aKademy und GUADEC 2010 mit Aufrufen zur Beteiligung

Nach dem gemeinsamen Desktop Summit auf den kanarischen Inseln im vergangenen Jahr gehen KDE und Gnome dieses Jahr wieder getrennte Wege mit ihrer Hauptveranstaltung.
Die aKademy findet vom 3. bis zum 10. Juli 2010 im finnischen Tampere statt, während Gnomes GUADEC seine Zelte in Den Haag vom 24. bis zum 30. Juli aufschlägt.

Die aKademy sucht nach Beiträgen für die geplanten Schwerpunkte: Expanding Our World: KDE Beyond The Linux Desktop und Connecting Our World: Social Desktop. Aber auch für andere KDE relevante Themen sucht man nach Beiträgen. Dieses Jahr will man weniger Beiträge akzeptieren und damit die inhaltliche Qualität steigern. Einreichungen sollen zwischen 30 und 45 Minuten Länge haben Die Einreichunge sollen dem ACM-Format entsprechen und 4-6 Seiten umfassen.
Außerdem werden KDE-relevante Beiträge für Workshops akzeptiert deren Länge von einer Stunde bis zu einem ganzen Tag betragen kann. Die Einreichungen können an akademy-talks@kde.org gesendet werden und sollen neben dem eigenem Namen, ein kleines Passbild,die Überschrift und einen Abtract von nicht länger als 400 Worte enthalten. Die Einreichungsfrist endet am 23. April 2010. Mehr dazu im entsprechendem Call for Paper

Die GUADEC sucht nicht nur Beitragende für das Programm, sondern auch helfende Hände. Schwerpunkte sollen die Themen des anstehenden Gnome 3.0 Release, Gnome und mobile Plattformen, Gnome und Distributionen sein. Interessant sind aber auch Beiträge zu Metadaten und dem semantischem Desktop,zur Performance - optimizing processor, memory und disk i/o usage, User experience - über das designen und schreiben großartiger Applikationen und Growing Community - über die Beteiligung von nicht-technischen und die Rekrutierung neuer Leute für das Projekt. Aber auch andere Gnome relevante Themen können eingereicht werden. Einreichungen sollen bis zum 20. März 2010 im Submission System für die GUADEC gemacht werden. Mehr dazu findet man auf den entsprechenden Webseiten.
Außerdem ist man auf der Suche nach Freiwilligen für die Organisation der GUADEC. So sucht man zum Beispiel einen “Webmaster” für die Seiten der GUADEC, man ist ausserdem au der Suche nach Designern für das Art-Team die, die Website, das Programm, Badges und anderes Printmaterial gestalten sollen. Andere Helfer werden für die Session, den Informations und Registrierungsstand gesucht. Es gibt viele Tätigkeiten für die helfende Hände gesucht werden. Als Dank dafür erhält man ein T-Shirt der GUADEC und freie Verpflegung während des Einsatzes. Auf jeden Fall eine Möglichkeit den Entwicklern als Nutzer des Gnome-Desktop etwas zurückzugeben und sich auf diese Art zu beteiligen. Mehr findet man im entsprechendem Hilfeaufruf.

Blogs in Deutschland?

Eigentlich wollte ich ja meinen Sermon zu diesem Artikel abgeben, der da lautet: Blogs in Deutschland sind nett. Dann aber überkam mich ein Anflug von Vernunft und ich ließ es Gott-sei-Dank bleiben. Denn das tatsächliche Problem dieser Deutschen Weblogs ist allein die Selbstreferenzialität jener oder besser die Egozentrik der Betreiber. So auch diese Kritik, viele reden vom Machen, andere davon wie man es nicht machen sollte. Tatsächlich irrelevant, langweilig bzw. nett sind somit einzig jene, die nichts tun, sondern nur davon reden. Ich will mich von derlei langweilenden Praktiken in der Vergangenheit nicht freisprechen, aber schließlich ist man lernfähig …

Und wer da jetzt so gar nicht versteht, um was da bei diesen Bloggern eigentlich geht, nun den verweise ich auf die spannende Thematik Das Jahr des Linux-Desktops bzw. vice versa warum Linux auf dem Desktop nicht durchstarten kann. Gleiches Spiel, ebenso langweilig und an Redundanz kaum zu überbieten.

/me ist ein Super Geek

zumindest wenn man auf den Geek Test hört.

Ich hab 46,5% – kann mich jemand überbieten?

