bekäme NRW eine Große Koalition unter CDU-Führung – und die Grünen hätten sicherlich noch einmal über Jamaika nachgedacht.

Die SPD-Rechten ist mit der Nominierung Joachim Gaucks ein Coup gelungen. Die SPD sonnt sich wieder in positive Schlagzeilen, die Umfragewerte sind so hoch, wie seit Jahren nicht mehr. Und nun? Niemand glaubt ernsthaft daran, dass die SPD mit der marktradikalen FDP und den Grünen eine stabile Ampel auf die Beine stellen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Grünen mit den beiden größten Verlieren der jüngeren deutschen Geschichte paktiert. Jamaika ist heute weitaus realistischer als die Ampel. Die Grünen stehen der Union und der FDP mittlerweile näher als der SPD.

Die SPD hat sich selbst mit der Bundepräsidentenwahl jeglicher Machtoption beraubt. Sie bleibt auf Jahre entweder Anhängsel der CDU oder Oppositionspartei. Was unter Gerhard Schröder und Franz Müntefering begonnen hat, findet nun unter Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Andrea Nahles ihre Fortsetzung. Die SPD will nicht. Die SPD kann nicht. Die SPD von heute ist die FDP der Achtziger Jahre: entweder Mehrheitsbeschaffer für die Union oder Oppositionspartei. Die Bundespräsidentenwahl hat bewiesen, dass niemand innerhalb der SPD ernsthaft von sich behaupten kann, er oder sie sei Sozialdemokrat. Es setzt sich fort, was vor langer Zeit begonnen hat: der Niedergang der SPD. Sigmar Gabriel feierte sich bei der Bundespräsidentenwahl wie ein kleiner König. Nur ist er ein König ohne Land: ein Tor zur Belustigung der Bürgerinnen und Bürger.

  1. Ausnahmen bleiben, Kurt Beck wird im nächsten Jahr durchaus Chancen haben, eine Rot-Grüne Regierung anzuführen. Die absolute Mehrheit wird die SPD aber auch in Rheinland-Pfalz verlieren.

Sozialdesolate Partei Deutschlands

Da derzeit die dämliche Kohlenstoffsphäre [by Don Alphonso] unsere Zeit in Anspruch nimmt, ein einfacher Linktipp nach nebenan zu SPIEGEL Online:

Wer vertraut, riskiert einiges. Er liefert sich gewissermaßen auf Zeit den Adressaten seines Vertrauens aus. Umso schlimmer wird er sich betrogen fühlen, wenn der Vorschuss, den er gewährt hat, verspielt ist. Wenn er getäuscht und hereingelegt wurde.

Er wird beim nächsten Mal sehr viel zurückhaltender mit dem Vertrauen umgehen, wird gar generell Misstrauen hegen. Für Organisationen, die auf Langfristigkeit zielen, ist das eine brisante Stimmung, die ihre Existenz gefährden könnte. Der Entzug von Vertrauen schwächt Bindungen und Kooperation. Vertrauen wieder aufzubauen, dauert lange und braucht Stetigkeit, verlangt dann unbedingte Verlässlichkeit.

In dieser Situation befindet sich die SPD des Jahres 2010.

Ich stehe einfach nur noch sprachlos vor dieser Partei. Merkel und Westerwelle bieten unzählige Angriffspunkte, die SPD schafft es nicht, auch nur einmal das Tor zu treffen. Im Gegenteil. Sie steht vor dem leeren Tor des Gegners und schießt dann noch ins eigene Tor…

Die total hippe SPD macht jetzt Netzpolitik

spd_netzpolitik_sahhaf

Die SPD hat sich mal wieder etwas Neues einfallen lassen um die Netizens einzulullen. Nachdem man 11 Jahre gegen das Volk und die Menschen regiert hat, dem dem unfassbaren Fail im Wahlkampf und der lange erwarteten Klatsche bei der Bundestagswahl wurde nun ein Gesprächskreis Netzpolitik gegründet. Vielleicht sollte den Damen und Herren von der SPD mal einer sagen, dass Guido Westerwelle eher Hartz-IV-Anwalt wird, als dass die SPD jemals wieder glaubwürdig wird, was die Netzpolitik in unserm Land angeht.

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Die intellektuelle Nacktheit der SPD

White Star Line

Ich stelle mir gerade vor, wie Sigmar Gabriel und Andrea Nahles nackt vor dem Brandenburger Tor stehen und sich fotografieren lassen. Es gibt sicherlich appetitlichere Dinge über die man philosophieren kann – doch haben der neue SPD-Vorsitzende und die neue Generalsekretärin sicherlich nichts zu verbergen. Oder? Nach dem vermeintlichen Anschlag eines Möchtegern-Terroristen auf eine Linienmaschine in den USA überschlagen sich mal wieder die Ereignisse. Allen Ortes wird nach den so genannten Nacktscannern geschrien – zu unserer aller Sicherheit. Nicht nur, dass ein Passagier ein Flugzeug zum Absturz bringen könnte – es könnte in der Folge auch der SPD-Bundestagsfraktion auf den Kopf fallen. Fast würde man sich dieses Szenario wünschen – leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen bekanntlich das Denkvermögen. Es steht allerdings zu vermuten, dass auch dies der SPD nicht mehr helfen wird.

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