Nachdem ich identi.ca zu Gunsten Twitters fallen ließ und Facebook, welches recht extreme Wege in puncto Datenschutz beschreitet, dem Nirwana überantwortete, ist wieder Platz für mehr – mehr Web 2.0. Zeit also sich auch einmal diesem Google Buzz zu widmen. Buzz ist anscheinend irgendwo zwischen Twitter und Facebook angesiedelt, ermöglicht also den Austausch mit anderen Zeitgenossen, das Posten von Videos, Bildern etc. pp. Desweiteren ist die Integration von Twitter, flickr, Picasa, Google Reader, der eigenen Webseite usw. möglich. Kurzum Buzz ist einmal mehr die übliche Web 2.0-Redundanz, nur diesmal eben aus dem Hause Google.
Buzz bietet noch nicht den Komfort eines Facebook, wirkt aber aufgeräumter, wenngleich im Moment für viele eher noch spartanisch. Überhaupt scheint dies die Strategie bei Google zu sein, man veröffentlicht kein fertiges Produkt, ja noch nicht einmal ein konsequent durchdachtes Konzept, sondern eher etwas Halbgares, ein Produkt welches in der täglichen Anwendung noch einer dynamischen Entwicklung unterworfen ist — Google erfüllt konsequent dieses ansonsten eher Dynamik vorgaukelnde Beta der Web 2.0-Welt. Manch einer spricht in diesem Zusammenhang auch von der Google-coolness, andere schlicht von den Google-copycats — Tatsache ist, Google greift Ideen anderer auf, würfelt diese neu zusammen oder setzt diese teils stimmiger um.
Der Erfolg eines Web 2.0-Dienstes entscheidet sich letztendlich aber anhand der Interoperabilität zu anderen Diensten und der Akzeptanz der Anwender. Letzteres dürfte zumindest bei Google außer Frage stehen, dank der massiven Marktpräsenz und der Integration in das eigene Netzwerk. Originalität wäre auch ein Faktor, diesen können wir aber im Zusammenhang mit Web 2.0 eher vernachlässigen. Letztendlich ist Content Trumpf im sogenannten Mitmach-Web — die Inhalte der Anwender, die Anwendung selbst ist vernachlässigbar, sofern zuvor genannte Faktoren stimmen.
So eine Woche habe ich lange nicht mehr erlebt und die ist ja noch nicht zuende. Vorgestern kam eine Büchse nicht aus dem Zoll, ich habe dann gestern morgens um 4.30 h mit einem Kollegen umgesattelt, der mir ein Leerchassis gebracht hat. Dann ab ins Eurogate, einen 20″ für Kiel rausholen. In Waltershof wollte der Zoll unbedingt eine Warenprobe sehen. Niedlicherweise muß man da unterschreiben, wenn man den Container öffnen will, aber nicht wegen eventueller zollrechtlicher Dinge, sondern weil der Inhalt des Containers schadstoffbelastet sein könnte. Als Kraftfahrer atmet man ja nicht eh den ganzen Tag irgenwelchen Dreck und krebserzeugende Benzoldämpfe ein..
Nunja, ich hab die Büchse also geknackt und stand vor einem Stapel Kartons, so groß wie ich und sauschwer, darin Schlauchboote aus China. Selbstverständlich bin ich nicht da hochgeturnt und hab auch nicht versucht, einen da raus zu bekommen.
Der Zollhof ist eine geschlossene Eisfläche, da hat sich das rumspielen mit Leitern auch schnell von selbst erledigt. Um 8.00 h hatte die Büchse Termin in Kiel, kurz nach 11 war dann das Packteam da und hat einen Karton da raus gepult. Eben vor 12 war dieser wieder drin und ich konnte den Zollhof verlassen. Da der Termin ja nun geplatzt war, hab ich den Container bei Seiler abgestellt, bzw. es versucht. In ganz Hamburg ist nichts außer den Hauptstrassen geräumt, ich habe über 45 Minuten hilflos rumgerangelt, um das Chassis da rein zu bekommen.
Neues Chassis, neue Büchse. Ab nach Brunsbüttel zum Laden und auch gleich wieder zurück. Brunsbüttel war klasse, der Platz dort war wie aus dem Ei gepellt. Endlich mal rangieren ohne sich fest zu fahren. Auf der Rücktour fing es an zu schneien. Telefon, mein Disponent dran, ich soll erst morgen, also heute früh, einwerfen, am Eurogate dauert das 3 h und ich hatte nicht mehr genug Schichtzeit.
Heute morgen dann um 4.00 h aufgestanden, Kaffee aufgesetzt und rüber zum Eurogate. Fuhre 1 herrschte gähnende Leere, aber der Parkplatz brechend voll und im Terminal etwa 60-65 Fahrer. Systemausfall..
Also zurück zum Trecker, Kaffee eingekippt und meinen Disponenten aus dem Bett geworfen, um ihm zu erzählen, daß der 8.00 h-Termin in Kiel schon wieder platzt.
Eben nach 8.00 h war ich die Büchse dann endlich los. Wieder rüber zu Seiler, das Leerchassis dort abgestellt, den 20″ für Kiel aufgenommen und losgebraten über die A1, weil die A7 schon komplett dicht war. 30 Minuten später stand ich in einer Vollsperrung auf der A1, weil sich ein LKW auf der nicht geräumten Autobahn gedreht hatte.