Da mir keiner geglaubt hat dass ich in dem Test alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet habe, hab ich ihn grade nochmal gemacht, bin Frage für Frage durchgegangen und hab keinen Interpretationsspielraum gelassen – nun komm ich auf 47,53%…

die neue Armut

clap’s Bulo … wer sonst? :D

Exotische Linux-Distributionen – Canaima

Gestern Abend habe ich Roman vom ubuntublog.ch einfach per identi.ca gefragt ob er sich mal nicht noch Canaima Gnu/Linux für die Blogparade der exotischen Linux-Distributionen, anschauen würde. Ich wußte, das es ihn interessieren würde, da es sich um eine debianbasierte Distribution handelt.

Er hat sich nun also auch umgehend mit Canaima Gnu/Linux befaßt und einen langen Artikel dazu geschrieben. Er geht in diesem auch ein wenig auf die örtlichen Gegebenheiten in Venezuela ein. So erwähnt er das Dekret des Präsidenten (decreto presidencial Nº 3.390) aus dem Jahre 2004 nach dem alle öffentlichen Verwaltungen bevorzugt Open Source Software einsetzen sollen. Ein Viertel der in den Verwaltungen eingesetzten Rechner arbeit heute bereits mit Canaima, was erst einmal seltsam wenig ist. Dazu muss man aber sagen, dass viele andere Systeme mit Debian laufen.

Am Ende ist allerdings Canaima, das seinen Namen von einem der venezolanischen Nationalparks erhalten hat allerdings mehr als eine simple Linuxdistribution. Canaima ist mehr ein Programm in folge dessen diese Distribution entwickelt wird. Venezuela setzt nicht nur in den öffentlichen Verwaltungen auf Linux und Open Source sondern auch in der Bildung und Ausbildung. So orderte man im Jahre 2008 eine größere Anzahl von Classmate-PC vom portugiesischen Hardwarehersteller JP Sá Couto , die eben mit Linux ausgeliefert werden. Daneben erwarb man aber auch eine Lizenz zur Eigenherstellung des Magellan genannten Gerätes. So ist eine der Forderungen an Canaima Gnu/Linux eben auf diesen Rechnern bzw.den heute bei Venezolana de Industrias Tecnológicas, zu laufen. Auf Grund der engen Anforderungen bei der Auswahl der Geräte setzt Canaima auf einen monolithischen Kernel. Das mag auch die Trägheit bei Romans Test hervorgerufen haben.

Neben den Anforderungen an die Hardware legt man vor allem Wert auf die umfassende sprachliche Unterstützung, wie auch Roman bei seinem Test herausgefnden hat. In das mitglieferte Wörterbuch für OpenOffice wurde ebenso viel Zeit investiert, wie in die Übersetzung jedes Menüpunktes.

Canaima ist ein Beispiel für den Drang der lateinamerikanischen Länder sich aus der Abhängigkeit von vor allem us-amerikanischen Konzernen zu lösen. Kaum einer von uns wird wohl in die Verlegenheit kommen es als seine Distribution zu installieren, es sei denn man spräche Spanisch und nutzt ein portugiesisches Magellan-Gerät. Einen Blick über den Gartenzaun zu werfen lohnt sich allerdings immer, finde ich jedenfalls.

Canaima GNU – ein Linux aus Venezuela

Im Rahmen seiner Vorstellungsrunde verschiedenster Linux-Distributionen aus aller Welt stiftete mich der Bürgermeister persönlich via identi.ca dazu an, eine weitere Distribution vorzustellen. Da es sich dabei um eine Debian-basierende Linux-Variante handelt, sagte ich gerne zu. Das GNU/Linux nennt sich Canaima, wohl angelehnt an den gleichnamigen Nationalpark in Venezuela. Denn von diesem Land entstammt die in spanisch gehaltene Distribution. Venezuela liegt am nördlichen Ende des südlichen, amerikanischen Kontinents. Nachbarn sind die Länder Brasilien, Kolumbien und Guyana.

Das Bild stammt von Wikipedia aus dem Artikel zu Venezuela.

Ganz spannend und nachahmenswert finde ich die politische Haltung von Venezuela in Sachen Teilen von Wissen. Denn die Regierung hat bereits im Jahre 2004 ein Gesetz erlassen, wonach alle öffentlichen Ämter freie Software der geschlossenen bevorzugen müssen, sofern es für die jeweilige Aufgabe welche gibt. Innerhalb dieser Philosophie entwickelten das Nationale Zentrum für Informationstechnologie (CNTI) ein Linux, welches auf Debian basiert: Canaima GNU.

