In Deutschland darf jeder ahnungslose Laie ein Internetcafe betreiben, ohne auch nur die geringste Ahnung von Computern und Netzwerksicherheit zu haben.
Die folgende Anekdote, die mir heute widerfahren ist, soll dies veranschaulichen: Vor rund einem Jahr besuchte ich mit einem frischformatierten USB-Stick ein Nürnberger Internetcafe. Zu Hause scannte ich den Stick mit Clamav. Prompt hatte ich mir einen (auf Windowsmaschinen zielenden) Trojaner eingefangen. Ich formatierte den Stick und schenkte diesem Vorfall keine weitere Beachtung. Vor rund zwei Wochen besuchte ich dasselbe Cafe erneut, wieder mit einem frisch formatierten Stick. Zu Hause scannte ich den Stick und stellte fest, dass ich erneut einen Trojaner eingefangen hatte. Dabei wunderte ich mich nur, dass es genau der selbe Trojaner war, wie schon vor einem Jahr. Eine Recherche ergab, dass sich das Miststück als versteckte Dateie auf jede neu angeschlossene Hardware kopierte (inklusive Initialisierungsdatei).
Irgendwie beschlich mich dabei das ungute Gefühl, das das Cafe evtl. seit einem Jahr verseucht sein könnte und als Trojanerschleuder unentdeckt mittelfränkische USB-Sticks infiziert. Als ich heute am Internetcafe vorbeischlenderte, beschloss ich, den Betreiber darauf anzusprechen, dass ich mir in seinem Cafe zwei mal den selben Trojaner eingefangen hatte.
Darauf fragte er mich: „Äh, was ist ein Trojaner?„
Ich beschloss, dass er mich wahrscheinlich nur akkustisch nicht verstanden hatte und wiederholte: „Ich habe mir in Ihrem Cafe schon zwei mal einen Trojaner eingefangen!„.
Darauf er: „Was bitte ist ein Trojaner?„
Ich: „Äh, Sie betreiben ein Internetcafe und wissen nicht was ein Trojaner ist?„
Er: „Nein. Was ist ein Trojaner?„.
Da mir inzwischen klar geworden war, dass die exakte Erläuterung wohl einige Zeit in Anspruch nehmen würde, sagte ich: „Ein Trojaner ist sowas wie ein Virus„.
Darauf sagte der eigentlich wirklich nette Mann, er könne mir beweisen, dass das nicht sein könne, denn er habe ein Norton-Programm und für das zahle er im Jahr 70 Euro und das erkenne jeden Virus.
Da stellt sich doch die Frage, ob ein Internetcafebetreiber nicht zumindest ein gewisse Grundqualifikation nachweisen müsste, wenn er ein Cafe betreibt. Oder ist der Nutzer selber Schuld? Schließlich weiß doch jedes Kind, dass Internetcafes ein hohes Risikopotenzial haben. Und jedes Kind hat zumindest schon mal von einem Trojaner gehört. Wer noch nie von einem Trojaner gehört hat und ein Internetcafe als Trojanerschleuder betreibt, der handelt meiner Meinung nach grob fahrlässig. DAB = „Dümmster anzunehmender Betreiber„. Ach ist doch wahr!