Nun stehe ich seit kurz vor 12.00 h in Kiel bei Rix an der Rampe und lasse abladen. Die letzten 3 Tage habe ich irgendwas um die 300 km auf die Uhr bekommen..
Die Straßen sind immer noch in einem grausamen Zustand und es ist auch keine Besserung in Sicht. Die Streufahrzeuge sind offensichtlich so überlastet, daß sie schon beim Streuen ausbrennen, wie ich auf der A1 am Kreuz Bargetheide sehen musste.
Zurück fahre ich über die A7, schnell nochmal volltanken, den Container durchtauschen und dann in Richtung Berlin..
Ich lasse mich mal überraschen, ob die Woche so weiter läuft..
Kurnachrichtendienste wie Twitter oder identi.ca nutze ich eher gezielt und niemals “flächendeckend” den ganzen Tag über. Twitter ist bei schon länger rausgeflogen, da sich dort zuviele Leute aufhalten, die glauben, man könne mit dem Dienst Geld verdienen. Business-Nachrichten auf dem Klient für Kurznachrichten zu lesen ist in etwa das Gleiche, wie wenn Ray Ozzie sein Windows im Wohnzimmer von Richard Stallman zu einem Vorzugspreis für Neulinge anbieten würde. Es passt einfach nicht, oder meistens nicht. Ausnahmen bestätigen (fast) jede Regel. Freilich, es mag Nutzer geben, die einen Mehrwert aus Business-Nachrichten aus den Tweets und Dents ziehen; das ist durchaus in Ordnung. Aber zu Denen gehöre ich nicht. Identi.ca ist mir deutlich sympathischer; aus verschiedenen Gründen. Es gibt sie wohl auch dort, die Business-Trittbrettfahrer, aber ich nehme sie nicht wahr.
Vor kurzem habe ich mich noch beschwert, dass es unter Linux keinen anständigen Klienten für identi.ca gäbe. Doch dann las ich bei Christoph über das tägliche Abbild der Entwicklung vom Programm Gwibber, mit dem sich auch identi.ca bedienen lässt:
Die kommende Version macht einen guten Eindruck und ist deutlich aufgeräumter. Besonders gelungen finde ich die neue Seitenleiste, in der die Einträge auf Icons reduziert werden, sobald kein Platz für Text mehr vorhanden ist.
Da kann ich mich anschliessen und sehe im neuen Gwibber eine gute Chance für einen tollen Klienten. Wird ja auch mal Zeit, finde ich. Mit fällt vor allem auf, dass im neuen Gwibber-Gewand deutlich mehr Platz vorhanden ist und sich die einzelnen Dents dadurch besser anzeigen lassen – mehr Platz bringt auch mehr Informationen und in diesem Fall mehr Komfort.
In dieser Version lassen sich nun auch verschiedene Dienste nebeneinander anzeigen; mindestens habe ich das bisher noch nie so gesehen. Wer also mit mehreren Accounts oder Diensten arbeitet, wird darin wohl einen Mehrwert finden. Diesen Effekt erreicht man entweder über die Menüliste unter Gwibber / New Stream oder über die Tasten [Ctrl] und [N] beziehungsweise bei den Nachbarn im Norden und Osten unter [Strg] und [N].
In diesem Beispiel sieht man den Effekt nicht so gut, weil die rechte Seite mit den imaginären Inhalten von meinem Flickr-Account leer ist. Inzwischen ist die Entwicklung bei der Version 2.29.1 (Stand 9. Februar 2010) angekommen. Wer sich das tägliche Abbild der Entwicklung auf seinen Rechner holen will, findet bei Christoph die entsprechenden Informationen und Warnungen.
Das heutige Urteil des Bundesverfassungsgerichtes birgt jede Menge Zündstoff. Es ist schon schlimm genug, dass die Jahrhundertreform der SPD gegen das Grundgesetz Artikel 1 (1), die Menschenwürde, und gegen das Grundgesetz Artikel 20 (1), dem Sozialstaatsgebot, verstößt. Frank-Walter Steinmeier, als Architekt der Agenda 2010, hätte heute sofort von allen Ämtern zurücktreten müssen – doch er sprach verniedlichend davon, dass der Urteilsspruch in Karlsruhe eine Aufgabe an den Gesetzgeber sei. So kann man es natürlich auch ausdrücken, wenn das höchste Gericht das eigene politische Erbe als verfassungswidrig einstuft.
Nach identi.ca folgt nun auch die Facebook-Abstinenz. Ich besitze noch genügend Web2.0-Accounts und täglich erscheinen neue Dienste,just erst Google Buzz. Sinn macht kaum einer dieser Dienste, aber zumindest bieten diese kurzfristig ein wenig Abwechslung im Allerlei des Internets. Zuviel kaum noch kontrollierbare Redundanz.
Der Ubuntu-Wochenrückblick auf RadioTux aus der Community von Ubuntu der Kalenderwoche 05/2010 ist wieder da. Diverse Themen rund um Ubuntu und Linux werden kurz besprochen.