Auf der Website des Linux-Projekts gibt es nebst Erläuterungen und Beschreibung, die allesamt in Spanisch gehalten sind, selbstverständlich auch die Möglichkeit, das freie Linux herunterzuladen. Ich habe mich für die i386-iso-Datei entschieden, die doch immerhin 1.3 GB schwer ist. Es handelt sich dabei um keine Live-CD, aber eine Installation ist damit im Bootmodus möglich. Das habe ich mit einer virtuellen Maschine unter der Haube der VirtualBox erledigt.

Ich habe dazu eine Standard-VM mit 1024 MB flüchtigem Speicher und einer Festplatte zu 25 GB (dynamisch wachsend) erzeugt. Alle andern Einstellungen liess ich auf default, ausser der virtuellen Grafikkarte spendierte ich noch etwas mehr als bloss ein MB Speicher. Dann schob ich die iso-Datei in das imaginäre DVD-Laufwerk und startete die Kiste. Zum Glück kenne ich die Standard-Installation von Debian auswendig. Denn ich verstehe (fast) kein Wort spanisch und hatte daher den Vorteil, dass ich wusste, welche Fragen wann erscheinen und wie die Antworten aufgelistet sind. Aber manchmal reicht es bei technischen Dingen, die in einer fremden Sprache notiert sind, auch, wenn man bloss ein oder zwei Schlüsselworte versteht, um den Zusammenhang zu kennen. Auf jeden Fall habe ich dann die Installation hinbekommen, das Linux läuft in Spanisch, obschon ich bei der Installation Deutsch angegeben habe.

Nombre completo para el nuevo usuario. Ich verstehe den ganzen Satz, weil der sehr einfach ist und weiss von der Debian-Installation her, dass ich hier den kompletten Namen des ersten Benutzers hineinschreiben soll. Ich empfinde das Spanisch als sehr sympathisch. Die Installation dauerte ungewöhnlich lange und auch der erste Startvorgang brauchte fast zwei Minuten. Danach fuhr ich erst einmal die Updates und installierte die Gasterweiterung für die VirtualBox. Canaima/GNU kommt mit Gnome daher und präsentiert sich mit Ausnahme der Icons und dem Hintergrundbild in einem typischen Debian-Bild.

Das Linux wurde unter anderem für die öffentlichen Verwaltung geschaffen und so verwundert es nicht, dass per default alle OpenOffice-Pakete installiert sind – in Spanisch, versteht sich. Dazu kommt noch die Projektverwaltung openproj, X-Chat und Freemind wie einige Erweiterungen für OpenOffice. Ausserdem gibt es ein separates Gnome-Menü für Sound-Effekte, was wiederum für die Arbeitsfreudigkeit der Venezuelaner spricht. Alles in allem ein rundes, aber etwas träges GNU/Linux, das für den Alltag taugen würde, spräche man spanisch. Die ganze Sprachunterstützung für andere Sprachen fehlt. Die liesse sich wohl nachinstallieren, aber wahrscheinlich zu Lasten der Funktionen und Erweiterungen. Die Macher von Canaima investierten recht viel Zeit für das venezuela-spanische Wörterbuch und dessen Integration in OpenOffice und dem Betriebssystem. Auch die Sicherheitsfragen im Gnome-Terminal sind in “venezuela-Spanisch” gehalten. Immerhin nutzt bis heute schon über ein Viertel der Behörden in Venezuela dieses Linux.

Nach diesem Ausflug zum Canaima GNU habe ich die virtuelle Maschine geköpft und die Festplatte sowie die iso-Datei gelöscht. Ich mag Debian-basierende Systeme sehr, aber wenn sie in Spanisch daherkommen, bin ich überfordert. Deswegen kehre ich zurück zu “meinem Ubuntu” – in Deutsch natürlich. Aber es hat Spass gemacht, einmal mehr etwas anderes anzusehen, das zwar auf der gleichen Philosophie wie Debian basiert, aber aus einer ganz andern Ecke unserer Welt stammt.

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Es ist amtlich: Offline-Billing-Abzocke für Telefonsex über Ortsnetznummern ist rechtswidrig. Bundesnetzagentur hat Nummern zurecht abgeschaltet – Urteil des OVG NRW.

Seit mehreren Jahren macht eine besonders perfide Art der Telefonabzocke in Deutschland die Runde. Es geht hierbei um obskure Telefonsex-Hotlines, deren Gebührenabrechnung jedoch nicht über 0900-Mehrwertnummern erfolgt, sondern unter Nutzung ganz normaler Ortsnetz-Telefonnummern.

Diese Abzockmasche funktioniert dergestalt, dass diese normalen Telefonnummern z.B. in BTX-Flirt-Annoncen im Fernsehen beworben wurden. Es hat aber auch Lockvogelannoncen in Zeitungen und in Flirtportalen im Internet gegeben. Unter der Anwahl einer normalen Telefonnummer vermutet der Normalbürger nicht, dass sich dahinter eine teure, kostenpflichtige Hotline verbirgt. Der Preishinweis in den Annoncen erfolgt entweder gar nicht, oder sehr schlecht sichtbar, in wechselnder Laufschrift, nur unter kurzem Betrachtungsabstand erkennbar.

Nach Anruf auf der betreffenden Nummer hört der Anrufer ein Abfragemenü, er möge ein paar Tasten drücken, um z.B. Informationen zu erhalten. Ein Preishinweis erfolgt auch dabei entweder gar nicht oder relativ spät. Die "Dienstleistung", das sogenannte "erotische Angebot", besteht in der Möglichkeit, ein handelsübliches Allerwelts-Gestöhne in Form einer Audio-Aufzeichnung anhören zu dürfen.

Die meisten Anrufer haben entweder vorher schon aufgelegt, oder sind nach spätestens ein bis zwei Minuten in aller Regel "bedient" und legen auf. Nun denken sie sich: es kann ja eigentlich nicht viel passieren, der "Unternehmer" hat keine Namensangaben, keine Adresse, nur die anrufende Telefonnummer.

Ein Trugschluss, wie es sich bald zeigen wird.
Einige Tage später erfolgt ein ganz unverfänglicher Anruf z.B: eines angeblichen Paketdienstes. Man habe hier ein nicht zustellbares Paket und bräuchte "nur mal eben schnell" den Namen und die Adresse, um ausliefern zu können. - Und, schwupps, zappelt man in der Falle.
Oft kommen auch bösartige Anrufe von beauftragten, freiberuflichen Call-Agenturen, in denen man mit unangenehmen Rechtsfolgen bedroht und dazu genötigt wird, die Daten herauszugeben.

Da sich der Anbieter nun auf diese Weise die persönlichen Daten erschlichen hat, kann er nun bösartige Rechnungen und Mahnungen für einen angeblich geschlossenen, kostenpflichtigen Dienstleistungsvertrag zustellen. Man habe ein kostenpflichtiges Angebot wahrgenommen, schließlich habe man ja auch die AGB des Anbieters im Internet ansehen können, man habe jetzt gefälligst 72 Euro für einen Monat eine Stunde kostenlose, hochqualitative und wertvolle Telefonerotik zu zahlen. Falls nicht gezahlt wird, meldet sich bald darauf ein Inkassobüro oder Anwalt. Hier wird dann unverblümt mit allen möglichen angeblich unmittelbar bevorstehenden Rechtsfolgen gedroht und genötigt, um ohne bestehende Rechtsgrundlage die Forderungen einzutreiben: Mahnbescheid, Pfändung, Schufa-Eintrag, und was dergleichen Nettigkeiten mehr sind.

Dabei sind die Forderungen rechtlich vollkommen haltlos. Anhand der grob vernachlässigten Informationspflichten (keine Anbieterkennzeichnung, kein Preishinweis, etc.) kann ein angeblich auf diese Weise geschlossener "Dienstleistungsvertrag" als nichtig betrachtet werden. Zudem handelt es sich um eine bewusste Umgehung des Telekommunikationsgesetzes, wo für die Nutzung kostenpflichtiger Premiumdienste eigentlich die dafür eingerichteten 0900-Nummerngassen vorgesehen sind. Das wissen die Anbieter auch ganz genau. Und so war es folgerichtig, dass sie innerhalb mehrerer Jahre nicht in einem einzigen Fall jemals einen Betroffenen verklagt haben, der die Zahlung verweigert hat. Und das trotz der Zahl von sicherlich zehntausenden Betroffenen. Auch hier wird also, genau wie bei der Webseiten-Abzocke mit den versteckten Kostenfallen, mit einem untergeschobenen Vertrag gearbeitet, um dann nötigende Inkassomahnungen zustellen zu können, was immer wieder der einzige Zweck solcher Geschäftsmodelle ist. Der luxuriöse Lebensstil der Betreiber finanziert sich dabei lediglich durch diejenigen Opfer, die sich von dem Drohgehabe einschüchtern lassen und zahlen.

Aufgrund des wirklich unhaltbaren Zustands hatte der Antispam e.V. im Februar 2009 eine Anfrage an die Bundesnetzagentur gerichtet, mit der dringenden Bitte, sämtliche sich aus dem Telekommunikationsrecht ergebenden rechtlichen Möglichkeiten gegen dieses Geschäftsmodell zu prüfen. Wir hatten damals schon unsere Auffassung geäußert, dass in diesem eine bewusste Umgehung des Telekommunikationsgesetzes zu sehen sei. Schließlich unterlaufe man hierbei die Regulierungsbestimmungen des TKG bezüglich der Preishöchstgrenzen und Preisansage.
Einige Zeit später erhielten wir eine vertröstende Antwort der Bundesnetzagentur, in der zugesagt wurde, die Sachlage weiter zu prüfen, jedoch ohne uns allzu viel Hoffnung machen zu wollen. Die Thematik umfasse "verschiedene Bereiche des Telekommunikationsrechts, vor allem aber auch des Zivilrechts", und es gebe auch Fälle, bei denen "ähnlich gelagerte Sachverhalte eine andere Bewertung erfordern (z.B. Abrechnung des Telefonates zwischen einem Arzt und einem Privatpatienten)".

Mit einer positiven Wendung hatten wir in dieser Sache eigentlich bereits nicht mehr gerechnet. Nun ist überraschend über den Jahreswechsel bekanntgeworden, dass die Bundesnetzagentur doch massiv eingegriffen hat und dem bunten Treiben nicht mehr länger zuschauen wollte.
Man hat einer Krefelder Firma eine ganze Reihe von Ortsnetznummern per Verfügung abschalten lassen - wegen Missbrauchs.

Die Firma wollte dies jedoch nicht auf sich sitzenlassen und hat in einem Eilverfahren versucht, die Abschaltungsanordnung aufheben zu lassen.
Das Oberverwaltungsgericht NRW hat jedoch der Bundesnetzagentur Recht gegeben. Die Abschaltungsanordnung war zurecht erfolgt. Begründet wurde dies damit, dass mit dem Geschäftsmodell des sogenannten "Offline-Billings", also einer Gebührenberechnung an der normalen Telefonrechnung des Teilnehmernetzbetreibers vorbei, und unter Umgehung der eigentlich dafür vorgesehenen 0900-Nummerngassen, eine bewusste Umgehung des Telekommunikationsgesetzes betrieben werde. Alle notwendigen Voraussetzungen des sogenannten Umgehungsverbots in Paragraph 66l TKG seien erfüllt, so das Gericht. Die konkrete Ausgestaltung der Sex-Hotline habe die verbraucherschützenden Vorschriften des TKG umgangen. So seien die gesetzlichen Anforderungen an den Verbraucherschutz im Hinblick auf Preistransparenz und Preishöchstgrenzen nicht eingehalten worden.

"Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts bestätigt den Ansatz der Bundesnetzagentur, auch bei Geschäftsmodellen einzuschreiten, die darauf abzielen, durch kreative rechtliche Gestaltungen den Anwendungsbereich der besonderen telekommunikationsrechtlichen Schutzvorschriften zu umgehen", sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts bestätigt aber auch den Denkansatz des Antispam e.V., den dieser bereits im Februar 2009 der Bundesnetzagentur mitgeteilt hatte. Nun denn - es ging also doch.

Ob man damit von einem Ende des Geschäftsmodells sprechen kann, ist momentan offen. Wir halten dies jedoch für sehr wahrscheinlich, zumindest aber dürften die Betreiber einen empfindlichen Dämpfer erhalten haben. Es dürfte nun nicht nur für das Krefelder Unternehmen, sondern auch für ein gewisses hessisch-böhmisches Unternehmen massive Probleme geben, dies noch weiter zu betreiben, wenn dann binnen kurzer Frist etwa neu erschlichene Festnetznummern wieder abgeschaltet werden. Insofern begrüßen wir zusammen mit der Bundesnetzagentur die Gerichtsentscheidung. Es ergibt sich auch eine Signalwirkung auf andere kreative Geschäftsmodelle, mit denen eine kreative Umgehung des TK-Rechts unter Ausnutzung von Rechtsnischen erfolgt.

Handlungsbedarf zur Abschaltung weiterer Rufnummern besteht in jedem Fall, uns liegt eine Kopie aktueller, neuer BTX-Köder-Annoncen der Krefelder Firma vor, aus der hervorgeht, dass sich die Firma bereits wieder neue Ortsnetznummern besorgt hat.

Wir können nunmehr den Betroffenen dieser primitiven Abzocke daher nur dringend empfehlen, die betreffenden Ortsnetznummern sofort der Bundesnetzagentur zu melden, damit diese möglichst schnell abgeschaltet werden.
Hier der Link zum Beschwerdeformular:
http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/7662.pdf

Natürlich gilt weiterhin die Empfehlung, Rechnungen und Mahnungen aus dieser Abzocke nicht zu bezahlen und auch nicht auf die Drohschreiben zu reagieren. Es gibt keinerlei Rechtsgrundlage für die Forderung - nach diesem Urteil erst recht nicht.
Bei fortgesetzten Drohungen sollten Sie sich vielleicht sogar einmal näher über die in diesem Fall nun sehr aussichtsreiche Möglichkeit der negativen Feststellungsklage informieren:
http://www.antispam.de/wiki/Negative_Feststellungsklage
Dies ist dann erfolgversprechend, wenn das Unternehmen seinen Geschäftssitz in Deutschland hat und mit ladungsfähiger Anschrift ermittelbar ist.

Hintergrundinfo zu dieser Art der Offline-Billing-Abzocke:
http://www.antispam.de/wiki/SMS-Abo-Falle

identi.ca gefangen im Prism

Über Prism habe ich ja schon einmal im Zusammenhang mit Zertifikaten geschrieben. Prism ist eine Art Minibrowser aus dem Hause Mozilla, der sich als Applikation verkleidet mit genau einer URL und damit mit einer Aufgabe so starten lässt, dass die angepeilte Seite im Normalfall nicht mehr verlassen werden kann – ausser durch interne Links, welche auf der Zielseite vorkommen. Wikipedia schreibt dazu:

Prism ermöglicht es, die jeweiligen Webanwendungen direkt vom Desktop aus in eigenen vom Webbrowser getrennten Prozessen zu starten und unabhängig von diesem zu konfigurieren. Dabei wird ein abgespeckter Firefox gestartet, jedoch ohne die browsertypischen Bedienelemente und ohne das Menü.

Um identi.ca einigermassen sinnreich einsetzen zu können, braucht es einen Klienten dazu. Unter Ubuntu kenne ich gwibber, Jabber-Klienten, Adobe Air basierende Programme, choqok für KDE und Gnome Do, um die grafischen Möglichkeiten zu nennen. Es gibt vielleicht noch weitere; wenn ja, bitte her damit. Die oben genannten Programme passen mir aber nicht wirklich.

Eine Alternative wäre da eben Prism, um damit entweder die normale Startseite von identi.ca zu öffnen, oder die speziell angepasste, etwas kleinere Seite, die unter http://identi.ca/Benutzername/all?realtime=1 zu finden ist.

Allerdings scheint die “Kurzform-Seite” nicht richtig zu laufen, sie lädt nicht automatisch neu und verirrt sich ab und zu nach dem Posten eines Dents. Die normale Startseite erachte ich als besser, zumal es dort die Möglichkeit gibt, den automatischen Reload ein- oder auszuschalten. Offenbar wird dieser Button aber im Prism-Browser nicht immer angezeigt.

So lässt sich der “Identi.ca-Klient” beispielsweise auf einem zweiten, virtuellen Desktop platzieren, wo er wenig stört. Dafür steht die systemintegrierte Benachrichtigung, die zum Beispiel bei gwibber genutzt wird, nicht zur Verfügung. Das kann aber auch ein Vorteil sein, denn jene Meldungen zerren zeitweise an den Nerven.

Aber schlussendlich bleibt auch ein Prism nichts weiter als ein Browser, wenn auch ein kastrierter. Wie so Vieles ist es schlussendlich Geschmackssache, was einem gefällt oder eben missfällt. Twitroid zum Beispiel halte ich für einen ganz tollen und ausgereiften Klienten für identi.ca. Den gibt es halt leider nur für Android. Immerhin steht mit Prism eine weitere Alternative für den Desktop zur Verfügung.

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